23. Dezember 2024
WECHSEL UND WANDEL BEI PUBLIKUMSRAT SRG.D
Nach 32 Jahren und über 600 Beobachtungen hat sich das bisherige Gremium des Publikumsrats SRG.D mit einer Besprechung der reichhaltigen SRF-Themenwoche über Künstliche Intelligenz verabschiedet. Der Publikumsrat SRG.D wird im kommenden Jahr unter gleichem Namen, aber mit einem neuen Konzept, mit einem neuen Team und in völlig neuer Form an den Start gehen.

Bild: © SRG.D/Illustration Cleverclip
Neues Leitungsteam für neu geschaffenen Resonanzraum der SRG Deutschschweiz
Bereits an seiner Sitzung vom 5. September 2024 hat der Regionalrat der SRG Deutschschweiz im Rahmen der Neuausrichtung des Publikumsrats das Leitungsteam für den zukünftigen Resonanzraum gewählt. Es handelt sich dabei um Arbela Statovci, selbständige Kommunikations- & Finanzexpertin KMU, Eveline Hipeli, Kommunikationswissenschaftlerin und Medienpädagogin, Nicolas Solenthaler, Politikwissenschaftler und Projektleiter im Bereich Klima & Energie und Christof Thurnherr, Ombudsmann und Friedensrichter.
Die Neuausrichtung des Publikumsrats der SRG Deutschschweiz wurde vom Regionalvorstand im Juni 2022 angestossen. Im Juni 2023 wurden die Eckpunkte des Transformationsprojektes verabschiedet und im Dezember 2023 stimmte der Regionalrat der notwendigen Statutenrevision zu.
Die SRG Deutschschweiz setzt sich für eine starke Verankerung des Vereins SRG SSR und von SRF in der Deutschschweizer Bevölkerung ein. Mit dem Resonanzraum soll ein Gefäss für den Dialog über Medien und Gesellschaft geschaffen werden. Es sollen möglichst viele Menschen, die hier leben, in die Diskussion eingebunden werden. Der Auftrag ist es, «die Vielfalt unserer Gesellschaft breit abzubilden und das Verständnis für die Unverzichtbarkeit des medialen Service public in der Deutschschweizer Bevölkerung zu fördern.» Der Resonanzraum löst ab anfangs 2025 die bisherige Form des Publikumsrats der SRG Deutschschweiz ab.
Quelle:
Zur SRF-Themenwoche «KI und wir»
Die Mitglieder des alten Gremiums setzten sich an ihrer letzten Sitzung im Dezember 2024 mit dem zukunftsträchtigen Thema «Künstliche Intelligenz» auseinander, dem SRF auf allen Kanälen und in einer Vielzahl von Sendungen Beachtung verschaffte. Der Publikumsrat hätte gerne noch mehr über den konkreten Einsatz der neuen Technologien im Alltag und besonders bei SRF erfahren.
In zahlreichen Sendungen und Sendegefässen befasste sich SRF in der Woche vom 17. bis 24. November mit dem Thema «Künstliche Intelligenz». Den Höhepunkt der Themenwoche bildete ein «Einstein-Spezial» am Mittwoch, 21. November 2024: In der Live-Sendung aus der ETH sollte KI erfahrbar gemacht werden. Daneben beleuchteten serielle Formate in den News-Sendungen und Beiträge in «Puls», «Rundschau», «Kassensturz» und «Kulturplatz» etc. das Thema aus ihrer Perspektive. Dokumentarfilme, Diskussionsrunden im Radio und eine eigene Landingpage im Netz rundeten das Angebot ab und versprachen ein Highlight auf allen Kanälen.
Das Interesse der Publikumsratsmitglieder am Thema war von Anfang an gross, ebenso waren es die Erwartungen an die Programmschaffenden von SRF. Im Austausch mit den Ratsmitgliedern betonten diese, dass es ihr Anliegen gewesen war, KI für das breite Publikum nicht nur zugänglich, sondern vor allem erfahrbar zu machen. Weniger die Diskussionen über Chancen und Risiken sollten im Vordergrund der meisten Sendungen stehen als vielmehr praktische Beispiele aus dem Alltag, anhand derer die neuen Technologien nachvollziehbar werden sollten.
«Bester Service public»
Die Reaktionen der Ratsmitglieder zeigten, dass die Diskussion über positive und negative Aspekte der KI-Entwicklung durch den praxisorientierten Zugang der Sendungsmachenden «nicht gebremst, sondern sogar gefördert wurde. Das Publikum erhielt zahlreiche, vielfältige und anregende Einblicke in die verschiedenen Möglichkeiten, wie KI in der Forschung, der Medizin, der Technik, aber auch in Gebieten wie der Kunst und der Philosophie eingesetzt werden kann». Viele Rät:innen empfanden die Breite der Berichterstattung als mutig, gab es doch kaum ein Sendegefäss bei Radio und Fernsehen, das sich nicht an der Themenwoche beteiligte. Auch wer nichts vom Schwerpunkt gewusst hatte, sei unweigerlich damit in Berührung gekommen und habe Neues erfahren sowie spannende Einblicke erhalten können: Das sei «bester Service public».
Dennoch vermissten einige Ratsmitglieder angesichts der Tragweite, die das Thema im Alltag und für die Zukunft hat, die Themen Nachhaltigkeit und Energieverbrauch sowie Debatten über die Auswirkungen des steigenden Gebrauchs von KI in der Gesellschaft, der Politik, auf dem Arbeitsmarkt und ganz besonders in den Medien und bei SRF.
Umgang mit KI: «Transparenz ist entscheidend für Vertrauensbildung»
SRF wird vom Publikumsrat dafür gelobt, «dass es sich als Medienunternehmen transparent mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzt, sich an strenge Leitlinien hält und KI-Anwendungen entsprechend kennzeichnet.» Allerdings hätte man diesbezüglich gerne mehr erfahren: «Wie kontrollieren die Redaktionen von SRF (und anderen Medien!) am konkreten, aktuellen Beispiel, ob ein Bild oder eine Nachricht gefälscht sind, und wie oft kommen solche Manipulationsversuche heute bereits vor? Der Spürsinn der Ratsmitglieder – und hoffentlich vieler Menschen vor dem Fernseh- oder Radiogerät und online – wurde durch die hervorragend gestaltete Themenwoche jedenfalls geweckt. Ebenso wie der Wunsch nach regelmässigen Updates zu diesem wichtigen Thema.» Diese werden weiterhin auf der Website srf.ch/ki zu finden sein.
Quelle:
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Kommentare von Daniel Leutenegger