3. September 2015
«Flüemiswil»: Eine berndeutsche Romanze
Radio SRF 1, «Schnabelweid» vom heutigen Donnerstag, 21.03 Uhr

Bild: Martin Rindlisbacher – Foto © SRF
In Martin Rindlisbachers Mundart-Roman wird ein halbes Dorf durch die Liebe gezähmt.
Im Zentrum der Handlung steht Düss, ein verkrachter Theologiestudent, ein Frauenverführer und Professorenschreck. Düss verhilft seinem Studienfreund Matthias trickreich zu seiner ersten Pfarrstelle in Flüemiswil. Danach bricht er aber mit allen und irrt durch das Bernbiet und durch halb Frankreich, bevor er sein Glück nach einem dramatischen Showdown doch noch findet – in den Armen der von ihm früher geschwängerten Nora.
Aus der Tragödie wird eine Romanze
Dieses harmonische Ende unterscheidet sich von der Novelle «Düss» des
Mundartautors Rudolf von Tavel, die für Rindlisbachers «Flüemiswil» die Vorlage
war. Bei von Tavel geht Düss, dieser dunkle Charakter, dieser «lärmig Ängel uf
Irrfahrt», wie ihn Rindlisbacher nennt, elend zugrunde.
Er habe die romantische Umschreibung des Schlusses gebraucht, erklärt Rindlisbacher, um für sich ein Gegengewicht zu schaffen zu den traurigen Existenzen, die er bei seiner täglichen Arbeit in einem geschlossenen Heim für gestrandete Mädchen erlebt habe. So sei es auch zu erklären, dass am Ende halb Flüemiswil geläutert sei durch Liebe und Familienglück.
srf
Redaktion: Markus Gasser
Buchtipp:
Martin Rindlisbacher: Flüemiswil. E lärmigen Ängel uf Irrfahrt. Roman nach der Novelle «Düss» von Rudolf von Tavel. Verlag Fluhdesign, 2015.
Radio-Link:
http://www.srf.ch/sendungen/schnabelweid/flueemiswil-eine-berndeutsche-romanze
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Kommentare von Daniel Leutenegger