Denise Wick Ross (Bild) – Sängerin und Texterin der HORA’BAND und zuvor langjähriges Mitglied des Schauspielensembles Theater HORA – ist am 23. November 2024 überraschend gestorben. Denise war das dienstälteste Mitglied von Theater HORA. «Mit Denise verlieren wir eine grosse, wunderbare, unangepasste und vielschichtige Künstlerin – ein HORA-Urgestein.», schreibt das Theater HORA auf Instagram und Facebook.

Bild: Denise Wick Ross – Foto: © Theater HORA, https://hora.ch/menschen_liste/#hora_menschen-21
Denises Bühnenkarriere reicht weit zurück – bis ins Jahr 1998, wo sie erstmals als HORA-Schauspielerin in Erscheinung trat. Dann, ab 2004, wurde sie zum Herz und Gesicht der HORA’BAND. Für unglaubliche 20 Jahre! Unvergesslich ihre Konzerte, ihre Texte und Aufnahmen, mit denen sie diese Band und ihren Sound geformt und uns in ferne Welten entführt hat. Noch vor wenigen Tagen – am 8. November – stand sie zum letzten Mal in den Vidmar-Hallen in Bern auf der Bühne – anlässlich der Uraufführung des inklusiven Bühnenwerks «The Big Ensemble».
Denise war eben Künstlerin durch und durch. Über ihre Arbeit bei HORA meinte sie einmal: «When I was a child, I had dreamed of being a nurse, actress and singer musician. I was diplomed as a nurse, and HORA was an additional chance to be the other» [«Als Kind habe ich davon geträumt, einmal Krankenschwester, Schauspielerin und Singer-Songwriterin zu werden. Ich wurde dann diplomiert als Krankenschwester, und das Theater HORA war die zusätzliche Gelegenheit, auch das Andere zu sein»].
Wir sind Dir, liebe Denise, zutiefst dankbar für die jahrzehntelange Zusammenarbeit, Deine Kunst und all die wunderbaren Welten, die Du uns erschlossen hast. Du wirst uns sehr fehlen. Gute Reise.
Theater HORA
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Eine der mich am meisten berührenden Sängerinnen ist diese Woche gestorben: Denise Wick Ross von der HORA’BAND
Ihre rätselhaft schönen Texte sang sie fast beiläufig über die punktgenauen Arrangements von Roland Strobel, und es wurde klar, da hat jemand die Welt besser verstanden als wir alle.
Als ich sie einmal nach einem Konzert tief berührt einfach ansprechen musste und ihr hilflos die richtigen Worte suchend zu erklären versuchte, was sie alles in mir alles ausgelöst hatte, lächelte sie mich nur wissend an und entfernte sich dann, um eine Zigarette zu rauchen. Dass jemand solche Lieder singt auf eine solche eigene Art war mir Trost.
Marc Unternährer
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Die grossartige HORA’BAND-Künstlerin Denise Wick Ross ist anfangs diese Woche gestorben. Eine Rieseninspiration und eine wahre Ikone ist von uns gegangen. Anfang 2018 bis Ende 2019 war ich gemeinsam mit der HORA’BAND und dem Theater HORA mit dem Bob-Dylan-Stück als Bassistin mit auf Tournee. Denise hat in diesem Stück volle Kanone abgeräumt als Schauspielerin und Musikerin. Sie war der Star der Show. Jeden Abend sass sie nach dem Auftritt in den Foyers der Theater oder Clubs und signierte Dutzende von ihren Büchern. 2021 haben Michel und ich die HORA’BAND recorded für einen Live eingespielten Song für den «Heitere Sampler». Auch da hat Denise in gewohnter Manier brilliert in ihrer sehr eigenen poetischen Rätselhaftigkeit … wir waren hin und weg von diesem einzigartigen Spirit.
Die ursprünglich aus den Südstaaten der USA stammende Denise war wohl die mit Abstand eigenwilligste Sängerin und Texterin und Songwriterin der Schweiz mit der schrägsten, inspirierendsten und freiesten Herangehensweise. Kettenrauchende Tagträumerin mit einem verdammt klaren Blick auf unsere Welt: «We need to learn pacifism on the Pale Blue Dot».
Diese Mischung aus Licht und Schatten, die drehleierartige, stets nahe am Abkratzen der Stimme schleifende Intonation, die fast nebelartige Zartheit, das Dunkle im Bunten … Diese mich endlos begeisternde tonale Schlampigkeit kombiniert mit einer tiefen Sinnlichkeit der Texte.
Es ist und bleibt ein Wunder und einer der lebendigsten und schönsten Beweise, dass Kunst keine Schule braucht, um ins Herz zu treffen – Kunst braucht Menschen wie Denise! (…)
Nadja Zela
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Das pulsierende Herz der Band
Sie scheint wahrhaftig ihr eigenes Universum zu bewohnen — ihre Songtexte «I’m holding on a moonbeam», «Heaven’s shoals», «Dream weaver» etc. erzählen ja auch davon. Ihr Gesang fesselt unmittelbar. Es ist, als hören wir der Zeit beim Arbeiten zu. So statisch, so unendlich, so unantastbar, ewig. So sicher, dunkel und hell gleichsam, so langsam, so alles. Während Denise singt, hören und fühlen wir die Zeit vergehen.
Zitat Webseite der HORA’BAND
Audios / Videos:
MAGIC GOLD ROCK
https://www.youtube.com/watch?v=7Mmb_xUbVzE
Hora’Band – Lovelight
https://www.youtube.com/watch?v=BACKJgPh8mY
Diverse:
HORA’BAND hören:
https://hora.ch/horaband-hoeren/
HORA’BAND @ El Lokal 2014
Mehr:
https://www.tabulamusica.ch/the-big-ensemble
http://www.ellokal.ch/?lang=de&details=46
http://www.ellokal.ch/?details=714
https://www.nga.ch/sits/Stanser%20MT/Stanser%20MT%202017/hora_band_smt_2017.html
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Bild: Denise Wick Ross – Foto: © Alles muss raus! Lebenshilfe Westpfalz e.v.
Kommentare von Daniel Leutenegger