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30. März 2010

Hanna Johansen und Reto Hänny im Schweizerischen Literaturarchiv

Das Schweizerische Literaturarchiv der Nationalbibliothek (SLA) hat im vergangenen Jahr eine Reihe wichtiger Sammlungen erworben. Darunter befinden sich die Archive von Hanna Johansen (Bild) und Reto Hänny sowie die Kunstsammlung von Georges Borgeaud.

Hanna Johansen, 1939 in Bremen geboren, lebt seit Jahrzehnten in Kilchberg bei Zürich, wo ihr literarisches Werk hauptsächlich entstanden ist. Sie ist eine der vielseitigsten und produktivsten Schweizer Schriftstellerinnen und eine der wenigen, die sowohl Bücher für Erwachsene wie Kinder- und Jugendliteratur verfasst. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie im Jahr 2008 den Kunstpreis der Stadt Zürich. Ihr Archiv umfasst Briefe und literarische Dokumente wie Notizbücher, Manu- und Typoskripte von den frühen Erzählungen und den ersten Werken bis zu «Der schwarze Schirm», 2007.

Zu den sorgfältigsten Kalligraphen unter den Schweizer Schriftstellern gehört der 1947 im Kanton Graubünden geborene Reto Hänny, dieses Schreibverfahren nennt der Autor «Übermalung». Unter dem Eindruck der Repressionen während der Zürcher Jugendunruhen von 1980 verliess er die Schweiz und liess sich in Berlin nieder. Literarisch verarbeitete er diese Ereignisse in «Zürich, Anfang September» (1981) auf der Grundlage seines «Knasttagebuchs». Sein Archiv umfasst Briefe und literarische Dokumente wie Arbeitsbücher, Manu- und Typoskripte. Diese zeigen die Kontinuität seiner Arbeit zwischen dem Erstling «Ruch» (1979) und der neuen Fassung von «Flug» (2007), wofür er den Buchpreis des Kantons Zürich erhielt. Ausserdem ist seine Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, Musikern und Filmern dokumentiert.

Lange Zeit war er ein Geheimtipp unter den Schweizer Literaten: der 1946 in Zürich geborene Bruno Steiger. Sein Werk umfasst rund ein Dutzend Titel, vor allem Romane, aber auch Erzählungen und Essays. Jüngst ist von ihm der Essayband «Zwischen Unorten. Über Literatur und Kunst» erschienen. Das Archiv umfasst unter anderem Manuskripte, handschriftliche Arbeitshefte mit collagiertem Material, die Typoskripte zu seinem publizierten und unpublizierten Werk sowie zu Buchprojekten, auch zu Gemeinschaftsprojekten mit Künstlern.

Als Schenkung der Fondation Calvignac gelangte die Kunstsammlung des Westschweizer Autors Georges Borgeaud (1914-1998) ins SLA. Sie umfasst Werke vor allem von Rodolphe-Théophile Bosshard, Sergio De Castro, Marc Chagall, Charles Chinet, Pierre Lesieur, Gérard de Palézieux und Giorgio Severini.

Weiter erwarb das SLA das Archiv der Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin Elsbeth Pulver (*1928) und den Nachlass der Schriftstellerin Rosalia Wenger (1906-1989). Letzterer gelangte als Schenkung ihrer Töchter ins SLA.

sla

Kontakt:

PD Dr. Irmgard Wirtz Eybl, Leiterin des Schweizerischen Literaturarchivs
Tel. 031 322 89 72, E-Mail: irmgard.wirtz@nb.admin.ch

Internet:

http://www.nb.admin.ch/org/organisation/00783/index.html?lang=de

Bildlegende: Hanna Johansen, Foto: Adrian Baer 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 30. März 2010
  • Theater, Kabarett, Literatur

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