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12. Juni 2026

STADT BERN: GEFÖRDERTES KULTURSCHAFFEN SOLL TEUERUNGSAUSGLEICH ERHALTEN

Der Gemeinderat der Stadt Bern hat die Kulturbotschaft 2028–2031 zur öffentlichen Vernehmlassung verabschiedet. Die Mittel für die Kulturförderung sollen gegenüber der Vorperiode um 3,6 Prozent erhöht werden, um einen Beitrag an den Teuerungsausgleich in den geförderten Institutionen zu leisten. Schwerpunkte der Kulturbotschaft sind in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung geplant. Im Bereich der Projekt- und Programmförderung will der Gemeinderat auf die Konsolidierung und Weiterentwicklung der laufenden Massnahmen setzen. Neu sollen die kulturellen Angebote im schulischen, sozio- und jugendkulturellen Kontext in der Kulturbotschaft abgebildet werden. Die Vernehmlassung dauert bis am 30. August 2026.

Erlacherhof Bern - Foto: JoachimKohlerBremen, 2019, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:JoachimKohler-HB (Ausschnitt) - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en - Datei:https://de.wikipedia.org/wiki/Erlacherhof#/media/Datei:Erlacherhof_in_Bern.jpg

Bild: Erlacherhof Bern – Foto: JoachimKohlerBremen, 2019, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:JoachimKohler-HB (Ausschnitt) – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlacherhof#/media/Datei:Erlacherhof_in_Bern.jpg

«Die Stadt Bern will der Bevölkerung ein breites und erschwingliches Kulturangebot ermöglichen. Deshalb fördert sie eine Vielzahl von Institutionen, Initiativen, Strukturen und Projekten. Zudem sollen Kunst- und Kulturschaffenden bestmögliche Rahmenbedingungen vorfinden»: So beginnt die heutige Medienmitteilung des Gemeinderates der Stadt Bern.

Für die Jahre 2028–2031 stehen der direkten Kulturförderung pro Jahr rund 40,2 Millionen Franken zur Verfügung. Gegenüber der Vorperiode entspricht dies einer Erhöhung von rund 3,6 Prozent oder 1,4 Millionen Franken. Die Erhöhung ist überwiegend bedingt durch den Beitrag an den Teuerungsausgleich bei den Institutionen. Das Paket umfasst 34 mehrjährige Leistungsverträge mit Kulturinstitutionen im Umfang von insgesamt 35,4 Millionen Franken. Dazu gehört auch die Orchesterförderung, die zum zweiten Mal ausgeschrieben werden soll und mit 310’500 Franken eingeplant ist. Die restlichen Mittel verteilen sich auf 13 Förderkredite mit einer Gesamtdotierung von 4,8 Millionen Franken.

34 Kulturinstitutionen mit Mehrjahresvertrag

Die Stadt Bern will ab 2028 mit 34 Kulturinstitutionen einen vierjährigen Leistungsvertrag abschliessen, davon bei 12 Institutionen gemeinsam mit dem Kanton Bern und der Regionalkonferenz Bern-Mittelland sowie im Fall des Bernischen Historischen Museums zusätzlich mit der Burgergemeinde Bern.

17 der geplanten Vierjahresverträge sind städtische Leistungsverträge. Die fünf Leistungsverträge der Kinder- und Jugendkultur im schulischen, sozio- und jugendkulturellen Kontext sollen mit zwei Jahren Laufzeit weitergeführt werden. Drei der vorgesehenen Leistungsverträge sind neu: Mit dem Theater Szene, das im Quartier Weissenbühl Stücke für die ganze Familie aufführt, soll ein gemeinsamer Leistungsvertrag von Kanton, Region und Stadt abgeschlossen werden. Der Verein BewegGrund, der sich dem inklusiven Tanz widmet, und das global tätige Musiknetzwerk Norient sollen städtische Leistungsverträge erhalten.

Beitrag an den Teuerungsausgleich in den Institutionen

«Die Teuerung belastet die Kulturbetriebe spürbar und wurde seit 2016 in den Leistungsverträgen nicht ausgeglichen. Kanton, Region und Stadt Bern haben sich verständigt, diesem Umstand mit einer einheitlichen Erhöhung der Fördermittel zu begegnen. Ausschliesslich städtisch geförderten Institutionen soll die gleiche Erhöhung gewährt werden. Der zukünftige Beitrag zum Teuerungsausgleich in den Institutionen ist ein wesentlicher Baustein, um Qualität, Vielfalt und faire Arbeitsbedingungen Berns Kultur zu unterstützen.», ist in der Mitteilung zu lesen.

«In einer gesellschaftlich polarisierten Gegenwart ist Kultur wichtiger denn je. Sie schafft Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensrealitäten einander begegnen, stärkt Empathie und Urteilskraft und trägt so zum Zusammenhalt unserer Stadt bei. Die Kulturbotschaft 2028–2031 setzt diese Überzeugung in konkrete Förderung um – mit dem klaren Bekenntnis: Die Freiheit der Kunst ist ein demokratisches Grundrecht», erklärt Stadtpräsidentin Marieke Kruit.

Kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen

«Kultur ist in der Stadt Bern ein selbstverständlicher Teil der Bildung. Die Kinder- und Jugendkultur wird seit 2017 als eigenständige Kulturleistung mit Innovationspotenzial anerkannt und gefördert. Erstmals werden nun die entsprechenden Angebote in der Zuständigkeit der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) in die Kulturbotschaft 2028–2031 aufgenommen. Damit will der Gemeinderat die kulturelle Teilhabe und die Bedeutung der Kinder- und Jugendkultur in seiner Kulturpolitik stärken.», heisst es in Mitteilung aus dem Erlacherhof Bern.

Konsolidierung in der Projekt- und Programmförderung

Das Monitoring der aktuellen Förderperiode zeige, dass die 2024 eingeführten neuen Standards zu einer Professionalisierung beitragen und der Anteil der Sparten stabil bleibt. Die Stadt Bern wolle den eingeschlagenen Weg in den Jahren 2028–2031 weiterverfolgen und damit «die Kulturförderung gezielt in Richtung Transparenz, Fairness, Vielfalt und Professionalität weiterentwickeln».

Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Die bereits in der aktuellen Periode praktizierte Schwerpunktsetzung auf die ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Nachhaltigkeit soll in der Kulturbotschaft 2028-2031 weitergeführt werden. Neu dazu kommen soll der Schwerpunkt Digitalität: «Die digitale Transformation verändert Kulturproduktion, -vermittlung und -rezeption grundlegend. Die Stadt Bern will dabei nicht nur reagieren, sondern aktiv gestalten: Sie fördert die digitale Kompetenz von Kulturschaffenden und -institutionen und beteiligt sich an der Entwicklung gemeinsamer Grundlagen für den Umgang mit den Herausforderungen der Digitalität – namentlich im Bereich der künstlichen Intelligenz.»

Die Vernehmlassung zur Kulturbotschaft 2028-2031 dauert bis zum 30. August 2026. Die Botschaft wird danach überarbeitet und vom Gemeinderat Ende dieses Jahres verabschiedet. Gleichzeitig wird der Gemeinderat über die Vierjahresverträge für die Kulturinstitutionen entscheiden und dem Stadtrat die hierzu nötigen Kreditanträge unterbreiten. Für jene Kredite, über die aufgrund der Höhe abschliessend die Stimmberechtigten entscheiden, wird die Abstimmung voraussichtlich am 6. Juni 2027 stattfinden.

Quelle / Mehr / Kontakt:

https://www.bern.ch/mediencenter/medienmitteilungen/aktuell_ptk/kulturbotschaft-2028-2031-start-der-oeffentlichen-vernehmlassung

#KulturStadtBern #StadtBernKulturbotschaft2028_2031 #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 12. Juni 2026
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Politik und Gesellschaft

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