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29. Mai 2016

AUDIOVISUELLES GEDÄCHTNIS DER TSCHETSCHENIENKRIEGE IN BERN UND TEILWEISE ONLINE

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), unterstützt von FriedensFrauen Weltweit und Reporter ohne Grenzen Schweiz, hat 1'270 Videosequenzen, die von Menschenrechtsaktivisten aufgenommen und in die Schweiz in Sicherheit gebracht wurden, systematisch aufgearbeitet. Das Archiv ist eine wichtige Grundlage für die juristische und historische Aufarbeitung der Kriege sowie im Kampf gegen die Straflosigkeit und das Vergessen.

Bild: Vermisste Söhne – Foto: GfbV, http://www.chechenarchive.org/

Die tschetschenische Menschenrechtlerin Zaynap Gashaeva sowie andere Menschenrechtsaktivistinnen, Journalisten und Dokumentarfilmerinnen erfassten und filmten Kriegsverbrechen, die während der Kriege zwischen 1994 und 2006 insbesondere durch die russische Armee begangen wurden.

Die Videos beinhalten Interviews mit Zeuginnen, Soldaten, Journalistinnen und Opfern respektive deren Familienangehörigen sowie Filmaufnahmen von zerstörten Orten. Darunter sind auch einmalige Aufnahmen der russischen Journalistin Anna Politkowskaja, die 2006 vor allem wegen ihres Tschetschenien-Engagements ermordet wurde.

Die Videos wurden während Jahren versteckt und später ausser Landes gebracht. Der Verein Chechen Archive, bestehend aus der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), FriedensFrauen Weltweit und Reporter ohne Grenzen Schweiz, analysierte, restaurierte und digitalisierte diese Videos mit der Unterstützung von Memoriav und schuf damit ein umfassendes Archiv und zugleich ein beklemmendes Zeugnis dieser Kriege.

Zum Schutz der Zeuginnen und Zeugen schaltet der Verein lediglich eine textbasierte Datenbank mit den wichtigen Informationen der Videos öffentlich; die Videos selber und sensible Informationen werden nur auf Anfrage und nach Überprüfung zugänglich gemacht.

Quelle/ Mehr:

http://memoriav.ch/bedeutendstes-videoarchiv-der-beiden-kriege-in-tschetschenien-online/

Kontakt:

http://www.chechenarchive.org

Zum Thema:

Radio SRF, Echo der Zeit vom 29.5.2016

Brisantes Tschetschenien-Archiv geht online

In Bern lagern an einem geheimen Ort Hunderte von Videosequenzen, Fotos und Zeugenaussagen aus den beiden Tschetschenienkriegen. Die brisanten Dokumente aus der Zeit zwischen 1994 und 2009 könnten dazu dienen, hohe Militärs und Politiker in Russland und Tschetschenien vor Gericht zu ziehen.

Ein Teil davon ist nun online abrufbar.

Judith Huber

http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=cefe08e2-a02c-49c9-90de-d742525fa000

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 29. Mai 2016
  • Politik und Gesellschaft

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