ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

31. Mai 2011

Alt werden im Gefängnis, sozialwissenschaftlich untersucht

Die Anzahl inhaftierter älterer Menschen in Schweizer Gefängnissen hat sich zwischen 1984 und 2008 verdoppelt. Darauf sind diese Institutionen nicht genügend vorbereitet, wie eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie zeigt. Sie kommt überdies zum Schluss, dass alte Gefangene mit Vorteil getrennt von den übrigen Insassen untergebracht würden.

Bild: Barbara Baumeister, Dipl. Psychologin FH, Dozentin und Leiterin des CAS Soziale Gerontologie an der ZHAW, Departement Soziale Arbeit. Arbeitschwerpunkte: Gerontologie, Leiterin des Forschungsprojekts «Alt werden im Straf- und Massnahmenvollzug»

Die Zunahme inhaftierter älterer Menschen stellt den Strafvollzug vor neue Herausforderungen. Diese Herausforderungen sowie mögliche Lösungen haben die Psychologin Barbara Baumeister und der Sozialpädagoge Samuel Keller vom Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften untersucht. Sie erstellten eine gesamtschweizerische Statistik alter Gefängnisinsassen (50 Jahre und älter) und führten in drei Institutionen – Kantonale Strafanstalt Pöschwies (ZH), Kantonale Strafanstalt Saxerriet (SG), Kantonales Massnahmenzentrum Bitzi (SG) – Interviews mit Insassen und mit Gefängnisangestellten durch.

Die Anzahl älterer Gefangener hat sich in den Schweizer Gefängnissen zwischen 1984 und 2008 verdoppelt. 2008 waren 402 Personen inhaftiert, die älter als 50 Jahre waren, das sind 11,2 Prozent aller Inhaftierten. Davon waren 103 Personen älter als 60 Jahre. Dass sich immer mehr ältere Personen im Strafvollzug befinden, ist in erster Linie auf die Verwahrten zurückzuführen, die im Vollzug alt werden.

Die verbleibende Lebenszeit bewusst gestalten

Die befragten Insassen sind 60 Jahre und älter und allesamt männlich; zum Zeitpunkt der Erhebung hatte in der Deutschschweiz keine inhaftierte Frau dieses Alter erreicht. Sie bewältigen die Belastungen des Vollzugs unterschiedlich. Dennoch lassen sich folgende Gemeinsamkeiten feststellen: Die Insassen sind alle – mehr oder weniger – betroffen von der kurzen Lebensperspektive. Die Vorstellung eines Neuanfangs nach der Entlassung wird für sie mit zunehmendem Alter schwierig.

Dies führt zum Wunsch, die verbleibende Lebenszeit bewusst zu gestalten und vermehrt Kontakte mit Personen zu pflegen, die ihnen emotional nahestehen. Betroffen sind die Insassen auch von körperlichen Gebrechen, welche die Bewältigung des Alltags und die Erfüllung der Arbeitspflicht erschweren. Zudem pflegen sie einen weitgehend konfliktfreien, in der Regel von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang mit dem Gefängnispersonal und distanzieren sich von jüngeren Mitgefangenen.

Altersgerechte Unterbringung

Die bestehenden Gefängnisordnungen berücksichtigen die altersbedingten Besonderheiten der Insassen nur unzureichend. Für andauernd pflegebedürftige Personen ist keine der Institutionen eingerichtet, auch eine nächtliche Betreuung ist nicht vorgesehen. Geklärt ist ferner nicht, wie die Tagesstruktur eines Insassen aussieht, welcher der Arbeitspflicht nicht mehr nachgehen kann. Zudem fehlt es den Mitarbeitenden oft an Kenntnissen zu altersbedingten Krankheiten und der besonderen Betreuung der Betroffenen.

Die Forschenden empfehlen, dass sich der Strafvollzug auf die weitere Zunahme älterer Insassen einstellt und deren altersgerechte Unterbringung vorsieht. Von Vorteil wäre deren Separation innerhalb der Gefängnisse. Diese käme dem Bedürfnis der Insassen entgegen, Zeit alleine und in Ruhe mit anderen Älteren zu verbringen sowie das Leben zu bilanzieren. Zudem könnten so Gesundheitsversorgung und Pflege gezielter erfolgen.

Publikation

Barbara Baumeister, Samuel Keller: Alt werden im Straf- und Massnahmenvollzug. Dübendorf 2011, 120 S. (ISBN 978-3-906490-32-8)

snf

Kontakt:

Barbara Baumeister
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Soziale Arbeit
Auenstrasse 4
CH-8600 Dübendorf
Tel.: +41 (0)58 934 88 56
E-Mail: barbara.baumeister@zhaw.ch

http://www.snf.ch/D/Aktuell/Seiten/default.aspx?NEWSID=1427&WEBID=705D0BF9-BC95-43E6-BF65-F8B316A4D74E

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 31. Mai 2011
  • Politik und Gesellschaft

Vorheriger Beitrag

swissinfo.ch – wichtiges arabischsprachiges Medium auf Facebook

Nächster Beitrag

Ein neuer Fonds für Kunst

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • Urs-Beat Frei
    KANTON LUZERN: ANERKENNUNGS- UND FÖRDERPREIS 2026 FÜR URS-BEAT FREI, SPEZIALIST FÜR SAKRALKUNST

    30. April 2026

  • Kanton Solothurn _Kuratorium vergibt Förderpreise und Atelierstipendien in Paris
    KULTUR KANTON SOLOTHURN: ZWÖLF FÖRDERPREISE 2026 – ZWEI ATELIERSTIPENDIEN PARIS 2027

    30. April 2026

  • © Charly Rappo, https://www.laliberte.ch/articles/regions/canton/la-liberte-la-gruyere-et-la-broye-hebdo-formeront-une-redaction-commune-sur-trois-sites-1358948
    ST-PAUL MÉDIAS FRIBOURG SE RESTRUCTURE ET SUPPRIME 18 POSTES

    30. April 2026

  • Weltkarte Pressefreiheit © RSF 2026, https://rsf-ch.ch/wp-content/uploads/2026/04/Karte-RSF-2026-DE.pdf
    PRESSEFREIHEIT WELTWEIT AUF HISTORISCHEM TIEFSTAND

    30. April 2026

  • 30 Jahre Schweizer Museumspass
    30 JAHRE SCHWEIZER MUSEUMSPASS: IM JAHR 2025 MEHR ALS 1,5 MILLIONEN EINTRITTE IN ÜBER 500 MUSEEN

    30. April 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>