Ausstellung im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus, bis am 31. Dezember 2026

Bild: Claude Monet, Nymphéas blancs et jaunes, um 1915–1917, Kunst Museum Winterthur, Schenkung des Galerievereins, 1952 – Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

Bild: Sophie Taeuber-Arp, Plan profilés en courbes, 1935, Kunst Museum Winterthur, Ankauf, 1961 – Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)
Nach einer achtmonatigen Schliessung hat das Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus am 19. September 2026 seine Türen wieder geöffnet. Die umfassende Erneuerung der Infrastruktur – insbesondere der Wandbespannungen und Lichtanlagen – bietet Anlass, die renommierte Sammlung der klassischen Moderne in einer konzisen Neupräsentation zu zeigen.
Am 2. Januar 1916 öffnete das Museumsgebäude in Winterthur als eines der ersten grossen Museen in der Schweiz und wurde gleich im Eröffnungsjahr zum Schauplatz der Kunstgeschichte: Die französische Moderne feierte hier ihren ersten grossen Auftritt in der Schweiz. Der berühmte Kunsthändler Ambroise Vollard reiste extra aus Paris an und sprach beeindruckt vom «Tempel» der französischen Kunst.
Unter dem Titel «Moderne Reloaded. Monet bis Mondrian – Bailly bis Baer» knüpft die Neupräsentation an diese Tradition an und richtet zugleich den Blick nach vorn. Im Zentrum stehen weiterhin die grossen Ikonen der Moderne: Claude Monets berühmte Seerosen, Vincent van Goghs Landschaften, Piet Mondrians wegweisende Kompositionen. Hauptvertreter der Moderne wie Pablo Picasso und George Braque, bis zu René Magritte und Giorgio Morandi sind ebenso zu finden wie Schlüsselwerke von Künstlern wie Paul Klee und Alberto Giacometti…

Bild: Alice Bailly, Matin frileux au Luxembourg, 1921, Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Georg Reinhart, 1928 – Foto: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn)
Die Neupräsentation setzt aber auch neue Akzente. Künstlerinnen wie Alice Bailly, Sophie Taeuber-Arp, Meret Oppenheim, Verena Loewensberg, Maria Lassnig und Jo Baer rücken stärker in den Fokus der Sammlung und machen den prägenden Beitrag von Künstlerinnen zur Entwicklung der Moderne sichtbar.
Gleichzeitig würdigt die Neupräsentation jene Winterthurer Sammlerpersönlichkeiten – darunter Hedy und Arthur Hahnloser, Richard Bühler, Heinrich Wolfer sowie Clara und Emil Friedrich-Jezler –, deren Weitblick diese aussergewöhnliche Sammlung erst möglich gemacht hat. Dank dem Legat Friedrich-Jezler gilt die Sammlung des Kunst Museums Winterthur als eine der bedeutendsten der klassischen Moderne in der Schweiz.
Mit der Wiedereröffnung des Museums Beim Stadthaus findet zugleich der mehrjährige Sanierungszyklus des Kunst Museums Winterthur seinen Abschluss. Nach der Wiedereröffnung der Villa Flora im Jahr 2024 und des Reinhart am Stadtgarten im Jahr 2025 sind damit alle drei Standorte erneuert und bereit für die Zukunft.
Kuratiert von Konrad Bitterli, Andrea Lutz und David Schmidhauser
kmw
Kontakt:
https://www.kmw.ch/ausstellung/moderne-reloaded

Bild: Ausstellungsansicht © Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus, 2026
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Kommentare von Daniel Leutenegger