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8. September 2026

«UNFOLDED MINUTE»: SIEGERPROJEKT FÜR SCHWEIZER MEMORIAL IN BERN FÜR DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS

Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), und die Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit haben heute in Bern das Siegerprojekt für das Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus vorgestellt. Das Projekt «unfolded minute», das Kunst und Information vereint, soll bis Ende 2027 auf der Berner Casinoterrasse umgesetzt werden.

©ASA+SAGA - Projekt Unfolded Minute - Team ASA+SAGA, Jannik Giger, Schüch&Koellreuter, Rahel Zaugg

Bild: Das Konzept des Erinnerungsortes «unfolded minute» wurde von der Jury aus elf Vorschlägen ausgewählt. — © ASA+SAGA – Projekt «unfolded minute» – Team ASA+SAGA, Jannik Giger, Schüch&Koellreuter, Rahel Zaugg

«Die Wahl des Siegerprojekts ist eine wichtige Etappe bei der Umsetzung des bundesrätlichen Entscheids vom April 2023, einen Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen. Der Erinnerungsort, der in der Nähe des Bundeshauses errichtet wird, soll die Erinnerung an die Shoah und die sechs Millionen getöteten Jüdinnen und Juden sowie alle anderen Opfer des Nationalsozialismus wachhalten, insbesondere jene, die einen Bezug zur Schweiz haben. Zudem soll es die Öffentlichkeit für die Auswirkungen von Verfolgung, Ausgrenzung und Antisemitismus sensibilisieren und die Reflexion über diese Themen in unserer heutigen Gesellschaft anregen», ist in der heutigen Medienmitteilung aus dem Bundeshaus zu lessen.

«Sichtbarer und lebendiger Erinnerungsort»

«Als der Bundesrat beschloss, dieses Projekt zu lancieren, ging es ihm nicht einfach darum, in Bern ein neues Kunstwerk aufzustellen. Er wollte vielmehr einen sichtbaren und dauerhaften Ort der Erinnerung in der Bundeshauptstadt schaffen. Dieser Ort muss unserer doppelten Verantwortung gerecht werden: Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen und die Konsequenzen für die Gegenwart ziehen», sagte Bundesrat Ignazio Cassis an der Medienkonferenz in Bern. Die Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit erklärte: «Die Stadt Bern stellt für diesen Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus mit der Casinoterrasse bewusst einen zentralen und lebendigen öffentlichen Platz in der Nähe des Bundeshauses zur Verfügung. Die Erinnerung soll uns dazu bewegen, die Würde jedes Menschen zu achten und Ausgrenzung entgegenzutreten».

Für das Projekt wurde im Juli 2025 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Stadt Bern und der Initiator:innen des Memorials sowie unabhängigen Expertinnen und Experten wählte das Siegerprojekt «unfolded minute» aus elf Vorschlägen aus. Es sieht eine Klangwand entlang der Stützmauer der Casinoterrasse, Informationen zur Rolle der Schweiz während des Nationalsozialismus sowie eine Website mit individuellen Geschichten und dem historischen Kontext vor. Ein Forum auf der Terrasse soll Führungen, den Austausch mit Schulen und weitere Vermittlungsaktivitäten erlauben.

Kunstinstallation und Geschichtsvermittlung

Nach Ansicht der Jury, die von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Madeleine Schuppli präsidiert wurde, vereint das Projekt künstlerischen Ausdruck, Geschichtsvermittlung und Einbindung in den öffentlichen Raum auf überzeugende Weise: «Es schafft einen lebendigen Erinnerungsort, der Besinnung, Austausch und Reflexion ermöglicht.» Das Team des Siegerprojekts wurde von den Historikerinnen Franziska Schürch und Isabel Koellreuter geleitet. Des Weiteren gehören die Kunstschaffenden Jannik Giger und Rahel Zaugg sowie die Architektinnen Andrea Steegmüller und Salomé Gutscher vom Architekturbüro ASA + SAGA GmbH dazu.

«Die elf Projekteingaben zeugen von vielfältigen Ansätzen und einer vertieften Auseinandersetzung mit den Zielen des Erinnerungsorts», heisst es in der Mitteilung. Sie werden vom 23. bis 26. September 2026 in einer Ausstellung im Zentrum Paul Klee in Bern gezeigt. Der Bericht der Jury wird ebenfalls veröffentlicht.

Nationales Netzwerk von Erinnerungsorten

Das Memorial wird von einem Trägerverein betreut, dem mehrere Organisationen aus den Bereichen Erinnerungsarbeit und Geschichtsforschung angehören. Dieser soll dafür sorgen, dass der Erinnerungsort durch Informationsangebote und Partnerschaften mit Akteur:innen aus Bildung und Kultur mit Leben erfüllt wird.

«Der Erinnerungsort in Bern ist Teil der Schweizer Anstrengungen, die Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Folgen in der Schweiz besser bekanntzumachen. Zusammen mit dem geplanten Vermittlungszentrum Diepoldsau (SG) wird es zur Entwicklung eines nationalen Netzwerks der Erinnerungsorte zur Zeit des Nationalsozialismus beitragen, das vom Bundesamt für Kultur unterstützt ist», ist in der Mitteilung zu lesen.

Mehr:

https://www.eda.admin.ch/de/schweizer-memorial-fuer-die-opfer-des-nationalsozialismus-ein-erinnerungsort-in-der-stadt-bern

https://www.eda.admin.ch/dam/de/sd-web/zggZEdVBEhla/broschuere-memorial_DE.pdf

https://www.eda.admin.ch/dam/de/sd-web/U60QYv4lykN9/schweizer-memorial-jurybericht_DE.pdf

Quelle:

https://www.eda.admin.ch/de/newnsb/HGYyhrUtX6yM

#UnfoldedMinute #FranziskaSchürch #IsabelKoellreuter #JannikGiger #RahelZaugg #AndreaSteegmüller #SaloméGutscher #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 8. September 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Politik und Gesellschaft

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