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15. Januar 2026

TREATMENT-WETTBEWERB DES KANTONS ST.GALLEN: VIER MAL 15’000 FRANKEN FÜR KONKRETISIERUNG VON GUTEN FILMIDEEN

Die diesjährigen Gewinner des fünften Treatment-Wettbewerbs der Filmförderung des Kantons St.Gallen stammen aus Mels, Rorschach, Bühler und Steffisburg. Die ausgezeichneten Filmschaffenden erhalten jeweils 15'000 Franken, um ihre Filmideen weiter auszuarbeiten und zu konkretisieren.

Bild: © Filmtechniker, https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Filmtechniker / https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Synchronklappe.jpg

Aus insgesamt 19 eingereichten Projekten wählte die Filmkommission vier besonders überzeugende Stoffe aus. Prämiert wurden die Filmideen «Föhnfieber» von Lucas Ackermann aus Mels, «Der Scharlatan von Seite 28 oder. Die Vor- und Nachteile des ewigen Lebens» von Dominik Bernet aus Rorschach, «mehr strasse – wenigerweiher» von Leo Graf aus Bühler sowie «Colori del Silenzio» von Jonas Schürch aus Steffisburg. Die Jury erkannte in diesen Projekten «ein besonders hohes Mass an Innovationskraft, gestalterischer Tragweite und Eigenheit», wie sie schreibt.

«Föhnfieber» von Lucas Ackermann (Mels)

In der Mystery-Geschichte «Föhnfieber» erzählt der Melser Filmschaffende und Drehbuchautor Lucas Ackermann von der Denkmalpflegerin Anne-Marie Walser, die 1976 in ein entlegenes Tal im Sarganserland geschickt wird, um einen Riss in der Dorfkapelle zu begutachten. Mit ihrer Ankunft setzt ein Jahrhundert-Föhnsturm ein, der am Gletscher die Leiche der vor dreissig Jahren verstorbenen Jugendlichen Franzi freilegt. Walser kommt in der Kapelle und im Dorf einem lang verdrängten Geheimnis auf die Spur. Inspiriert von einem realen Ereignis, baut Lucas Ackermann seine fiktive Geschichte mit dem ältesten Rheintaler, dem Föhn, als Protagonist.

«Der Scharlatan von Seite 28 oder. Die Vor- oder Nachteile des ewigen Lebens» von Dominik Bernet (Rorschach)

Der in Rorschach wohnhafte Dominik Bernet schreibt eine schwarze Coming-of-Age-Komödie inspiriert von einer historischen Begebenheit auf Schloss Wartegg. In «Der Scharlatan von Seite 28 oder. Die Vor- oder Nachteile des ewigen Lebens» schickt Bernet zwei ungleiche Männer auf Zeitreise. 1692 entkommt der Alchemist Marquis du Villard seiner Exekution, indem er dem resignierten Scharfrichter Volmar den Stein des Weisen anbietet. Doch die Herstellungsbedingungen des Elixiers sind so flüchtig wie rätselhaft. Misstrauen, Gier und Neid wachsen sich über die Jahrhunderte zur bald lebensbedrohlichen Konkurrenz zwischen dem Aristokraten und dem Revolutionär der ersten Stunde aus, obwohl sie eigentlich füreinander bestimmt wären.

«mehr strasse – wenigerweiher» von Leo Graf (Bühler)

Eine Geschichte im ganz eigenen Stil möchte Leo Graf aus Bühler erzählen. Seine Idee für einen animierten Mockumentary-Kurzfilm hat die Jury durch ihre Eigenheit überzeugt. So berichten die Frösche am Wenigerweiher in St.Gallen in kurzen dokumentarisch wirkenden Interviews von ihrem Leben im und um den Weiher. Die Frösche wirken zu Beginn noch unspektakulär sympathisch. Doch je länger sie reden, desto klarer wird: Auch unter ihnen herrscht keine Einigkeit. So streiten sie sich über SUVs, Sicherheit und Freiheit und geraten in absurde Diskussionen. Die Jury würdigt insbesondere den formalen Ansatz, der echte Aufnahmen des Wenigerweihers mit digital animierten, sprechenden Fröschen kombiniert.

«Colori del Silenzio» von Jonas Schürch (Steffisburg)

Die vierte Auszeichnung geht an «Colori del Silenzio». Der als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor tätige Jonas Schürch widmet sich in seinem Exposé den Schweizer Jahren des jungen Antonio Ligabue. Als Sohn italienischer Eltern wächst dieser im ärmlichen Rheintal auf. Zwischen Pflegefamilien, Heimen und psychiatrischen Kliniken ringt Antonio mit seiner Identität – sprachlich, kulturell, emotional. Die Jury würdigt das ambitionierte Ziel, ein intensives Porträt über das Werden eines Mannes, der erst verstossen werden musste, um Künstler zu werden, zu machen.

Treatment-Wettbewerb des Kantons St.Gallen


«Die Fördermöglichkeiten für Drehbuchschreibende in der Schweiz sind begrenzt. Bis zu einem fertigen, verfilmbaren Drehbuch braucht es oft monate- bis manchmal jahrelange Entwicklungszeit. Hier setzt die Filmkommission des Kantons St.Gallen an und führt seit 2017 alle zwei Jahre den Treatment-Wettbewerb durch. Damit soll spezifischen st.gallischen Themen und Locations zu mehr Sichtbarkeit verholfen werden.», ist in der Mitteilung des Kantons zu lesen. Paradebeispiel dafür sei «Friedas Fall» von Michèle Minelli; 2017 wurde das Treatment noch unter dem Titel «Die Verlorene» im Wettbewerb ausgezeichnet. Das Drama basiert auf einer Kindstötung von 1904 durch die St.Galler Damenschneiderin Frieda Keller. Der Spielfilm feierte im Oktober 2024 Premiere am Zürich Film Festival.

In der Jury vertreten waren dieses Jahr Sarah Born, Produzentin und Mitinhaberin der Produktionsfirma Catpics AG, Daniel von Aarburg und Martin Witz, beide freischaffende Drehbuchautoren und Regisseure, Mireille Loher, Co-Leiterin der Kulturförderung des Kantons St.Gallen und Sarah Mehrmann, Geschäftsführerin der Filmkommission.

Quelle / Kontakt:

https://www.sg.ch/news/sgch_allgemein/2026/01/herausragende-st-galler-filmideen-ausgezeichnet.html

#TreatmentWettbewerbKantonStGallen #FilmförderungKantonStGallen #FilmkommissionKantonStGallen #LucasAckermann #DominikBernet #LeoGraf #JonasSchürch #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 15. Januar 2026
  • Film, Video, Audiovisuelles, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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