29. April 2026
UNIVERSITÄT BERN: US-PHILOSOPHIN JENNIFER LACKEY HÄLT DIE «ANNA TUMARKIN LECTURES» 2026
«Anna Tumarkin Lectures in Philosophy» – so heisst die international erste Vorlesungsreihe, die ausschliesslich Frauen aufgrund ihrer herausragenden philosophischen Arbeit präsentiert. Dieses Jahr hat das Institut für Philosophie der Universität Bern Jennifer Lackey (Northwestern University, USA) eingeladen. Sie spricht am 4., 5. und 6. Mai 2026 darüber, dass Betroffene von schwerwiegenden Ungerechtigkeiten ein Recht auf Anerkennung ihres Schicksals haben.

Bild: Jennifer Lackey – Foto: © Monika Wnuk
Alle zwei Jahre lädt das Institut für Philosophie der Universität Bern eine international renommierte Philosophin ein, ihre aktuelle Arbeit an den «Anna Tumarkin Lectures in Philosophy» zu präsentieren. «Wir wollen begeisternde Philosophie bieten und philosophisch Interessierten ausstrahlungskräftige weibliche Identifikationsfiguren vorstellen», sagt Georg Brun, Professor am Institut für Philosophie der Universität Bern, der mit seinem Kollegen Claus Beisbart die Vorlesungsreihe organisiert. «Weil Frauen in der Philosophie immer noch unterrepräsentiert sind, arbeiten wir daran, dass mehr Frauen in Bern Philosophie studieren», sagt Beisbart.
Unrecht und Wiedergutmachung aus erkenntnistheoretischer Sicht
«Mit Jennifer Lackey haben wir eine Philosophin eingeladen, die in ausserordentlich engagierter Weise zeigt, welch grosse praktische und gesellschaftliche Relevanz theoretische Fragen in der Philosophie haben können», sagt Georg Brun. Als eine der führenden Denkerinnen auf dem Gebiet der sozialen Erkenntnistheorie wird sich Jennifer Lackey in ihren Berner Vorträgen mit Unrecht und Wiedergutmachung aus erkenntnistheoretischer Sicht befassen: Sie argumentiert, dass Betroffene gravierender Ungerechtigkeiten ein Recht auf Anerkennung ihres Schicksals haben – ohne dass über sie vereinfachende, einseitige Geschichten erzählt werden. Wir müssten deshalb, schreibt Lackey, «rundere Geschichten» entwickeln, und dafür brauche es «einen zwischenmenschlichen Prozess des Redens, Zuhörens und Lernens».
Über die «Anna Tumarkin Lectures in Philosophy»
Die «Anna Tumarkin Lectures in Philosophy» werden vom Institut für Philosophie der Universität Bern organisiert und von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW finanziell unterstützt. Die «Anna Tumarkin Lectures» finden alle zwei Jahre statt, sind öffentlich und kostenlos. An drei aufeinanderfolgenden Abenden stellt eine international renommierte Philosophin ihre aktuelle philosophische Arbeit vor. Veranstaltungssprache ist Englisch. Zielpublikum sind professionelle Philosophinnen und Philosophen, Studierende der Philosophie und allgemein philosophisch interessierte Personen.
Über Jennifer Lackey
Jennifer Lackey ist eine der renommiertesten Philosophinnen, die über soziale Fragen in der Erkenntnistheorie arbeitet. Sie verbindet ihre theoretische Arbeit mit einem grossen gesellschaftlichen Engagement und wendet sich mit öffentlichen Auftritten auch an ein breiteres Publikum. Lackey ist Wayne and Elizabeth Jones Professor of Philosophy und Professor of Law an der Northwestern University (USA). Sie ist zudem Gründerin und Leiterin eines universitären Bildungsprogramms für Gefangene in den USA. Lackey ist Autorin zahlreicher Bücher und Fachartikel sowie Herausgeberin zweier wichtiger Fachzeitschriften. Ihr Buch Criminal Testimonial Injustice (2023, Oxford University Press) wurde mit dem Buchpreis der North American Society for Social Philosophy ausgezeichnet.
Weitere Informationen:
https://sites.northwestern.edu/jal788
Kontakt:
https://www.philosophie.unibe.ch/atl

Bild: Logo der «Anna Tumarkin Lectures in Philosophy» – © Institut für Philosophie der Universität Bern
#AnnaTumarkinLectures #AnnaTumarkinLecturesInPhilosophy #InstitutPhilosophieUniversitätBern #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger