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19. September 2018

ZUM 150. GEBURTSTAG DES KÜNSTLERS: «FREUNDSCHAFT UND VERWURZELUNG. CUNO AMIET ZWISCHEN SOLOTHURN UND DER OSCHWAND»

Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, vom 22. September 2018 bis am 6. Januar 2019 - Vernissage: 22. September 2018, 17 Uhr

Bild: Cuno Amiet, Zinnienbeet, 1912, Öl auf Leinwand, 91,5 × 98,5 cm, Privatbesitz, © D.Thalmann, Aarau  

Mit einer thematischen Ausstellung begeht das Kunstmuseum Solothurn den 150. Geburtstag des Solothurner Künstlers Cuno Amiet (1868-1961). Der Ausstellungstitel unterstreicht den geografisch-biografischen Fokus der Ausstellung, die sich den beiden wichtigsten Orten des Künstlers widmet, seiner Heimatstadt Solothurn und seinem langjährigen Wohnort Oschwand.

Eine kleine Werkgruppe bezieht sich auf den Weiler Hellsau, wo Amiet mit seinem Lehrer Frank Buchser (1828-1890) malt und seine spätere Frau Anna kennenlernt.

Obwohl Werke aus verschiedenen Schaffenszeiten, von den ersten Gemälden des Jugendlichen bis zu den eindrucksvollen Alterswerken, in chronologischer Folge präsentiert werden, handelt es sich nicht um eine klassische Retrospektive. Vielmehr soll die Jubiläums-Ausstellung den berühmten Maler von einer privaten Seite zeigen.

Daher ermöglicht die Motiv-Auswahl auch vor allem einen Blick auf seine Nächsten und Liebsten, auf Haus und Garten. Zur intimen Atmosphäre trägt eine reiche Auswahl von persönlichen Dokumenten bei: vom Künstler illustrierte Postkarten, persönliche Briefe oder Fotos aus dem Familienarchiv.

Kunst und Leben stehen bei Cuno Amiet in enger Verbindung. Daher bietet sich das Erzählen einer «Lebensgeschichte» in Kapiteln an. Dazu wurde eine zweiteilige Präsentationsform gewählt: Die Hängung der Gemälde in herkömmlicher Reihung wird mit farbigen Wandfeldern unterteilt und strukturiert. Auf diesen werden mit Texten und Dokumenten die biografischen Hintergründe beleuchtet. Jedes Feld widmet sich einem neuen Thema, das sich nicht nur in den Exponaten der jeweiligen Wandstücke und ihrer Vitrinen, sondern auch in den benachbarten Gemälden zeigt.

Dokumentarische Fakten, zumeist in Schwarz-Weiss, begegnen ihrer farbsprühenden künstlerischen Umsetzung und verbinden sich zu einem faszinierenden Gesamtbild von grosser Dichte.

Die persönliche Geborgenheit wird oft mit Motiven räumlicher Geschlossenheit und Nähe verbildlicht. Dafür steht v.a. das Leitmotiv des Gartens, den Amiet als irdisches Paradies sucht und in seiner Kunst feiert. Vieles spricht dafür, dass er den mit grossem Aufwand unterhaltenen Garten auf der Oschwand vor allem angelegt hat, um mit ihm ein stets verfügbares, immer neu sich zeigendes Sujet für seine Malerei zu schaffen: Amiets Oschwand gleicht dem Giverny von Claude Monet (1840-1926).

Eine Auswahl von Gartenbildern gehört denn auch zu den Höhepunkten der Ausstellung. Sie finden ihren Abschluss im berührenden Spätwerk, in dem der irdische Garten zunehmend als himmlisches Paradies empfunden wird.

Neben den Gartenbildern ziehen sich auch Amiets Selbstbildnisse und die Porträts seiner Frau Anna leitmotivisch durch die Ausstellung. Sie unterstreichen nicht nur den privaten Charakter, sondern schlagen zugleich den zeitlichen Takt der «Erzählung».

Die Ausstellung umfasst rund 100 Gemälde von Cuno Amiet. Daneben werden in konzentrierter Form auch Arbeiten auf Papier und Skizzenhefte des Künstlers sowie Werke anderer Maler, etwa seines Lehrers Frank Buchser sowie seiner Schülerinnen und Schüler Frieda Liermann (1877-1958), Bruno Hesse (1905-1999) oder Peter Thalmann (1926-2008) gezeigt.

Die Werke aus der eigenen Sammlung werden in reicher Zahl ergänzt durch Leihgaben der Fondation Cuno Amiet, mit der das Museum in enger Partnerschaft verbunden ist, sowie aus verschiedenen Museums- und Privatsammlungen.

Christoph Vögele

Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit Texten von Patricia Bieder, Anna Bürkli, Robin Byland, Daniel Thalmann und Christoph Vögele (Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 136 Seiten, Fr. 38.-)

Kontakt:

http://www.kunstmuseum-so.ch/freundschaft-und-verwurzelung-cuno-amiet-zwischen-solothurn-und-der-oschwand-zum-150-geburtstag-des-kuenstlers

cuno amiet garten

Bild: Cuno Amiet, Garten I, 1914, Öl auf Leinwand, 170 × 140 cm, Privatbesitz, © D.Thalmann, Aarau  

cuno amiet selbstbildnis

Bild: Cuno Amiet, Selbstbildnis mit Apfel, 1901/02, Öl auf Leinwand, 64 × 54 cm, Kunstmuseum Solothurn, Leihgabe aus Privatbesitz, 2002, © D.Thalmann, Aarau  

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. September 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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