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22. März 2026

DIE DEUTSCHE MUSIKERIN, SÄNGERIN, KOMPONISTIN, AUTORIN UND PRODUZENTIN BETTINA KÖSTER IST GESTORBEN


Die am 15. Juni 1959 in Herford geborene deutsche Musikerin, Komponistin, Autorin und Musikproduzentin Bettina Köster (Bild) ist am 16. März 2026 in Capaccio Paestum (Italien) gestorben. Köster war von 1981 bis 1984 Sängerin und Haupttexterin der Band Malaria!, sie arbeitete anschliessend als Solokünstlerin. Köster war bekannt für ihre tiefe, warme, verrauchte Stimme, sie galt als «Hildegard Knef des Punk». Ihr Gesangsstil, androgynes Styling und das von Köster verkörperte Frauenbild liessen sie zur Ikone der queeren Subkultur werden. Im Jahr 2021 bezeichnete sie sich als «nicht binär». (*)

Bettina Köster, 1979 - Foto: Ganskörperfutter, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Eva-Maria_G%C3%B6ssling - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mania_D_ICC_Berlin_1979.jpg

Bild: Bettina Köster, 1979 – Foto: Ganskörperfutter, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Eva-Maria_G%C3%B6ssling – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mania_D_ICC_Berlin_1979.jpg

Malaria!: Bettina Köster ist tot

Bettina Köster, prägende Stimme von Malaria!, ist mit 66 Jahren in Italien gestorben.

Bettina Köster gehört zu den prägenden Figuren der frühen Westberliner Underground- und Avantgarde-Szene der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre. Früh bewegte sie sich im Umfeld von Punk, Kunst und experimenteller Musik, wo sich musikalische Ausdrucksformen mit Performance, Film und bildender Kunst verbanden. Anders als viele ihrer Zeitgenossen setzte Köster weniger auf klassische Rockgesten als auf Reduktion, Atmosphäre und eine kühle, oft distanzierte Präsenz, die stark von New Wave, Dub und No Wave beeinflusst war.

Bekannt wurde sie zunächst als Teil der Band Mania D, die sie gemeinsam mit Gudrun Gut und Beate Bartel gründete. Aus diesem Projekt ging 1981 Malaria! hervor, eine weibliche Formation, die schnell internationale Aufmerksamkeit erlangte.  Kösters tiefe, markante Stimme wurde dabei zu einem zentralen Element des Sounds: weniger Gesang im klassischen Sinn als vielmehr eine Art sprechender, kontrollierter Ausdruck, der den Songs eine eigene Dringlichkeit verlieh.

https://www.rollingstone.de/malaria-bettina-koester-ist-tot-3120189

Klare und kalte Königin des Noise

Mit Mania D und Malaria! schrieb sie Postpunk- und NdW-Geschichte. Nachruf auf Bettina Köster, deren sonore Stimme die unterkühlte Ästhetik der 1980er symbolisierte.

Der Ort ein Darkwave-Club zwischen Anchorage und Sydney, die Stunde eine späte, der Sound der eines Eisperlenspiels: Eine Minute dauert das Intro des Songs, aber schon nach wenigen Takten wird sich die Tanzfläche füllen. Die Nachtschwärmer eröffnen ihren Reigen, ziehen sich an, stoßen sich wieder ab und finden einander, als eine sonore Frauenstimme den Raum füllt: „Über meine Hände / Über meine Arme / Über meine Schultern / Über meine Beine / Über meine Schenkel / Über meine Brust“. „Kaltes klares Wasser“ heißt der Song.

Sein Text stammt von Bettina Köster. Der Song ist ein Dauerbrenner des kühlen Genres Postpunk und es ist auch die Signatur, mit der die Westberliner Band Malaria! zumeist assoziiert wird.

Robert Mießner

https://taz.de/Nachruf-auf-Musikerin-Bettina-Koester/!6163635

Legende der West-Berliner Postpunk-Szene

Mit Bands wie Mania D. und Malaria! setzte Bettina Köster laute Ausrufezeichen in der West-Berliner Musiklandschaft. Jetzt starb sie mit 66 Jahren in Italien.

Dunkel und geheimnisvoll klang die Stimme. Mit den Jahren rutschte ihr Register – auch befeuert von vielen Zigaretten – ein gutes Stück tiefer. Die Anziehungskraft von Bettina Köster wurde dadurch kein bisschen geschmälert, eher im Gegenteil. Ob sprechend oder singend, man wollte dieser Stimme unbedingt folgen.

Vielleicht lag es am gebieterischen Ton, den sich Bettina Köster ab den späten Siebzigern in der West-Berliner Musikszene erarbeitet hat. Geboren 1959 in Herford, aufgewachsen in der Mauerstadt, eröffnete Köster zusammen mit Gudrun Gut 1979 in der Schöneberger Goltzstraße das Eisengrau. Die Ladenwohnung wurde zu einem Avantgarde-Treffpunkt, der Bands wie Die Tödliche Doris oder Einstürzende Neubauten hervorbrachte.

Nadine Lange

https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-bettina-koster-legende-der-west-berliner-postpunk-szene-15372388.html

Videos:

Malaria! – Kaltes klares Wasser [live 81]

Malaria! Special // Interview mit Bettina Köster (arte Tracks)

Mehr:

https://www.discogs.com/de/artist/331995-Bettina-K%C3%B6ster

https://www.imdb.com/de/name/nm0467388

https://popshifter.com/2010-02-04/bettina-koster-queen-of-noise/

https://www.l-mag.de/news-1010/interview-mit-underground-ikone-bettina-koester-viele-jungs-wollten-nicht-mit-uns-arbeiten.html

https://www.siegessaeule.de/news/2326-noch-so-richtig-punk-bettina-k%C3%B6ster-im-interview

https://web.archive.org/web/20091125130347/https://www.derstandard.at/1254312206303/album-livepraesentation-die-hildegard-knef-des-punk-bettina-koester

https://de.wikipedia.org/wiki/Malaria!

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_K%C3%B6ster

#BettinaKöster #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 22. März 2026
  • Musik und Tanz, Musikproduktion, -verlag und -vertrieb, Theater, Kabarett, Literatur

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