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20. Dezember 2025

«MORBUS HELVETICUS»

Cantonale Berne Jura 25 / 26, Ausstellung in der Kunsthalle Bern, bis am 8. Februar 2026

cassiane d. Pfund, quand je nous oublie j’allume un cierge (2025). Performance an der Cantonale Berne Jura: MORBUS HELVETICUS, Kunsthalle Bern, 2025 - Foto: David Aebi

Bild: cassiane d. pfund, quand je nous oublie j’allume un cierge (2025). Performance an der Cantonale Berne Jura: MORBUS HELVETICUS, Kunsthalle Bern, 2025 – Foto: David Aebi

Herzrasen, Atemnot, Appetitverlust, Schwäche und geistige Verwirrung: So beschrieben Schweizer Ärzte im 17. Jahrhundert jene rätselhafte Erkrankung, von der vor allem Söldner fern der Heimat betroffen waren.

«Morbus Helveticus» – die Schweizerkrankheit: Eine medizinische Diagnose für ein Gefühl, das hier erstmals einen Namen erhielt: Heimweh. Heute gilt Heimweh nicht mehr als Krankheit, doch der Begriff bleibt prägend. Er bezeichnet das schmerzliche Vermissen eines Ortes und verweist zugleich darauf, dass Heimat selbst zum Ort des Unbehagens werden kann, dass man dort krank werden kann, wo man vermeintlich hingehört. «Heimat» war lange völkisch-national besetzt, verknüpft mit Landschaft, Nation und Reinheit und gestützt durch Abgrenzung. Dennoch umfasst der Begriff Erfahrungen, die weit über dieses enge Verständnis hinausreichen.

Heimat kann in einer Landschaft wurzeln, in einem Berg, einem Haus, einem Geruch, in topografischer Vertrautheit, die prägt. Sie entsteht ebenso in Beziehungen: in Sprache, Fürsorge, geteilten Erinnerungen und dem Gefühl, gesehen zu werden. Und manchmal beginnt oder endet sie im Körper selbst: in Momenten, in denen er ein Zuhause ist, oder in Zeiten, in denen Krankheit, Migration, Wandel oder geschlechtliche Normen ihn zu einem Ort der Fremdheit machen. Körper können Schutzräume sein oder Orte des Verlusts; sie speichern Geschichte, Verletzung und Widerstand.

Heimat kann verloren gehen, sich verschieben, zerbrechen oder neu entstehen. Man kann ankommen und dennoch fremd bleiben, weggehen und dennoch verbunden sein. Die Künstler:innen dieser Ausstellung erkunden diese fragile, ambivalente Zone. Mit Empathie, Schärfe und formaler Präzision zeigen sie, wie Zugehörigkeit entsteht, wie sie brüchig wird und welche neuen Heimaten in Erinnerung, Material und Ritual sichtbar werden können.

Mit Werke von

Tania Al Farouki, Nasrin Amiri Ramsheh, Livio Casanova, Chun Chen, Carla Blanca Corminboeuf, Rhoda Davids Abel, Beth Dillon, Garance Finger, Christina Gähler, Guadalupe Ruiz, Margaux Huber, Anna Jaun, Lorena Lira, cassiane c. pfund, Andrea Cindy Raemy, Michal Florence Schorro, Anouk Sebald, Ruven Joas Stettler

Jury Kunsthalle Bern:

Claudia Heim (Kuratorin der Ausstellung, Kunsthalle Bern)
iLiana Fokianaki (Direktorin, Kunsthalle Bern)
Larissa Platz (Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin)

khb

Kontakt:

https://kunsthallebern.ch/de/Exhibitions/2025-Cantonale-Berne-Jura-Morbus-Helveticus

https://cantonale.ch

Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:

https://ch-cultura.ch/?s=cantonale+berne+jura

DIE CAN­TO­NA­LE BER­NE JU­RA 25/26 STEHT VOR DER TÜR – LA CAN­TO­NA­LE BER­NE JU­RA 25/26 FRAP­PE À LA POR­TE

#CantonaleBerneJura25_26 #MorbusHelveticus #KunsthalleBern #ClaudiaHeim #iLianaFokianaki #LarissaPlatz #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 20. Dezember 2025
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Museum, Ausstellung, Galerie

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