ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

23. Juni 2020

«PEDRO REYES. RETURN TO SENDER»

Ausstellung im Museum Tinguely Basel, vom 24. Juni bis am 15. November 2020

Bild: Pedro Reyes, Disarm Music Box (Glock/Mozart), Disarm Music Box (Beretta/Vivaldi), Disarm Music Box (Karabiner/Matter), 2020, Installationsansicht Museum Tinguely, (v.l.n.r.) Courtesy of the artist © 2020 Museum Tinguely, Basel; Foto: Daniel Spehr, für die Werke © Courtesy of the artist

Pedro Reyes (*1972, Mexiko-Stadt) verwendet in seinen Arbeiten Architektur, Skulptur, Video, Performance und Partizipation, um kollektive sowie individuelle Handlungsmacht in politischen, sozialen, ökologischen und pädagogischen Situationen zu befördern.

Schon in früheren Werken hat er mit Waffen gearbeitet, um systemische Probleme der Waffenindustrie aus einer pazifistischen Perspektive anzusprechen. In der für das Museum Tinguely neu produzierten Arbeit Disarm Music Box (2020) funktioniert er Waffenteile zu Musikspieldosen um, die Stücke aus deren Produktionsland spielen.

Dem Künstler geht es bei diesem «Upcycling-Prozess» darum, Instrumente des Todes zu Musikinstrumenten zu transformieren, die für Dialog und Austausch stehen. Neben der erstmaligen Präsentation von Disarm Music Box wird auch die Werkgruppe Disarm (Mechanized) II (2014) vom 24. Juni bis 15. November 2020 im Museum Tinguely zu sehen sein.

«Pedro Reyes. Return to Sender» ist die fünfte Ausstellung in einer Reihe, die im Dialog mit Jean Tinguelys Mengele-Totentanz (1986) steht.

Ein neues Werk für das Museum Tinguely

Die Einladung an Reyes, ein neues Werk für das Museum Tinguely zu konzipieren, knüpft an eine vorangegangene Arbeit von 2012 an. Für die Werkgruppe Disarm konnte der Künstler 6’700 im mexikanischen Drogenkrieg konfiszierte Waffen verwenden und sie zu Musikinstrumenten transformieren. In einer ersten Version (Disarm) schuf er Instrumente, die von befreundeten Musikern und Musikerinnen live bespielt werden konnten.

Darauf folgte die Konzeption eines mehrteiligen Waffen-Instrumenten-Ensembles Disarm (Mechanized) I, 2012-13, das mechanisiert und automatisiert perkussive Musikstücke spielt. Die Version von Disarm (Mechanized) II, 2014 wird als Teil der Ausstellung den Dialog mit Tinguelys Mengele-Totentanz (1986) aufnehmen: In benachbarten Räumen begegnen sich Tinguelys Totalitarismus-Kritik und Reyes kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftszersetzenden Austauschprozessen von Drogen und Waffen in einem schauderhaften Totentanz.

«Weapons are the rule of fear, and music is the rule of trust […].»

Erstmals internationale Aufmerksamkeit erregte Reyes 2008 mit dem Projekt Palas por Pistolas, für das er mit den lokalen Behörden von Culiacán, Mexiko, zusammenarbeitete, um Waffen aus der Bevölkerung gegen Haushalts- und Elektroartikel einzutauschen. Die Waffen wurden eingeschmolzen und zu 1’527 Schaufeln gegossen, um damit eine gleiche Anzahl von Bäumen zu pflanzen. Diese Aktionen wurden seither sowohl im lokalen Umfeld als auch mit internationalen Kulturinstitutionen weitergeführt. Im Zusammenhang mit Reyes Ausstellung «Return to Sender» im Museum Tinguely wird dieses Projekt mit der Neupflanzung eines Kastanienbaumes direkt vor dem Museumseingang im Herbst 2020 eine Fortsetzung finden.

Beide Projekte, Palas por Pistolas und Disarm, entstanden aus der spezifischen Situation des mexikanischen Drogenkrieges heraus. Die Kommerzialisierung und Verbreitung von Waffen ist allerdings ein weltweites Problem, das Reyes mit den neuen Arbeiten Disarm Music Box (2020) in den Fokus nimmt. Damit kritisiert er aus einer pazifistischen Perspektive die stets weitergehende Akkumulation von Waffen in der Welt. In dieser neu geschaffenen Werkgruppe werden Waffen von spezifischen Herstellern – es gibt sie fast in jedem Land der Welt – erworben und anschliessend zerstört, um aus ihren Läufen Klangkörper zu schaffen, die in neu kreierten Musikspieldosen eingesetzt werden. Sie spielen bekannte, klassische Musikstücke aus den Herkunftsländern der Fabrikanten.

Mozarts Komposition wird in einer Spieldose mit Waffenteilen von Glock-Pistolen erklingen, Vivaldi mit Beretta-Läufen und für den Schweizer Liedermacher Mani Matter hat Reyes Karabiner gewählt.

Es geht ihm darum, ein «Upcycling» zu betreiben – ein Instrument des Todes zu einem Musikinstrument zu transformieren, das für Dialog und Austausch steht. Er unternimmt diesen Transformationsprozess mit der Überzeugung, dass der physische Akt immer auch von einem ideellen begleitet ist, und er appelliert an die spirituelle Dimension dieser quasi-alchemistischen Operation hin zum Guten.

Pedro Reyes im Dialog mit Tinguelys Mengele-Totentanz

Die Ausstellung «Pedro Reyes. Return to Sender» ist die fünfte Ausstellung in einer Reihe, die jeweils besondere Aspekte von Tinguelys Mengele-Totentanz (1986) in den Vordergrund stellt.

Bei Jérôme Zonder stand 2017 die Totalitarismus-Kritik im Zentrum, bei Gauri Gill 2018 der Vanitasgedanke des Memento Mori zwischen Geburt und Tod; Lois Weinberger eröffnete 2019 einen Dialog rund um zwei unterschiedliche Bauernhaus-Biografien, der Aberglaube und Katholizismus in Bezug setzte; mit Tadeusz Kantor wiederum waren es der Totentanz und sein Theater des Todes, die einen werkübergreifenden Austausch ermöglichten.

Kunst und Gesellschaft

Pedro Reyes Projekte vollziehen sich im Spannungsfeld eines sozial geprägten Architekturverständnisses, der sinnlichen und symbolischen Dimension des Plastischen und einer dezidiert politischen Haltung, die radikal humanistisch und marxistisch ausgerichtet ist. So zeigte er zum Beispiel 2012 an der documenta 13 die Arbeit Sanatorium, einen Erste-Hilfe-Pavillon für Zivilisationskrankheiten wie Stress oder Angst, die auf spielerische, aber doch sozial verbindliche und verbindende Weise vielerlei Therapien basierend auf Schamanismus, Kognitionsforschung oder Beziehungsberatung anbot.

Im Museum Tinguely war er bereits 2016 im Rahmen der Ausstellung «Prière de toucher – Der Tastsinn der Kunst» mit der Arbeit Cuerpomático II (2015) vertreten, einem Werkzeugkasten, der sinnliche Objekte der Berührung präsentierte.

Die Ausstellung wird kuratiert von Roland Wetzel, Direktor des Museum Tinguely, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Der Künstler wird im Laufe der Ausstellung, nachdem die aktuellen Reiseeinschränkungen aufgehoben sind, für ein Künstlergespräch nach Basel kommen.

Publikation

Die im Stil der Merkblätter der Schweizerischen Armee gehaltene Broschüre begleitet die Ausstellung im Museum Tinguely und erläutert mit einem ausführlichen Interview mit Pedro Reyes die Entstehung der neuen Werkgruppe und ihre Kontextualisierung im Werk des Künstlers.

mtb

Kontakt:

https://www.tinguely.ch/de.html 

#PedroReyes #ReturnToSender #TinguelyMuseumBasel #RolandWetzel #DisarmMusicBox #Disarm #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

pedro reyes

Bild: Pedro Reyes, Disarm (Mechanized) II, 2014, Installationsansicht Museum Tinguely Courtesy of the artist © 2020 Museum Tinguely, Basel; Foto: Daniel Spehr, für die Werke © Pedro Reyes, Courtesy Lisson Gallery

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 23. Juni 2020
  • Museum, Ausstellung, Galerie

Vorheriger Beitrag

LEITBILD FÜR BERUFSVERBAND t. THEATERSCHAFFENDE SCHWEIZ

Nächster Beitrag

DIE KLANG- UND KUNSTRÄUME DER CHARLOTTE HUG

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • hatehelp.ch
    HILFE BEI BESCHIMPFUNG, BELÄSTIGUNG UND BEDROHUNG IM NETZ

    28. Oktober 2026

  • © Jérôme Leuba, battlefield #151 / 4 Propositions – Cleaning, 2022, aufgeführt anlässlich des Swiss Performance Art Award, Kunstmuseum Luzern - Foto: Jérôme Leuba
    EIN HANDBUCH ZUR FRAGE «WIE SAMMELT MAN LIVE-PERFORMANCES?»

    28. Oktober 2026

  • Cyprien Lengagne - Foto: © Oliver Röcke
    DER SCHWEIZER CYPRIEN LENGAGNE GEWINNT DEN DOMNICK-CELLO-WETTBEWERB 2026

    28. Oktober 2026

  • Fernsehen SRF, «Antenne», 25.03.1974, 5 min, Musikalischer Ausklang mit Miriam Klein https://www.srf.ch/play/tv/antenne/video/musikalischer-ausklang-mit-miriam-klein?urn=urn:srf:video:2532e5d8-26f4-4309-b8de-0f18e92b5d0b
    DIE SCHWEIZER JAZZSÄNGERIN MIRIAM KLEIN IST GESTORBEN

    28. Oktober 2026

  • Daniel Furter - Foto: © Marco Zanoni
    DIREKTION ALPS ALPINES MUSEUM DER SCHWEIZ IN BERN: DANIEL FURTER FOLGT AUF BEAT HÄCHLER

    27. Oktober 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>