26. März 2023
«FRANZ GERTSCH. DER ZEIT DIE ZEIT GEBEN»
Den Raum 5 verwandelt das Museum Franz Gertsch Burgdorf bis am 3. September 2023 in ein Kino: Hier erleben die BesucherInnen die Weltpremiere des neuen Films über das späte Schaffen des Künstlers – «Der Zeit die Zeit geben. Franz Gertsch». Im Erweiterungsbau sehen sie Werke von Franz Gertsch – hier ist selbstverständlich der «Vier Jahreszeiten»-Zyklus ausgestellt - und das Museum zeigt weiterhin die neuen Arbeiten zum Thema «Meer» aus den Jahren 2021/22.

Oben: Standbild aus dem Film «Der Zeit die Zeit geben. Franz Gertsch» (2023, Regie: Dana Maeder, 52 min., deutsch mit englischen oder französischen Untertiteln) – Freeze frame from the film «Giving Time to Time. Franz Gertsch» (2023, director: Dana Maeder, 52 min., German with English or French subtitles) – © Museum Franz Gertsch
In dieser Ausstellungsperiode bleibt der Erweiterungsbau dem Werk von Franz Gertsch vorbehalten. Im Raum 5 wird der neue Dokumentarfilm über das späte Schaffen des Künstlers gezeigt – «Der Zeit die Zeit geben. Franz Gertsch». Die tschechisch-schweizerische Regisseurin Dana Maeder, die auch das Drehbuch verfasste, begleitete mit ihrem Team Franz Gertsch, seine Frau Maria Gertsch-Meer und die Ausstellungen im Museum Franz Gertsch in den Jahren 2019 bis 2021. Entstanden ist ein atmosphärisch-dichter Film, in dem sowohl Wegbegleiter zu Wort kommen als auch das Atelier, die Gemälde, Holzschnitte und vor allem die Hauptfiguren, Franz und Maria Gertsch, einfühlsam porträtiert werden. Der 52-minütige Film ist auch im Museumsshop in deutscher Sprache (wahlweise mit englischen oder französischen Untertiteln) erhältlich.
Der zweite Raum ist dem Sujet «Meer» gewidmet. Im Rückgriff auf fotografische Vorlagen, die in den 1970er-Jahren in Saintes-Maries-de-la-Mer (F) entstanden, schuf Franz Gertsch seit 2013 weitere Gemälde und Holzschnitte zum Thema. Der Holzschnitt «Meer« und das Gemälde »Meer II» sind hier seit September 2022 erstmals ausgestellt.
Die Beschäftigung mit dem aufgewühlten Meer nach einem heftigen Morgengewitter geht auf Franz Gertschs frühere Werke zu Saintes-Maries-de-la-Mer in Südfrankreich zurück. Das Gemälde «Meer II» (2021/22) entstand direkt nach den Gemälden der blauen Phase, es ist ebenfalls mit echtem Ultramarinblau ausgeführt. Bei diesem Gemälde verwendete der Künstler jedoch auch blaue und graue Aquarellfarbstifte und nutzte das warme Weiss der ungrundierten Baumwolle als Gestaltungsmittel. Der kurz zuvor entstandene Holzschnitt «Meer» (2020/21), der dasselbe Thema aufnimmt, ist in vier Farbvarianten zu sehen.

Standbild aus dem Film «Der Zeit die Zeit geben. Franz Gertsch» (2023, Regie: Dana Maeder, 52 min., deutsch mit englischen oder französischen Untertiteln) © Museum Franz Gertsch
Mit dem dritten Ausstellungsraum hat die Werkgruppe der «Vier Jahreszeiten» aus der Sammlung von Willy Michel einen massgeschneiderten Raum bekommen, in dem sie ihre faszinierende Wirkung entfalten kann und dauerhaft präsentiert wird. Im Jahr 2007, damals 77jährig, begann Franz Gertsch mit der Arbeit am Zyklus der «Vier Jahreszeiten» – wohl wissend, dass er jeweils etwa ein Jahr Zeit für ein Gemälde benötigen würde. Anfang 2011 vollendete der Künstler seinen magistralen «Vier Jahreszeiten»-Zyklus mit dem Gemälde «Frühling». Der Zyklus kann zweifellos als Hauptwerk im späten Schaffen des Künstlers bezeichnet werden.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle.
mfg
Kontakt:
https://www.museum-franzgertsch.ch/de/ausstellungen/der-zeit-die-zeit-geben/
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Standbild aus dem Film «Der Zeit die Zeit geben. Franz Gertsch» (2023, Regie: Dana Maeder, 52 min., deutsch mit englischen oder französischen Untertiteln) © Museum Franz Gertsch
Kommentare von Daniel Leutenegger