ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

20. November 2016

«Hatili und die Hungerkatastrophe 1816/17»

Noch bis am 30. Dezember 2016 beleuchtet die Sonderausstellung im Museum Herisau Ursachen, Auswirkungen und Folgen des tragischen Hungerjahres, in dem «Haufen von Kindern, Gras und Kräuter weideten».

Vom Hunger geschwächt, starb im Spätherbst 1816 in Schwellbrunn der angesehene Bauer und Zimmermann Zwickers Ueli. Seine dreizehnjährige Tochter Hatili und zwei ihrer Brüder beschlossen danach, ihr Glück im Elsass zu versuchen. In den Fabriken in Mülhausen seien Arbeitskräfte gesucht, hatten sie gehört. Die Stadt wurde jedoch von arbeitsuchenden Leuten überrannt und man wies die drei überall schroff ab. Die Brüder liessen sich schliesslich für holländische Militärdienste anwerben. Hatili fand Aufnahme bei einer Schlosserfamilie in Basel.

Ihr älterer Bruder und ihre Mutter, die in Schwellbrunn zurück gebliebenen waren, starben den Hungertod.

Sie waren bei weitem nicht die einzigen im Appenzellerland. Das Jahr 1816 war in weiten Teilen von Asien, Europa und Nordamerika ein «Jahr ohne Sommer». Es war ungewöhnlich kalt und nass, ein Sonnentag war eine Seltenheit. Die Ernten blieben aus. Die Folge war ab dem Herbst eine Hungerkrise.

Kaum eine Region in Europa war stärker betroffen als das Appenzellerland, wo es zu einer eigentlichen Hungerkatastrophe kam. Binnen kurzer Zeit stieg im Herbst 1816 der Preis für einen Sack Dinkel von 12 auf 108 Gulden an.

Bald verzeichnete Appenzell Ausserrhoden 3’000 Armengenössige; im Frühjahr 1817 waren es mehr als 12’000. Die Innerrhoder Pfarreien Appenzell, Haslen und Gonten verloren einen Neuntel ihrer Bevölkerung.

«Es gibt Haufen von Kindern, die Gras und Kräuter weideten, Haufen von Kindern, die in den Abfallkisten der Reichen nach etwas Essbarem suchten. Man nahm zu den elendesten Speisen Zuflucht: Emd wurde auf dem Ofen gedörrt, dann zu Mehlstaub zerrieben und mit Schotten gekocht …»

Die Betroffenen fragten selbstverständlich auch nach den Ursachen für die Hungersnot. Informationen, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht. War es eine Strafe Gottes? Waren die vorangegangenen napoleonischen Kriege und die Wirtschaftskrise schuld? Oder leiteten die vielen in den Jahren zuvor auf Hausdächern montierten Blitzableiter die Wärme ab? Erst im 20. Jahrhundert fand die Wissenschaft heraus, dass ein gewaltiger Vulkanausbruch in Indonesien im April 1815 zur Abkühlung geführt hatte.

Zahlreiche Gedenkschriften erinnern noch immer an die schreckliche Zeit. Sie sind in der Ausstellung zu sehen. Prunkstück ist ein 1817 bemalter Schrank, der sich breit mit der aktuellen Hungersnot auseinandersetzt. Thematisiert werden aber auch das Rätseln um die Ursachen (neue Blitzableiter? Strafe Gottes?) und die letztlich ungenügenden Massnahmen, die zur Linderung der Not ergriffen wurden. Ein Blick nach Asien und Nordamerika zeigt, wie global die damalige Hungerkrise war.

mh

Kontakt:

http://www.museumherisau.ch/museum/sonderausstellungen.htm

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 20. November 2016
  • Museum, Ausstellung, Galerie

Vorheriger Beitrag

«PROJECT GRUBENMANN»

Nächster Beitrag

«Aussenseiter & Randständige der Volkskunst rund um den Säntis»

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • Theater Gurten, 2026 - Foto: © Severin Nowacki, https://www.theatergurten.ch/
    BERNER THEATER GURTEN: ABSCHIED MIT «SO VIU LÄBE»

    22. Juni 2026

  • GEWINNER:INNEN «FÖRDERUNG FÜR DAS SCHREIBEN VON SERIEN» 2026

    22. Juni 2026

  • Anne Delseth - Photo: © https://www.visionsdureel.ch/anne-delseth-nouvelle-directrice-artistique-de-visions-du-reel/
    ANNE DELSETH NOMMÉE NOUVELLE DIRECTRICE ARTISTIQUE DE VISIONS DU RÉEL

    22. Juni 2026

  • : © Davide Rivalta - Photo: L’Atelier des musées, Neuchâtel, https://www.facebook.com/photo/?fbid=1511701197412707&set=pcb.1511701250746035
    «PRIMATES: ENTRE ART ET SCIENCE»

    21. Juni 2026

  • Vue d’un espace du Geneva Skateboard Museum © 2026, Sophie Jeannenot
    «SKATE OF MIND»

    21. Juni 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>