ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

2. April 2019

MARMORHOLZ FÜR MÖBEL ODER MUSIKINSTRUMENTE

Pilze können auch Kunstwerke ins Holz zaubern. In der Natur verzieren die Fäulniserreger den Baum jedoch nicht nur, sie zerstören ihn auch. Empa-Forscher bringen den Pilzen im Labor nun das gewollte Zeichnen bei. Dabei entstehen marmorierte Hölzer, die zu wunderschönen Möbeln und Musikinstrumenten verarbeitet werden können.

Foto: © Jan Thornhill, https://plus.empa.ch/images/2019-02-11 Marmorholz/

Mitunter entdeckt man Schönheit an ganz ungewöhnlichen Orten. Wie Phoenix aus der Asche entsteht beispielsweise aus faulendem Holz am Waldboden die begehrte Trüffelbuche. Einzigartig gemustert, ist sie seit der Antike ein gesuchter Rohstoff für die Möbelherstellung. Nur ist die Suche nach natürlich entstandenen Trüffelbuchen aufwändig. Selbst wer Baumstämme absichtlich im Wald verrotten lässt, muss Jahre warten, bis er hoffen kann, ein von Pilzen verziertes und dennoch nutzbares Holz zu erhalten. Forscher der Empa haben nun eine Technologie entwickelt, mit der Harthölzer wie Buche, Esche und Ahorn mit Pilzkulturen behandelt werden können, so dass sich die Musterung im Holz kontrollieren, steuern lässt.

Die feinen schwarzen Linien ziehen sich hierbei durch das Holz als Spuren eines Kampfes. Mal schlängeln sie sich unruhig aufeinander zu und trennen kleine Parzellen auf ihrem hellen Untergrund ab. An anderen Stellen fliessen die dunklen Zeichnungen ruhig und gelassen als Mahnmal einer Grenze, die keiner der Beteiligten überschreiten mag. Pilze haben hier im Holz ein Gefecht um Territorium und Ressourcen ausgetragen und sich mit dunkel pigmentierten Linien deutlich voneinander abgegrenzt. Die feinen Fäden der Pilzgemeinschaft schützen mit diesen Demarkationslinien ihre Kolonie aber nicht nur vor anderen Pilzen – die Pigmentgrenze sorgt zudem dafür, dass Bakterien und Insekten fernbleiben und dem Lebensraum ein ideales Mass an Feuchtigkeit erhalten bleibt.

«Wir konnten in der Natur wachsende Pilzarten identifizieren und analysieren, um jene mit den günstigsten Eigenschaften als Holzveredler auszuwählen», sagt Empa-Forscher Hugh Morris von der Abteilung «Applied Wood Materials» in St. Gallen. Der Brandkrustenpilz etwa oder die Schmetterlingstramete hinterlassen mit dem Farbstoff Melanin pigmentierte schwarze Linien und bleichen gleichzeitig das umliegende Holz dank ihres Enzyms Laccase aus. «So entsteht ein Muster mit besonders starkem Kontrast im Holz», erklärt Morris. Je nach Kombination der eingesetzten Pilzspezies, gestalten sich die Linien wild und ungestüm oder nahezu geometrisch präzis. Morris ist sich sicher, dass den Pilzen beizeiten sogar das Schreiben von Worten im Holz abgerungen werden kann. 

Besonders vorteilhaft an den im Empa-Labor verwendeten Pilzen ist deren sanfter Biss: Denn trotz des ausgeprägten Zeichentalents zernagen die ausgewählten Kandidaten ihren Untergrund kaum. «Das Holz wird zwar von den Pilzen grosszügig mit Pigmenten versorgt, behält aber seine Stabilität und Form bei», so der Biologe. Dass der Prozess je nach gewünschtem Ergebnis gesteuert werden kann, liegt jedoch nicht nur an der Art der verwendeten Fäulniserreger.

Die Forscher entwickelten zudem ein Verfahren, bei dem das Holz bereits innert Wochen zur Verarbeitung bereitsteht. Grund ist unter anderem, dass die gewählten Pilzarten bei deutlich geringerer Feuchtigkeit im Holz zur Tat schreiten. Daher muss der Rohstoff nach seiner Veredlung und vor der Verarbeitung zum Möbel nicht erst langwierig, kosten- und energieintensiv getrocknet werden.

Gemeinsam mit dem Industriepartner Koster Holzwelten AG in Arnegg (SG) sind die Forscher daran, einen effizienten und ökologisch nachhaltigen Produktionsweg zu implementieren. Hierzu gehört die Nutzung regionalen Holzes. «Buchenholz ist ein in der Schweiz häufiges, aber für Möbeldesigner uninteressantes Hartholz», erklärt Firmeninhaber Tobias Koster. Mit Marmorholz aus einheimischer Buche könne man jedoch am Schweizer Holzmarkt, dessen jährlicher Umsatz rund drei Milliarden Franken betrage, gesuchte Produkte anbieten.

Zusätzlich zu Möbeln, Parkettböden und Küchenfronten kann Marmorholz auch für dekorative Objekte und Musikinstrumente verwendet werden. Bereits in der Antike wurden aus dem gemusterten Holz Unikate geschaffen. Mit der neuen Technologie lassen sich diese Einzelstücke nun schneller, nachhaltiger und erst noch mit der gewünschten Marmorierung herstellen. 

Quelle:

https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-74544.html

Mehr / Kontakt:

https://www.empa.ch/web/s604/marmorholz

#Marmorholz #HolzPilz #HughMorris #EMPA #AppliedWoodMaterials #KosterHolzwelten #JanThornhill #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 2. April 2019
  • Umwelt / Mitwelt

Vorheriger Beitrag

«EKSTASE»

Nächster Beitrag

SCHWEIZER GAME-ENTWICKLER ZIEHEN AUFMERKSAMKEIT AMERIKANISCHER GROSSKONZERNE AUF SICH

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • Moderator Urs Emmenegger bei den Proben der Sendung «Karussell» vom 12. Juni 1978 im Fernsehstudio mit dem entsprechenden Dekor Foto: © SRF Bildarchiv, https://www.srf.ch/news/schweiz/vorabendsendung-karussell-ehemaliger-fernsehmoderator-urs-emmenegger-gestorben
    DER SCHWEIZER JOURNALIST, TV-MODERATOR, FILMER UND KOMMUNIKATIONS-BERATER URS EMMENEGGER IST TOT

    21. Mai 2026

  • Wolfgang Tillmans, 2012 - Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Hpschaefer?uselang=de - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:02_wolfgang-tillmans_koeln_gal_buchholz_120107.jpg?uselang=de
    ZÜRICH: DER MIT 150’000 FRANKEN DOTIERTE ROSWITHA-HAFTMANN-PREIS 2026 GEHT AN WOLFGANG TILLMANS

    21. Mai 2026

  • ManuelaWaeber - Foto: https://www.frieda-kulturberatung.ch/wer-wir-sind
    STANS: MANUELA WAEBER WIRD NEUE KÜNSTLERISCHE LEITERIN DES LITERATURHAUSES ZENTRALSCHWEIZ

    21. Mai 2026

  • Manon Mullener - Foto- © Nour Hammami
    DIE PIANISTIN MANON MULLENER AUS FRIBOURG-FREIBURG ERHÄLT DEN SWISS JAZZ AWARD 2026

    21. Mai 2026

  • Performancepreis Schweiz — Nominierte 2026 stehen fest
    PERFORMANCEPREIS SCHWEIZ 2026: DIE NOMINIERTEN STEHEN FEST

    21. Mai 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>