19. Mai 2026
«JANIVA ELLIS, GENEVA»
Ausstellung in der Kunsthalle Basel, bis am 9. August 2026

Bild: © Janiva Ellis, «When God Splits the Atom», 2025, Detail, in: «Janiva Ellis, Geneva», Kunsthalle Basel, 2026 – Foto: © Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Die erste institutionelle Einzelausstellung in Europa von Janiva Ellis (geboren 1987 in Kalifornien) eröffnet mit einem Dialog aus elf Gemälden, die eigens für diesen Anlass entstanden sind. Die Arbeiten verbinden figurative Bildsprache mit Abstraktion und bewegen sich zwischen Widersprüchen und Vielschichtigkeiten.

Bild: © Janiva Ellis, «Inner Blitz», 2026, Detail, in: «Janiva Ellis, Geneva», Kunsthalle Basel, 2026 – Foto: © Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Drei Fäden durchziehen die Ausstellung: das Religiöse, die Landschaft und das Erotische. Jedes dieser Bildthemen ist eng mit der Geschichte der Malerei verknüpft und wurde im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder neu gedeutet. Ellis arbeitet sich durch die existenziellen Fragen, die die europäische Kunstgeschichte als allgemeingültig und unvermeidlich weitergereicht hat: keine blossen Themen, sondern ererbte, kanonische Bedeutungsstrukturen – und das, was diese Muster verbergen oder ausblenden. Sprache durchzieht die Arbeit auf ähnliche Weise. Sie kann Bedeutung zusammenhalten, aber auch aufbrechen und verschieben, und macht so sichtbar, was im Akt des Benennens immer schon ausgelassen wird.

Bild: «Janiva Ellis, Geneva», Ausstellungsansicht Kunsthalle Basel, 2026 – Foto: © Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Was in jedem Gemälde an die Oberfläche tritt, mag auf den ersten Blick wie die letzte Schicht wirken, tatsächlich ist es der jüngste Zustand von etwas, das immer wieder überarbeitet wurde. Darunter liegen frühere Entscheidungen, Gesten, die revidiert oder übermalt wurden. Ellis’ Arbeitsprozess sammelt sich in Schichten an und zieht Motive aus digitalen Bildern, Archiven und beiläufigen Begegnungen heran. Ihre Gemälde bewegen sich gleichzeitig in verschiedenen Kategorien: technisch und cartoonhaft, monumental und schräg, wobei das Komische und das Katastrophale nah beieinander bleiben, ohne sich gegenseitig zu erklären.

Bild: © Janiva Ellis, «May Day», 2026, Installationsansicht, in: «Janiva Ellis, Geneva», Kunsthalle Basel, 2026 – Foto: © Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Der Ausstellungstitel «Geneva» begleitet Ellis seit einiger Zeit. Im Englischen ähnelt er dem Vornamen der Künstlerin, Janiva, phonetisch so sehr, dass es wiederholt zu Verwechslungen kommt. Wie in den Gemälden selbst beginnt das Erkennen hier mit dem Vertrauten, bevor es sich allmählich auflöst. Dass dieser Moment nun in der Kunsthalle Basel seinen Ort findet, hat ein besondere Kraft.
Kuratiert von Mohamed Almusibli
cp
Kontakt:
https://kunsthallebasel.ch/de/exhibitions/janiva-ellis

Bild: © Janiva Ellis, «Une nuit agitée», 2026, Installationsansicht, in: «Janiva Ellis, Geneva», Kunsthalle Basel, 2026 – Foto: © Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
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Kommentare von Daniel Leutenegger