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9. März 2018

SCHWEIZER MUSIKMARKT DREHT INS PLUS: JAHRESZAHLEN 2017

Die knapp 40 in der IFPI Schweiz zusammengeschlossenen Musiklabels haben 2017 einen Gesamtumsatz von CHF 88.1 Mio. erzielt, 4% mehr als im Vorjahr. Die im Vorjahr begonnene Erholung des Musikmarktes setzt sich damit fort. Wachstumsmotor ist das Streaming-Segment, während die Umsätze aus dem Download sowie den physischen Tonträgern wie der CD zurückgehen.

Digitalmarkt: Wachstum dank Streaming

Die Umsätze aus Audio- und Videostreaming legten gemäss IFPI Schweiz um 50% auf CHF 34.4 Mio. zu und trugen damit 39% zum Gesamtmarkt bei. Demgegenüber setzte sich der Rückgang beim Downloadgeschäft fort, das noch CHF 18.1 Mio. umsetzte (-17%) und damit bereits deutlich hinter das Streamingsegment zurückfiel.

Unter dem Strich legte das Digitalgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 18% auf CHF 52.5 Mio. zu, entsprechend 60% des Gesamtumsatzes.

Ivo Sacchi, Präsident IFPI Schweiz und Managing Director Universal Music Switzerland kommentiert diese Entwicklung: «Es ist beeindruckend, wie schnell die Ablösung im Digitalmarkt verläuft: Generierte Streaming vor fünf Jahren noch kaum Umsatz, war es 2017 bereits praktisch gleich viel wie beim Download in dessen bestem Jahr, 2012» (CHF 36.8 Mio.).

Physische Tonträger: CD weiter rückläufig, Vinyl nochmals im Plus

Der Umsatz aus dem Verkauf von CDs und anderen physischen Tonträgern ist auch 2017 um 11% gesunken und trug noch CHF 35.6 Mio. zum Gesamtumsatz bei (entsprechend 40% des Gesamtmarktes). Dieser Umsatzrückgang war zu erwarten und entspricht dem allgemeinen Trend der Ablösung der CD durch den Musikkonsum im Internet. Dennoch bleibt die CD auf absehbare Zeit für den Musikmarkt wichtig.

Das seit einigen Jahren andauernde Vinyl-Revival widerspiegelt sich im Umsatzanstieg bei Vinyl um 10% auf CHF 4,1 Mio., entsprechend 4,7% des Gesamtmarktes. Ein höherer Umsatz wurde mit Vinyl letztmals 1991 erzielt.

Videostreaming erreicht nur Vinyl-Niveau

Auffällig ist, dass die Einnahmen der Musiklabels aus der Werbung auf YouTube-Channels immer noch hinter den Erwartungen zurückbleiben: Zwar haben sich hier die Einnahmen 2017 mehr als verdoppelt (+125%) und betrugen CHF 4 Mio., sie bleiben damit aber sogar hinter den Vinylumsätzen zurück und steuern nur rund 4,6% zum Gesamtmarkt bei.

Angesichts des hohen Musikkonsums auf YouTube und Vevo ist dieser Umsatz erstaunlich gering, wie Lorenz Haas, Geschäftsführer von IFPI Schweiz, meint: «Weil diese Plattformen nicht selbst, sondern durch ihre User Musikvideos anbieten, stellen sie sich auf den Standpunkt, von den Rechteinhabern keine Erlaubnis zu benötigen und beteiligen sie mehr oder weniger einseitig an ihren Werbeeinnahmen. Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen – allenfalls wird man über eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz nachdenken müssen.»

cp

Kontakt:

https://www.ifpi.ch/

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 9. März 2018
  • Musikproduktion, -verlag und -vertrieb

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