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15. März 2019

«FURKA – KUNST AUF DEM PASS AB 1983»

Ausstellung im Haus für Kunst Uri, Altdorf, vom 16. März bis am 26. Mai 2019

Bild oben: © Lawrence Weiner

Furk’art steht für ein Kunstprojekt, das seiner Zeit weit voraus war, sich jedem Kommerz verweigerte und international ausstrahlte. Nun zeigt das Haus für Kunst Uri ausgesuchte Werke und Videos, die im Rahmen von Furk’art entstanden sind und in der Schweiz noch nie öffentlich zu sehen waren. Die Ausstellung «Furka – Kunst auf dem Pass ab 1983» erzählt von einem einzigartigen Kosmos fernab der Zentren.

Auf der Furka arbeiteten zwischen 1983 und 1999 renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramoviċ, Daniel Buren, Kim Jones, Roman Signer, Christoph Rütimann, René Zäch oder Remy Zaugg. Insgesamt über 60 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland liessen sich vom rauen Ort inspirieren, setzten Zeichen in die Landschaft, schufen unterschiedlichste Werke und inszenierten Performances. Das vom Neuenburger Galeristen Marc Hostettler initiierte und vorangetriebene Projekt Furk’art war ein Kunstlaboratorium, das bis heute Seinesgleichen sucht.

michel ritter furka

Bild: © Michel Ritter

Verborgene Kunst

Frei zugänglich auf der Furka sind die Werke in der Landschaft, geschaffen etwa von Max Bill oder Per Kirkeby. Direkt auf dem Pass zu erleben ist auch das vom renommierten holländischen Architekten Rem Koolhaas umgebaute Restaurant – geöffnet in den Sommermonaten, wenn der Schnee von der Passstrasse geräumt ist.

Die Ausstellung im Haus für Kunst Uri holt diese Werke aber nicht nach Altdorf. Vielmehr zeigt sie, was auf der Furka weder zu sehen noch direkt zugänglich ist. Das sind in erster Linie Bilder und Objekte, die sich im geschlossenen Hotel befinden, sowie Videos, die nirgends abgespielt werden.

Drei Beispiele: Der amerikanische Künstler Kim Jones hat auf der Furka mehrere wie Schlacht- und Festungspläne anmutende Zeichnungen angefertigt, sogenannte War Drawings. Sie lagerten bis anhin in einem riesigen Korpus im Hotel «Furkablick», verschlossen und nicht einsehbar. Jetzt werden sie im Haus für Kunst Uri erstmals präsentiert. Der Schweizer Künstler Remy Zaugg hat auf der Furka verschiedene Gemälde geschaffen. Ein Video in der Ausstellung dokumentiert, wie der Künstler draussen eine auf die Leinwand projizierte Fotografie der Berglandschaft des Furka nachmalt, weiss auf Weiss. Marina Abramoviċ und ihr damaliger Partner Ulay sassen sich im Sommer 1984 im Saal des Hotels «Furkablick» sieben Stunden gegenüber. Die Performance «Nightsea Crossing» – ein an der documenta 7 begonnenes Projekt – ist auf einer Fotografie festgehalten. Diese hängt seither im heute geschlossenen Hotel, ist aber für 10 Wochen im Haus für Kunst Uri zu sehen. Die Ausstellung zeigt unter anderem auch in einem dokumentarischen Video, wie sich Abramoviċ und Ulay an einer Felswand im Furkagebiet abmühen.

Die einzelnen Objekte und Bilder erhalten im Haus für Kunst Uri viel Raum und entwickeln eine besondere Präsenz. Die Ausstellung spürt dem Phänomen Furk’art nach und animiert, die Kunst auf dem Pass selber zu entdecken – im Sommer, wenn die Passstrasse nach der Wintersperre wieder geöffnet ist. René Zäch hat für die Ausstellung eine neue Skulptur realisiert, die im Hof des Haus für Kunst Uri als Wetterstation mit dem ironischen Titel «vorwiegend örtlich, zeitweise mässig» die Verbindung zum Furkapass aufnimmt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Barbara Zürcher, Direktorin des Haus für Kunst Uri, dem Fotografen Christof Hirtler und dem Journalisten Thomas Bolli. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit videocompany, Zofingen, und dem Institut Furkablick, das im Auftrag der Alfred Richterich-Stiftung die Kunstobjekte auf der Furka sowohl in der Landschaft als auch im Haus konserviert und die Gebäude unterhält.

hfk

Kontakt:

www.hausfuerkunsturi.ch

#FurkArt #Furka #MarcHostettler #KunstaufdemPass #HausfürKunstUri #BarbaraZürcher #ChristofHirtler #ThomasBolli #videocompany #InstitutFurkablick #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

rené zaech furka

Bild: © René Zäch, «vorwiegend örtlich, zeitweise mässig»

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 15. März 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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