12. Januar 2014
FRI ART: «Hannah Weinberger – Ferdinand Kriwet»
Ausstellung im FRI ART, Centre d'Art de Fribourg / Kunsthalle Freiburg, bis am 9. Februar 2014

Anlässlich ihrer ersten grösseren Ausstellung in der Westschweiz präsentiert Hannah Weinberger ein speziell für den ersten Stock der Kunsthalle konzipiertes Projekt. Im oberen Geschoss werden ältere Werke aus den 1960er-Jahren sowie neuere Produktionen von Ferdinand Kriwet gezeigt – es handelt sich dabei um seine erste Ausstellung in der Schweiz.
Hannah
Weinberger
Hannah Weinberger gehört jener Generation von Kunstschaffenden an, die die digitalen Technologien auf pragmatische Art und Weise verwendet. Sie betrachtet sie als Werkzeuge und nicht als faszinierende oder abzulehnende Gegenstände.
Mit ihrer akustischen Arbeit und ihren am Computer entstandenen Kompositionen schafft die Künstlerin immersive Installationen, die visuell nur über die Soundanlagen in Erscheinung treten.
Für die Besucherinnen und Besucher entsteht die sinnliche Erfahrung durch das Schlendern in der sich stetig verändernden Umgebung.
Hannah Weinberger arbeitet für bestimmte Projekte auch mit anderen Kunstschaffenden sowie mit Personen zusammen, die nicht im Kunstbereich tätig sind. Anlässlich der Performance-Serie an der Liste Basel 2013 hat sie beispielsweise mit einem lokalen Strassenmusiker, einem Panflötenspieler zusammengearbeitet.
Ferdinand
Kriwet
Mitte der 1960er-Jahre hat Ferdinand Kriwet mittels Filmen, Gemälden, Büchern, Installationen und verschiedenen Performances die experimentelle Poesie in den dreidimensionalen Raum des Museums, der Galerie, ja sogar des öffentlichen Raums gebracht.
In der ihm gewidmeten Fri Art-Ausstellung werden Künstlerbücher, Diapositiv-Installationen und Filme gezeigt, die Ende der 1960er-Jahre entstanden sind.
Daneben ist eine Serie von zehn visuellen Gedichten, die zwischen 1960 und 1963 per Stempelverfahren realisiert wurde, sowie eine Reihe von grossformatigen Künstlerbüchern zu sehen, die er in den letzten acht Jahren mit Hilfe eines Fotokopierers produziert hat.
Die Arbeit von Ferdinand Kriwet ist repräsentativ für die neue Durchlässigkeit, die im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen den Medien und den anderen Disziplinen entstanden ist. In dieser Zeit und bis Ende der 1970er-Jahre waren Kunstschaffende unablässig bestrebt, sich der räumlichen und institutionellen Konventionen ihrer Epoche zu entledigen.
Wie andere Denker und Künstler seiner Generation – beispielsweise Vito Acconci, Umberto Eco, Dick Higgins, Achille Bonito Oliva, Dieter Roth oder Daniel Spoerri – machte Ferdinand Kriwet seine ersten Erfahrungen auf dem Gebiet der konkreten Poesie; die Buchseite als eine Art Versuchsfeld in Miniaturformat, um die bestehende Ordnung zu durchbrechen und sich die verschiedensten Räume und Medien anzueignen.
fr
Kontakt:
http://www.fri-art.ch/index.php?lang=de#textbis92
Kommentare von Daniel Leutenegger