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1. Juni 2017

ZUM TOD DES DEUTSCHEN DRAMATIKERS UND SCHRIFTSTELLERS TANKRED DORST

Der am 19. Dezember 1925 in Oberlind (heute Sonneberg, Thüringen) geborene deutsche Dramatiker und Schriftsteller Tankred Dorst (Bild) ist am 1. Juni 2017 in Berlin gestorben.

Foto: http://www.adwmainz.de/mitglieder/profil/tankred-dorst.html

Mit Theater auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Dorst war mit seinen Stücken auf allen großen und kleinen, nicht nur deutschsprachigen Bühnen zu Hause. Auf der Bühne beantwortete er keine Fragen, sondern stellte Fragen. «Wie soll man leben» war die Grundfrage, die sich durch alle seine (…) Stücke zieht.

Hartmut Krug

http://www.deutschlandfunkkultur.de/tankred-dorst-mit-91-gestorben-mit-theater-auf-der-suche.2165.de.html?dram:article_id=387616

Er blieb geistig unabhängig und, vor allem, produktiv. Zwei Stücke pro Jahr, dieses Ziel hatte er sich selbst schon früh gesetzt. Entstanden sind mehr als 50 Dramen, Drehbücher und Theaterstücke, die von Regisseuren wie Peter Zadek, Jossi Wieler und Dieter Dorn uraufgeführt wurden. Viele Uraufführungen fanden auch in Hamburg statt, unter anderem sein Parzival am Thalia Theater unter Leitung von Robert Wilson 1987.

1990 wurde Dorst für sein Gesamtwerk mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Preis für deutschsprachige Literatur. Routine sei das Stückeschreiben trotz hoher Produktivität für ihn nie geworden, so Dorst: «Wenn man zwei, drei Stücke geschrieben hat und die haben sich auf der Bühne bewährt, denkt man: Ich kann das jetzt. Und dann kam etwas anderes auf mich zu und dann merke ich: Ich kann das überhaupt nicht. Ich muss eigentlich mit jedem Stück neu anfangen.»

Jan Ehlert

https://www.ndr.de/kultur/Schriftsteller-Tankred-Dorst-ist-tot,tankreddorst102.html

«Ich selbst schwanke zwischen Optimismus und Pessimismus. Jeder Mensch hat eine persönliche Utopie, wie das Leben sein sollte, und erlebt dann eine Enttäuschung, dass es nicht so ist.

Tankred Dorst

http://www.mdr.de/kultur/tankred-dorst-gestorben-102.html

Anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1990 sagte Laudator Georg Hensel über Drosts Werk: «In unseren Dezennien hat kein anderer deutscher Stückeschreiber so viele Tonarten, eine solche Orgelbreite: sentimental, treuherzig, tolpatschig, gefühlvoll, humorvoll, ironisch, sarkastisch, zynisch-ordinär, hundsgemein – und immer taghell.»

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/tankred-dorst-dramatiker-und-schriftsteller-mit-91-jahren-gestorben-a-1150232.html

Der Zaubermeister

Pathos-Stoffe, Krieg und Frieden, Liebe und Tod, waren ihm vertraut, doch alle Pathetik blieb ihm fern. Er besaß die Kunst, die laut Brecht die größte ist: das Schwere leicht zu machen. Auch in Person. Tankred Dorst hatte die Anmut eines sanften Riesen, er war eine Erscheinung, mit seinem mächtigen, noch im Alter füllig weißen Lockenhaupt und dem massigen, doch graziösen Körper.

Peter von Becker

http://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-tankred-dorst-der-zaubermeister/19883982.html

Das Theater als eine Institution zur Rettung des Menschen

«Über das Portal meines Theaters würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» So hat der Dramatiker Tankred Dorst einmal seine Ästhetik umschrieben, eine Ästhetik der intensiven Wahrnehmung, der rücksichtslosen Erforschung der condition humaine. In Dorsts Stücken, so vielfältig und unterschiedlich sie sind, so weit der thematische Bogen in ihnen gespannt ist, stossen Menschen an ihre Grenzen, spüren den Schmerz des Daseins, wehren sich und scheitern.

Martin Krumbholz

https://www.nzz.ch/feuilleton/schriftsteller-und-dramatiker-tankred-dorst-gestorben-ld.1298743

Wohl niemand hat das zeitgenössische deutsche Theater mit so vielen und so unterschiedlichen Stücken bereichert wie Tankred Dorst. Er schrieb bis zum Schluss.

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/dramatiker-tankred-dorst-mit-91-gestorben/story/28877558

Schmale Hefte, kurze Sätze

Prosastücke, Drehbücher, Hörspiele und Libretti, Kinder- und Puppentheatertexte hat Tankred Dorst geschrieben. Immer von Hand und in schmale Hefte: damit die Sätze nicht zu lang werden.

Die Neigung zu märchenhaften Stoffen begleitete ihn stets, sagte Dorst anlässlich der Basler «Merlin»-Inszenierung: «Selbst in meinen realistischen Werken kommen immer wieder Motive aus Märchen vor: verschlossene Zimmer etwa, oder der Mann im Eis.»

Andreas Kläui

http://www.srf.ch/kultur/buehne/seine-kunst-war-der-dialog-auf-und-neben-der-buehne

Mehr:

http://www.suhrkamp.de/autoren/tankred_dorst_976.html

https://www.uni-bamberg.de/suche/?L=0&id=91164&q=tankred+dorst

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118526952

https://de.wikipedia.org/wiki/Tankred_Dorst

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Juni 2017
  • Theater, Kabarett, Literatur

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