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11. November 2017

«HUNGER NACH BILDERN – MALEREI DER 1980er-JAHRE AUS DER SAMMLUNG»

Ausstellung im Kunstmuseum Olten, bis am 19. November 2017

Bild: Fischli/Weiss (Peter Fischli (*1952) und David Weiss (1946-2012)) Fieber, 1983, Polyurethanschaum und Dispersion, 187.5 x 133 x 146 cm, Kunstmuseum Olten, Inv. 1984.56, Ankauf 

In den 1980er-Jahren erobert eine neue Lust am spontanen Bildermachen die Kunst. Eine junge Generation von KünstlerInnen – von der Kritik als «Neue Wilde» oder «Neue Heftige» bezeichnet – bringt in einer bewusst subjektiven, gestisch-rauschhaften Malerei individuelle Befindlichkeiten, Begehren und Sehnsüchte zum Ausdruck. Analog zur bewegten Jugend- und Subkultur manifestieren sich darin die Forderung nach physischen und gedanklichen Freiräumen sowie ein gewachsenes Vertrauen in die schöpferische Kraft des Individuums.

Charakteristisch für die in diesem Klima entstehende neoexpressionistische Malerei sind grosse Formate, eine intuitive, körperbezogene und oft obsessive Arbeitsweise. Elementare Themen wie Angst und Sexualität werden neben Traumhaftem in heftigen Pinselstrichen und kräftigen Farben auf die Leinwand gebannt.

Auch abseits der Hauptbrennpunkte Zürich und Bern entstehen damals lebendige Kunst-Biotope – etwa in Olten, wo Martin Disler vor seinem internationalen Durchbruch zusammen mit Agnes Barmettler zu den treibenden Kräften einer experimentierfreudigen, schweizweit wahrgenommenen Kulturszene gehört. Die «gloriosen» Oltner Kunstjahre erleben 1984/85 mit dem temporären Kunsthallenprojekt «Kunst im Hammer» und der «5. Biennale für Schweizer Kunst» letzte Höhepunkte.

Die Sammlungsausstellung spürt diesen Ereignissen nach und präsentiert in einer wilden Zusammenstellung auf zwei Stockwerken Malerei der 1970er- und 1980er-Jahre mit Seitenblicken auf Zeichnung und Skulptur sowie Wegbereiter und Zeitgenossen der Jungen Wilden.

Anlass dafür sind wichtige Schenkungen und Deposita, die das Kunstmuseum Olten jüngst entgegennehmen durfte: Neben einem von den Freunden des Museums erworbenen Hauptwerk Martin Dislers (1949-1996) sind dies grössere Konvolute aus den Nachlässen des Zofinger Malers Jacques Knecht (1930-1988) und des Basler Künstlers Bruno Müller (1929-1989), die selbst zwar nicht zur Generation der Jungen Wilden gehören, in ihrer Expressivität jedoch eine ihnen verwandte künstlerische Sprache sprechen.

Zudem werden Werke zu sehen sein von Agnes Barmettler, Ruedi de Crignis, Marc-Antoine Fehr, Fischli/Weiss, Roland Flück, Max Hari, Otto Lehmann, Alois Lichtsteiner, Jörg Mollet, Josef Felix Müller, Dieter Roth, Roland Spielmann u. a.

kmo

Kontakt:

http://www.kunstmuseumolten.ch/

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 11. November 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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