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19. Januar 2026

«MAX VON MOOS. DIE AUFSCHLÜSSELUNG»

Ausstellung im Kunsthaus Zug, vom 24. Januar bis am 25. Mai 2026 - Eröffnung am Freitag, 23. Januar 2026 von 18.30 bis 21 Uhr

Max von Moos in seinem Atelier in der Villa Heimbach, im Rücken der «Totentanz» (1953), ca. 1955, Foto: Peter Ammon, https://maxvonmoos.ch/dokumentation/ / https://www.peter-ammon.ch/

Bild: Max von Moos in seinem Atelier in der Villa Heimbach, im Rücken der «Totentanz» (1953), ca. 1955, Foto: © Peter Ammon, https://maxvonmoos.ch/dokumentation/ / https://www.peter-ammon.ch/

«Wer ist von Moos?», fragte eine Journalistin anlässlich einer Ausstellungsbesprechung von 1984. Diese Frage ist bis heute erstaunlich aktuell, denn das Werk von Max von Moos (1903–1979), einem der bedeutendsten Vertreter des Schweizer Surrealismus, entzieht sich nach wie vor einer eindeutigen Lesart – eine Offenheit, die wesentlich zu seiner anhaltenden Faszination beiträgt.

Ausgehend von den jüngsten Schenkungen schärft die Ausstellung im Kunsthaus Zug den Blick auf den umfangreichen Sammlungsbestand und eröffnet neue Perspektiven auf sein Œuvre. Ausgangspunkt ist das Gemälde «Aufschlüsselung»: Entlang zentraler Themen wird das bekanntlich düstere, zuweilen aber überraschend heitere Werk neu betrachtet, ohne jedoch das Geheimnis seines Werks gänzlich zu entschlüsseln.

Max von Moos zählt zu den zentralen Protagonisten der modernen Schweizer Kunst. Zeitlebens in Luzern verwurzelt, prägte er über fast vier Jahrzehnte als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Generationen von Kunstschaffenden und er gilt bis heute als eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten der Zentralschweiz. In diesem lebendigen sozialen und künstlerischen Umfeld schuf er ein herausragendes Werk, das wesentlich zum Schweizer Surrealismus beitrug.

Mit den jüngsten Schenkungen der Sammlung Peter Thali (2022) und der Max-von-Moos-Stiftung (2024/25) verfügt das Kunsthaus Zug heute über die grössten und bedeutendsten Werkgruppen von Max von Moos. Die umfangreiche Erweiterung umfasst Arbeiten aus allen Schaffensphasen –von frühen Kinderzeichnungen bis zu späten Filzstiftarbeiten.

Die Ausstellung «Max von Moos – Die Aufschlüsselung» präsentiert diese Neuzugänge nun erstmals und eröffnet einen neuen, vertieften Blick auf das faszinierende Œuvre des Künstlers.

«Die Aufschlüsselung»

Das geheimnisvolle Gemälde «Die Aufschlüsselung» (1936) bildet den Ausgangspunkt der gleichnamigen Ausstellung. «Aufschlüsselung» bedeutet gemeinhin das systematische Erklären von komplexen Dingen, mit dem Ziel, Klarheit zu schaffen. Während Kunsthistoriker:innen sich dem Werk des Künstlers in der Vergangenheit bereits von unterschiedlichen Seiten angenähert haben, um es zu entschlüsseln, bleibt in dieser Ausstellung eine eindeutige Erklärung seines Schaffens bewusst aus. Stattdessen wird das oftmals düstere, mitunter aber überraschend heitere Werk von Max von Moos entlang von drei konzeptionellen Strängen betrachtet:

Erstens: Formale Aufschlüsselung

Max von Moos hat unaufhörlich gezeichnet; sein Nachlass umfasst über 20’000 Blätter. Sie zeigen seinen Arbeitsprozess: Motive werden variiert, verdichtet, aufgelöst und neu zusammengesetzt. Die Zeichnungen lassen formale Entwicklungen ablesen, die in seine Gemälde einfliessen und von dort zurück in die Zeichnung. Im Dialog zwischen Zeichnungen und Gemälden werden die zentralen Formen, Motive und Inhalte erkennbar, die den Künstler bis zu seinem Tod beschäftigt haben.

Zweitens: Kunsthistorische Aufschlüsselung

Anhand von ausgewählten Dokumenten aus dem schriftlichen Nachlass sowie von Publikationen, die der Künstler besessen hat, Fotografien, die ihn vor seinem Werk zeigen, von Ausstellungskatalogen und Zeitungsauschnitten, wird sichtbar, wie vielschichtig die Persönlichkeit des Künstlers war. Um sein Umfeld sichtbar zu machen, wird sein Werk ausserdem punktuell durch Arbeiten von Künstler:innen ergänzt, die ihn beeinflusst haben oder die zu seinen Schüler:innen zählten.

Drittens: Selbstaufschlüsselung

Teil der Schenkung der Max-von-Moos-Stiftung ist ein Konvolut von rund 1’000 zeichnerischen Selbstporträts. Deshalb begegnet Max von Moos den Besuchenden der Ausstellung immer wieder in Selbstporträts. Sie zeigen die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selbst: ein eindrücklich-obsessiver Akt der Selbstbefragung und Selbstaufschlüsselung.

Durch diese drei Schwerpunkte eröffnen sich neue Perspektiven auf ein vielschichtiges Œuvre und eine schillernde Künstlerpersönlichkeit – ohne jedoch das Geheimnis von Werk und Person gänzlich entschlüsseln zu wollen.

Biografie

Max von Moos wurde 1903 in Luzern geboren. Seine Mutter war Bibliothekarin, sein Vater Kunstmaler und später Direktor der Kunstgewerbeschule Luzern. 1917 erkrankte er an Tuberkulose und er erholte sich an der Riviera und in Arosa, wo erste Aquarelle entstanden. Ab 1919 besuchte er die Kunstgewerbeschule und wurde von seinem Vater unterrichtet. 1922/23 studierte er in München bei Johan Thorn Prikker, brach jedoch verunsichert durch die Begegnung mit alten Meistern in der Pinakothek ab. Nach einer Lehre als Buchantiquar in Basel kehrte er 1929 ins Elternhaus zurück, arbeitete in einer Werbefirma und setzte sich intensiv mit zeitgenössischer Kunst auseinander.

Ab 1931 unterrichtete Max von Moos an der Kunstgewerbeschule und schuf ab 1934 surrealistische Arbeiten. 1937 folgte seine erste Einzelausstellung in Luzern. In den 1940er-Jahren engagierte er sich politisch, zog sich aber 1947 nach Kritik an seinem Engagement zurück. In den 1950ern entstanden tachistische Werke; 1961 zeigte das Kunstmuseum Luzern eine grosse Retrospektive. 1966 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Luzern (die Laudatio hielt Max Bill). 1969 trat er, nach fast 40 Jahren als Lehrer und Professor an der Kunstgewerbeschule Luzern, in den Ruhestand. In den 1970ern verschlimmerte sich sein Augenleiden, sodass er die Malerei aufgab; stattdessen arbeitete er mit dicken Filzstiften.

Max von Moos starb 1979 in Luzern. 1981 wurde eine Stiftung zur Pflege seines Werks errichtet. 2003 wurde erstmals der Max-von-Moos-Förderpreis verliehen.

Kuratiert von Jana Bruggmann

khz

Kontakt:

https://kunsthauszug.ch/de/exhibitions/exhibition/max-von-moos

Bilder von Werken von Max von Moos:

Leider verfügt ch-cultura.ch nicht über die finanziellen Mittel, um die entsprechenden Urheber:innenrechts-Abgaben (ProLitteris) zu bezahlen.
Kostenlos können Werke von Max von Moos u.a. hier betrachtet werden:

https://maxvonmoos.ch/werkauswahl/

https://recherche.sik-isea.ch/de/sik:person-4000066:exp/in/sikisea/actor

https://kunsthauszug.ch/de/exhibitions/exhibition/max-von-moos

https://www.kollerauktionen.ch/de/fachgebiete/schweizer-kunst/von-moos_-max

#MaxVonMoos #MaxVonMoosStiftung #MaxVonMoosKunsthausZug #MaxVonMoosAufschlüsselung #JanaBruggmann #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. Januar 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Museum, Ausstellung, Galerie

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