12. Juni 2026
«BANKENLAND SCHWEIZ»
Ausstellung im Landesmuseum Zürich, vom 12. Juni bis am 8. November 2026

Bild: Der Münzschatz von Ueberstorf im Kanton Freiburg besteht aus französischen Goldmünzen und Schweizer Silbermünzen. Münzhort von Ueberstorf FR (Auswahl), nach 1555, Gold und Silber © Schweizerisches Nationalmuseum
Die Schweiz gilt weltweit als Synonym für Banken, Sicherheit und finanzielle Stabilität. Doch wie wurde aus einem kleinen Alpenland einer der bedeutendsten Finanzplätze der Welt? Die neue Ausstellung «Bankenland Schweiz» geht dieser Frage nach und zeigt, wie eng das Schweizer Bankwesen mit der Geschichte und Identität des Landes verbunden ist.

Bild: Das Nationalbank-Gebäude des Architekten Eduard Joos (1869-1917) wurde in Bern von 1907 bis 1912 geplant und gebaut. Nationalbank in Bern, Photo-House Rüedi S.A., Lugano, 1956. © Schweizerisches Nationalmuseum
Die Ausstellung spannt den Bogen von den ersten Geldgeschäften der Antike bis zur heutigen digitalen Finanzwelt. Schon lange bevor es moderne Banken gab, spielten Geldwechsel, Kreditvergabe und Vermögensverwaltung eine wichtige Rolle. Münzhorte aus römischer Zeit, historische Wechselwaagen oder mittelalterliche Urkunden machen sichtbar, wie Menschen ihr Vermögen schützten und Handel betrieben. Jüdische Geldverleiher, lombardische Händler und frühe Privatbankiers legten die Grundlagen für das spätere Schweizer Bankwesen.

Bild: Vor 1907 druckten Schweizer Banken jeweils ihre eigenen Banknoten. 1881 wurden diese per Gesetz zwar vereinheitlicht, aber weiterhin von unterschiedlichen Banken herausgegeben. Nach dem Einrichten der Schweizerischen Nationalbank 1907 war schweizweit nur noch die aktuelle Banknotenserie der Nationalbank gültig. Bank in Basel, Banknote zu 50 Franken, Zug 1879. © Schweizerisches Nationalmuseum
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich die Schweiz zunehmend zu einer Geldwirtschaft. Sparkassen und Kantonalbanken ermöglichten breiten Bevölkerungsschichten erstmals das sichere Sparen.
Gleichzeitig entstanden Grossbanken wie die Schweizerische Kreditanstalt, die den Eisenbahnbau und die industrielle Entwicklung finanzierten. Historische Banknoten, Sparbüchsen oder Schalterobjekte aus Bankfilialen erzählen von dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs.

Bild: Die heute unter dem Namen LLB Schweiz bekannte Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet wurde 1848 in Uznach im Kanton St.Gallen als Leih- & Spar-Kassa des See-Bezirks gegründet. Sparbüchse der Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet, 1967-1970, Aluminium / Eisen © Schweizerisches Nationalmuseum
Ein zentrales Thema der Ausstellung ist das Vertrauen – die Grundlage jedes Bankgeschäfts. Banken stehen in der Schweiz bis heute für Diskretion, Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass dieses Vertrauen immer wieder erschüttert wurde: durch Bankenkrisen, Diskussionen um das Bankgeheimnis oder jüngste Ereignisse wie die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS. Damit wird deutlich, dass das Bankenland Schweiz nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen ist.

Bild: 1869 in Bern gegründet, wurde die Schweizerische Volksbank bis 1930 zur zweitgrössten Bank der Schweiz, ging im Herbst 1933 aber fast Konkurs und konzentrierte sich in der Folge auf das Schweizer Geschäft. 1993 wurde sie von der Credit Suisse übernommen. Kundensafe aus dem Hauptsitz der Schweizerischen Volksbank, Basel, 1912, Eisenblech © Schweizerisches Nationalmuseum
Neben historischen Objekten beleuchtet die Ausstellung auch den Wandel des Bankalltags. Vom Bankschalter über Geldzählmaschinen bis hin zu E-Banking und Kryptowährungen wird sichtbar, wie technische Innovationen den Umgang mit Geld verändert haben.
Interaktive Stationen, Umfragen und spielerische Elemente für Kinder laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, über ihre eigene Beziehung zu Geld, Sparen und Vertrauen nachzudenken.
lmz
Kontakt:
https://www.landesmuseum.ch/bankenland
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Kommentare von Daniel Leutenegger