Der am 24. März 1954 in Hamburg geborene deutsche Filmregisseur, Fotograf und Drehbuchautor Peter Sempel (Bild) ist am 20. März 2026 ebenda gestorben. Sempel wuchs in Australien auf und kehrte 1969 nach Hamburg zurück, wo er an der Universität Hamburg Literatur und Sport studierte. Ab 1981 arbeitete er als Filmemacher. Zu Sempels Werk gehören eine Reihe von Künstler-Dokumentationen. So drehte er u.a. über Nina Hagen, Lemmy Kilmister und Peter Brötzmann. Im Film «Dandy», für den Sempel Blixa Bargeld mit der Kamera folgte, waren auch Campino und Nick Cave zu sehen. Sein letzter Film «Artistas» wurde im Herbst 2025 aufgeführt. 2003 wurde Peter Sempel von Martin Scorsese zum Tribeca Film Festival nach New York eingeladen, um dort seinen Film «Jonas In The Ocean» zu zeigen. Der Film war der erste von vier Filmen Sempels über den Künstler Jonas Mekas. (*)

Bild: Peter Sempel, 2007 – Foto: Gabi Hütköper (Kekslover) at de.wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzerin:Kekslover – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2007_05_23_Peter_Sempel.jpg
Peter Sempel ist tot
Er porträtierte berühmte Extremkünstler wie Lemmy von Motörhead oder Jonathan Meese und blieb doch dem Underground verbunden – dafür wurde er von Stars wie Martin Scorsese und Jim Jarmusch gefeiert. Nun ist Peter Sempel in Hamburg gestorben.
«Dokumentarische Musikpsychofilme» nannte Peter Sempel selbst das Filmgenre, für das der nimmermüde Undergroundfilmemacher vor allem bekannt war.
Sempel liebte Oper und Punk gleichermaßen – und den Film. In gleich mehreren Werken setzte er dem litauischen Regisseur Jonas Mekas (1922–2019) ein filmisches Denkmal. Mekas galt als «Pate des amerikanischen Avantgardekinos», war in New York als Filmkritiker, Betreiber einer Kinemathek, Archivar und Schöpfer von Tagebuchfilmen tätig. Über ihn lernte Sempel Al Pacino, Andy Warhol oder Jim Jarmusch kennen. Sein «Jonas at the Ocean» wurde 2003 zu Martin Scorseses TriBeCa-Festival eingeladen.
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Im Hamburger Nachtleben war Peter Sempel als fleißiger Werber in eigener Sache bekannt: Er plakatierte und verteilte Postkarten, stellte seine Fotos in Ausstellungen aus und genoss Retrospektiven seiner Werke.
feb
Der Underground-Künstler, den die Stars liebten
Der Hamburger Fotograf und Filmemacher war ein innovatives Unikat.
Heinrich Oehmsen
Nachruf Peter Sempel
Ob viele ihm jemals in die Augen sehen konnten, weiß ich nicht. Die verbarg er in den letzten Jahren nämlich fast immer hinter einer dunklen Sonnenbrille, und die gehörte wie sein dunkles Jackett unabdingbar zu seiner Selbstinszenierung als Künstler.
Peter Sempel war einfach unverwechselbar; eine Institution der Hamburger Filmkunst- und underground-Szene – aber er war weder eitel noch abgehoben, und verbittert darüber, dass in den deutschen Fernsehanstalten und im Förderbetrieb nicht alle seine Filme toll fanden, war er schon gar nicht. In der deutschen Dokumentarfilmlandschaft war er gewissermaßen „the last of the independents“, unkorrumpierbar und von einer mitreißenden Begeisterungsfähigkeit.
Thomas Frickel
https://agdok.de/de_DE/nachruf_peter_sempel
Liebe und Zeitlupe
Jahrzehntelang hat der Hamburger Indie-Filmemacher Peter Sempel eigenwillige Psychogramme über den Musikunderground gedreht.
Wer mit ihm sprach oder seine Filme sah, tauchte ein in ein eigenes assoziatives Universum. Sempel war ein Erzähler des Moments. Er porträtierte Künstler:innen wie Jonas Mekas, Nick Cave oder Nina Hagen nicht einfach, sondern webte sie voller Hingabe in seinen collagenartigen Bildteppichen ein. Aus den Filmprojekten entwickelten sich Freundschaften, etwa mit Nick Cave. „Es erfüllt mich mit Trauer, vom Ableben dieses einzigartigen, obsessiven und unendlich neugierigen Liebhabers der Welt zu erfahren. Mach’s gut Peter Sempel!“, teilt der australische Rockstar der taz mit.
Der Regisseur suchte nicht die harten Fakten von Biografien, Peter Sempel suchte den Rhythmus der Seele von Menschen, ihren Klang – und Freunde in ihnen.
Robert Matthies
https://taz.de/Zum-Tod-von-Peter-Sempel/!6165237
Videos:
«Artistas…» TRAILER Peter Sempel Sept2025
JONAS IN THE FIELDS (Jonas Mekas, part 4) by Peter Sempel TRAILER
«DIETER MEIER – EIN ZUFALL» ProgressTrailer 17.02.2020 Peter Sempel
«Flamenco Mi Vida» Trailer 2008
It Still Hurts – In memory of Lemmy Kilmister
NINA HAGEN 1999 «PUNK + GLORY» full rockumentary #ninahagen
Mehr:
https://www.facebook.com/peter.sempel
https://www.instagram.com/petersempel
https://www.imdb.com/de/name/nm0783888
https://taz.de/Peter-Sempel-ueber-sein-Leben/!5996592
https://zkm.de/de/personen/peter-sempel
(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Sempel
#PeterSempel #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger