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21. Februar 2019

«ISA GENZKEN»

Ausstellung in der Kunsthalle Bern, vom 23. Februar bis am 28. April 2019 – Eröffnung am 22. Februar 2019, ab 18 Uhr

Bild: Isa Genzken, 2009 – Foto: Hpschaefer – www.reserv-a-rt.de – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Genzgen-isa-140809-koeln-ludwigmuseum.jpg

Isa Genzken (*1948, Bad Oldesloe) vermag mit der Vielfalt ihres Schaffens immer wieder zu überraschen. Die Künstlerin hat seit den 1970er-Jahren in ihrer Arbeit verblüffende Wandlungen vollzogen und zugleich ein konsequentes Werk entwickelt. Ihre Praxis umfasst Fotografie, Film, Malerei und Arbeiten auf Papier; im Zentrum ihres Schaffens steht jedoch das Interesse am Potential von Skulptur, an den skulpturalen Aspekten von Architektur und Dingen.

Wie beeinflussen Architektur, Design und Kunstwerke eine Umgebung, wie prägen sie die eigene Selbstwahrnehmung? Es handelt sich um Fragen nach der Beziehung zwischen dem Individuum und der Welt, denen sie etwa in den zahlreichen Arbeiten, die das Fenster als Motiv aufgreifen, Ausdruck verleiht.

Genzkens Arbeiten können klein und modellhaft sein oder monumentale Dimensionen annehmen, wenn es sich um Werke für den öffentlichen Raum handelt. Skulpturen, die im Innenraum funktionieren, lassen sich oft in der Vorstellungskraft der BetrachterInnen vergrössert denken.

Genzken ist mit der Zeit gegangen und hat gleichzeitig ein ganz erstaunlich eigenständiges Werk entwickelt, eine Haltung, die dazu führte, dass sie einen kaum zu unterschätzenden Einfluss auf jüngere KünstlerInnen ausübt.

Im Video «Warum ich keine Interviews gebe» von 2003 befragt der Künstler Kai Althoff Genzken zu dem von ihr formulierten Anspruch, ihre Arbeit solle «modern» sein. Hat die Künstlerin in ihren Anfängen noch die Moderne und ihre Ausläufer reflektiert, verweist der Begriff in Bezug auf ihre gegenwärtige Arbeit eher darauf, wie zeitlos diese wirkt.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Bern konzentriert sich auf eine Präsentation von beinah vierzig Modellen ihrer Projekte für den Aussenraum seit den 1980er-Jahren. Es handelt sich um Arbeiten für öffentliche und private Aussenräume, von denen viele realisiert wurden, andere jedoch nicht umgesetzt werden konnten. Sie zeigen, wie feinfühlig, genau, poetisch und humorvoll Isa Genzken in ihren Arbeiten und Vorschlägen auf Stadträume und Architektur eingeht.

Anhand der Modelle entfalten sich aber auch Erzählungen über die mit Kunst im öffentlichen Raum verbundenen architektonischen Herausforderungen und Hürden, über die auszufechtenden Kämpfe und über die persönlichen Empfindlichkeiten jener, die über die Umsetzung der Werke entscheiden. Zudem kristallisiert sich an den Modellen auch heraus, wie Isa Genzkens Arbeit sich im Laufe der Zeit verändert hat und welche Werkstoffe sie in verschiedenen Phasen interessierten.

Die Modelle werden in der Ausstellung um eine Auswahl mit diesen korrespondierender Video-Arbeiten, Fotografien, Malereien, Collagen und Skulpturen bereichert. Sie eröffnen einen erweiterten Blick auf Isa Genzkens Faszination an städtischen Räumen, ihren Fassaden, den plastischen Qualitäten von Architektur und den architekturnahen Aspekten von Skulptur.

Gerade in den Video-Arbeiten glaubt man Genzken als Mensch zu erleben und tut es vielleicht auch. Noch mehr verdeutlichen diese theatralischen Inszenierungen aber, wie sehr in ihrem Werk selbst das scheinbar Beiläufige und Improvisierte immer die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der Kunst beinhaltet. Es sind im klassischen Sinne Dramen, in denen die Person nie direkt, sondern immer nur in der Übersetzung durch die Form der Maske sprechen kann.

khb

Kontakt:

https://kunsthalle-bern.ch/ausstellungen/2019/isa-genzken/

#IsaGenzken #KunsthalleBern #CHcultura @CHcultutaCH ∆cultura cultura+

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 21. Februar 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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