16. Mai 2010
Übungen mit dem heiligen Ball
Der Autor und Künstler Samson Kambalu aus Malawi tritt dieser Tage in der Schweiz auf. Sein Roman «Jive Talker» ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und seinem irrwitzigen Humor bietet der Konzeptkünstler Kambalu ein besonderes Leseerlebnis.

Der Roman «Jive Talker» erzählt vom zwölfjährigen Samson, der Bibelseiten auf einen Fussball klebt und mit diesem «Holyball» seine eigene Religion und seine künstlerische Arbeit begründet. Er wächst in einer Welt, wo hinter jeder Ecke Mambas, Malaria und Misere lauern, zu einem Teenager heran, der Michael Jacksons Moonwalk perfekt beherrscht und Nietzsche mit Vorliebe auf dem Klo liest. Der «Jive Talker» ist der Vater, der seinen Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung als Hilfsarzt und eine immer grösser werdende Familie eintauschen muss. Seinem Sprössling impft er aber einen nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein. Und er warnt den Jungen davor, als «Eingeborener» aufzutreten, dessen Foto für Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen missbraucht werden kann.
«Jive Talker» ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und einem irrwitzigen Humor bietet uns der Konzeptkünstler Samson Kambalu mit seinem Erstling ein wunderbares Leseerlebnis. 1975 in Malawi geboren, schloss er an der Universität von Malawi mit einem Bachelor of Fine Arts und Ethnomusicology ab und organisierte die erste Konzeptkunstausstellung in Malawi. Nach seinem Umzug nach London im Jahr 2002 machte er den Magister-Abschluss an der Nottingham Trent University. Seine bekannteste Ausstellung «Holyball – Exercise & Exorcise» wurde in vielen Ländern gezeigt.
artlink
Lesungen mit Samson Kambalu:
Montag, 17. Mai, 19 Uhr: Freihandbibliothek, St. Gallen
Dienstag, 18. Mai, 20 Uhr: Cabaret Voltaire, Zürich (Performance-Lesung)
Mittwoch, 19. Mai, 20 Uhr: ONO Bühne, Bern
Donnerstag, 20. Mai, 19 Uhr: Literaturhaus, Basel
Kontakt:
Kommentare von Daniel Leutenegger