Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, bis am 6. April 2025

Bild: Erich Brechbühl und Claudia Klat, Platsch, 2011, © Erich Brechbühl und Claudia Klat
Das Museum für Gestaltung Zürich widmet sich in seiner neusten Ausstellung einem der drängendsten globalen Themen unserer Zeit: der Wasserkrise. «Wasser. Gestaltung für die Zukunft» präsentiert im Toni-Areal innovative Gestaltungsideen und Lösungsansätze für einen verantwortungsvollen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Umgang mit Wasser.
Wasser – ob zu viel oder zu wenig, sauber oder verschmutzt – ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Unser Umgang mit dieser Ressource bestimmt die Entwicklung unseres Planeten massgeblich. Die Ausstellung «Wasser. Gestaltung für die Zukunft» präsentiert internationale Gestaltungsideen, die das Potenzial haben, Wege aus der gegenwärtigen Wasserkrise aufzuzeigen.
Die Projekte aus den Bereichen Design, Architektur, Kunst und Wissenschaft liefern inspirierende Lösungen für akute Probleme wie Wasserknappheit, Überflutung, unzureichende Sanitärsysteme oder gestörte Wasserkreisläufe. In fünf Kapiteln und mit rund 65 Arbeiten schärft die Ausstellung das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung der lebenswichtigen Ressource und zeigt exemplarisch, wie eine kreativere und widerstandsfähigere Wasserzukunft gestaltet werden kann.

Bild: Katsushika Hokusai (1760–1849), Die grosse Welle vor Kanagawa, 1830–31, Blatt 1 aus der Serie «36 Ansichten des Fuji» MK&G, © MK&G, Ryo Akama
Wassergeschichten
Die Ausstellung beginnt mit einer Timeline, einer Chronologie des Wassers, die den Bogen von antiken Zivilisationen bis in die Gegenwart spannt und einen fliessenden Übergang ins erste Kapitel, «Water Stories», schafft. Dort beleuchtet eine Collage aus Geschichten und Objekten unsere vielfältige Verbindung zum Wasser und seinen Stellenwert in verschiedenen Kulturen und Epochen. Diese soll andere Sichtweisen eröffnen, neue Vorstellungen von Wasser wecken und zum reflektierten Umgang anregen.
«Bodily Waters»
Wasser ist für sämtliches Leben auf der Erde unerlässlich. Es erfüllt eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen; der menschliche Körper selbst besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Wasser. Wenn wir atmen, schwitzen oder urinieren verlieren wir allerdings Wasser, sodass die Speicher durch Trinken regelmässig aufgefüllt werden müssen. «Bodily Waters» beleuchtet unsere enge Verbindung zum Wasser innerhalb und ausserhalb unseres Körpers. Mit Projekten wie einem Nebelkollektor, der kleinste Wassertröpfchen einfängt und als Trinkwasser verfügbar macht oder alternativen Sanitärkonzepten wie einer Trockentoilette werden hier nachhaltige Ansätze vorgestellt, um die Trinkwasserversorgung und sanitäre Einrichtungen neu zu denken.

Bild: Peter Trautwein (Aqualonis GmbH), WasserStiftung, CloudFisher, Mount Boutmezguida, Morocco, 2016-ongoing, © Peter Trautwein 2
Unsichtbares Wasser
Das Kapitel «Invisible Water» zeigt auf, wie rund 85 Prozent des weltweit entnommenen Süsswassers in den Anbau von Nahrungsmitteln und für Viehzucht, Energieerzeugung und die Herstellung von Alltagsprodukten wie Kleidung, Elektronik, Autos oder Baumaterialien fliessen. Es veranschaulicht
neue Konzepte in Landwirtschaft und industrieller Produktion, die den Wasserverbrauch reduzieren und so einen systemischen Wandel fördern. Dazu gehören ein naturbasiertes Verfahren zur Herstellung von Textilfarben, das im Gegensatz zu herkömmlichen chemischen Färbeverfahren keine Wasserverschmutzung verursacht oder ein schwimmendes, modulares Gewächshaus für die urbane Landwirtschaft, das Frischwasser und Energie aus Solarenergie bezieht.
Durstige Städte
In den letzten zehn Jahren steuerten mehrere Städte auf den «Day Zero» zu, den Moment, an dem die Wasserhähne einer Stadt versiegen: Besonders bekannt ist der Fall von Kapstadt im Jahr 2018. Im Kapitel «Thirsty Cities» werden ausgewählte Metropolen in verschiedenen Klimazonen unter dem
Blickwinkel ihres einzigartigen Wassermanagements betrachtet: Projekte zur Wiederverwendung alter Wassersysteme in Chennai, schwimmende Architekturen als Antwort auf den stetig steigenden Meeresspiegel in Lagos, systematische Regenwasseraufbereitung in Mexico Stadt oder Hochwasserschutzmassnahmen wie der Entlastungsstollen Sihl-Zürichsee in Zürich präsentieren zukunftsfähige Lösungen.

Bild: Isla Urbana, Rainwater Harvesting Systems, Mexico City, Mexico, 2009-ongoing, © Isla Urbana
Ökosysteme
Das Kapitel «Ecosystems» thematisiert die langfristigen Eingriffe des Menschen in die Natur, wie das Stauen von Flüssen, das Trockenlegen von Feuchtgebieten oder die Entnahme von Grundwasser, die die Ökosysteme, die biologische Artenvielfalt und den Wasserkreislauf erheblich beeinträchtigen.
In der Ausstellung werden alternative Ansätze vorgestellt, die dazu beitragen, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen. Projekte wie Müllbarrieren zur Sanierung stark verschmutzter Flüsse in Indonesien oder Unterwasserstrukturen zur Reduzierung der Stranderosion und Schaffung von Lebensräumen für Meereslebewesen verdeutlichen, wie Ökosysteme durch nachhaltige und kreative Lösungen geschützt und regeneriert werden können.
Eine Ausstellung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg und Jane Withers Studio, London.
mfg
Kontakt:
https://www.museum-gestaltung.ch/de
#Wasser #WasserGestaltungfürdieZukunft #WasserKrise #WasserGeschichte #MuseumKunstundGewerbeHamburg #JaneWithersStudio #MuseumfürGestaltungZürich #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Bild: Sungai Watch, Barriereelement zur Abfallbereinigung von Flüssen, Bali, 2022, © Sungai Watch
Kommentare von Daniel Leutenegger