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31. Dezember 2020

NEUIGKEITEN VOM BURGHÜGEL VALERIA IN SITTEN

Bei der Restaurierung des Innenraums der Basilika Valeria in Sitten hat eine neue Phase begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten im Chorraum wurden diese ins Schiff verlegt. Nachdem er lange Zeit geschlossen war, wäre der wunderbar restaurierte Chorraum seit Dezember 2020 theoretisch wieder für Gottesdienste und BesucherInnen zugänglich. Die ebenfalls restaurierte ehemalige Mühle von Valeria wäre eigentlich ebenso zu besichtigen. Sehenswert wäre auch die Ausstellung mittelalterlicher Truhen von Valeria im Geschichtsmuseum Wallis. Aber eben: Corona hat auch das Aktivitätenprogramm auf dem Burghügel von Sitten arg durchkreuzt. Programm, Öffnungszeiten und allgemeine Umstände werden sich wohl frühestens ab dem 23. Januar 2021 einigermassen normalisieren (vgl. Links am Schluss).

Bild oben: Detail des Fusses einer liturgischen Truhe aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts – Photo: Musées cantonaux du Valais, Sion – Jean-Yves Glassey

Die Restaurierungsarbeiten an der Burgkirche Valeria stehen für 30 Jahre Arbeit, welche dieses aussergewöhnliche Erbe zur Geltung bringen sollen. Nach der Sanierung der Dächer (1987-1991), der Fassaden (1992-2014) und des Chorraums (2017-2020) der Basilika Notre-Dame de Valère in Sitten werden die Restaurierungsarbeiten bis 2022 im Schiff fortgesetzt.

Valeria Basilika

Bild: Gesamtansicht des restaurierten Chors der Basilika von Valeria – Photo: © SIP, Bernard Dubois et Michel Martinez

Das mittelalterlichen Dekor wiederentdecken

Ein massgeblicher Teil der Arbeiten im Innenraum der Basilika besteht darin, das mittelalterliche Dekor, das den gesamten Innenraum der Kirche durchzieht, wieder ans Licht zu bringen. Da die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten im Chorraum nun abgeschlossen sind, können Interessierte (vgl. Link am Schluss) die restaurierte Ausstattung hier bereits sehen und sich ein Bild der bevorstehenden Arbeiten im Schiff machen, welche der mittelalterlichen Kirche ihre Einheit von Architektur und Ausstattung so zurückgeben, wie sie die gotischen Baumeister vorgesehen hatten.

Aufwertung der Mühle von Valeria

Die Existenz einer direkt an die Basilika anliegenden alten Mühle lässt sich durch die Funktion der Kirche als letzter Zufluchtsort im Falle eines Konflikts erklären. Man muss die Mühle im Zusammenhang mit der Zisterne am Kircheneingang sehen, die das Wasser des Kirchendachs sammelt sowie den Kornspeichern, die sich unter der Sakristei befanden und ebenfalls nur durch das Schiff zugänglich waren. Der restaurierte, aufgewertete Mühlenraum wird im Rahmen der Führungen durch die Basilika wieder zugänglich sein.

valeria truhe

Bild: Die Truhe aus dem Dorfarchiv von Saint-Martin bietet mit ihren dicken Wänden einen besonderen Widerstand gegen Feuer – Photo: © Musées cantonaux du Valais, Sion – Heinz Preisig et Bernard Dubois

Die mittelalterlichen Truhen von Valeria in neuem Licht

Seit mehreren Jahren arbeitet das Geschichtsmuseum Wallis im Rahmen des Verbunds für mittelalterliche Kunst in den Alpen mit anderen Geschichtsmuseen der ehemaligen Gebiete der Grafschaft bzw. des Herzogtums Savoyen zusammen.

2013 realisierten die Museen von Genf, Annecy, Chambéry, Suse, Aosta und Sitten ein gemeinsames Publikationsprojekt über die Darstellung von Heiligen während des ausgehenden Mittelalters im östlichen Alpenraum. Jedes Museum befasste sich mit einer besonderen Thematik und präsentierte diese in einer Ausstellung. Das Geschichtsmuseum Wallis thematisierte aus diesem Anlass die Nutzung von Heiligendarstellungen als politisches Instrument. 

2020 befassten sich dieselben Institutionen sowie das Geschichtsmuseum Turin mit der mittelalterlichen Handwerkskunst und dem Umlauf künstlerischer Modelle. Die einzelnen Beiträge werden wiederum eine gemeinsame Publikation bilden, der eine allgemeine Einführung vorangeht. Das Geschichtsmuseum Wallis veröffentlicht in diesem Zusammenhang einen Beitrag über seine aussergewöhnlichen mittelalterlichen Truhen, einer der Höhepunkte seiner Sammlungen.

Diese Sammlung ist in der Tat einmalig aufgrund ihres Alters (insbesondere die Stücke aus dem 13. Jahrhundert), ihrer Vielfalt (liturgische Truhen, Tresor, Archivtruhe, bürgerliche Truhen, Getreidetruhen) und der Qualität der Hauptstücke, die mehrheitlich für die Basilika Valeria hergestellt wurden, wo sie bis zu ihrer Verlegung ins Museum, das sich ebenfalls auf dem Burghügel befindet, verblieben sind.

cp 

Vor einem eventuellen Besuch unbedingt konsultieren:

Sonderführungen durch die Restaurierungsbaustelle

Auskünfte und vollständiger Veranstaltungskalender sind einsehbar auf 

www.museen-wallis.ch

und 

https://www.vs.ch/de/web/sip/patrimoine-bati

Gottesdienste und Konzerte 

Zeiten und Programme sind unter 

www.cath-vs.ch, 

www.orgueancien-valere.ch

und 

www.lesrichesheuresdevalere.ch 

einsehbar.

#ValeriaSitten #ValèreSion #GeschichtsmuseumWallis #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

valeria mühle

Bild: Die Mühle von Valère – ein seltenes Beispiel für einen mit Muskelkraft funktionierenden Mechanismus – erinnert daran, dass das Dorf Valeria einer langen Belagerung standhalten musste – Photo: © Musées cantonaux du Valais, Sion – Heinz Preisig et Bernard Dubois

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 31. Dezember 2020
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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