«Biel Bienne», die seit 1978 bestehende zweisprachige Gratis-Zeitung, wird Ende des Jahres eingestellt. Zusammen mit der Stadt Biel-Bienne soll 2027 eine neue zweisprachige Wochenpublikation lanciert werden. Christian Bärenfaller, CEO der Gassmann Media AG, bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Bieler Portals «Ajour». Grund der Einstellung nach fast 50 Jahren seien «sinkende Inserate-Einnahmen, steigende Verteilkosten sowie das geänderte Leseverhalten der jüngeren Bevölkerung».

Bild: Ausschnitt Frontseite «BIEL BIENNE», 29.09.2026, © Gassmann Media AG, https://bielbienne.com/files/Bielbienne/BB%20aktuell/bb_aktuell_d.pdf
«Kein Ende mit Schrecken»
«Die sinkenden Inserate, die immer höheren Verteilkosten, die Abkehr der jungen Leser vom Print verunmöglichen im kommenden Jahr die Herausgabe unserer Gratiszeitung. Die Firma Gassmann (seit Jahren umsichtig und erfolgreich für unsere Inserate zuständig) und ich als längst pensionierter redaktioneller Leiter und Gründer der Zeitung sind nach intensiven Überlegungen und eingehendem Sondieren aller Möglichkeiten zum eindeutigen Schluss gekommen, das Abenteuer noch rechtzeitig Ende dieses Jahres zu einem guten Ausklang zu bringen. Nicht einfach leichtfertig ein Ende mit Schrecken abzuwarten. Natürlich verlieren die Romands, deren Bevölkerung in Biel immer weiter zugenommen hat, eine wichtige bielerische Print-Stimme. Und die letzte echt zweisprachige Zeitung der Schweiz verschwindet.»
Gründer Mario Cortesi, in «BIEL BIENNE» vom 29. September 2026
https://bielbienne.com/files/Bielbienne/BB%20aktuell/bb_aktuell_d.pdf
Fin d’une époque
Après près de 49 ans, c’est la fin: le journal gratuit bilingue «Biel Bienne» paraîtra pour la dernière fois fin 2026.
Dans l’édition d’aujourd’hui de «Biel Bienne», son fondateur, Mario Cortesi, annonce la disparition du journal à la fin de l’année.
https://ajour.ch/de/story/699287/le-journal-biel-bienne-cessera-de-paratre-la-fin-de-lanne
Aus der Geschichte: «Die erste zweisprachige Gratiszeitung der Schweiz»
Bis 1955 gab es in Biel vier Tageszeitungen: Das «Bieler Tagblatt», das «Journal du Jura», die «Seeländer Volksstimme» (später: «Seeländer Volkszeitung») und den zweisprachigen «Express». 1955 wurde der «Express» durch die Firma Gassmann aufgekauft, sein Abonnentenpotential verschwand in den firmeneigenen Blättern «Bieler Tagblatt» und «Journal du Jura».
1966 fusionierte die «Seeländer Volkszeitung» mit der «Berner Tagwacht». Damit war die letzte Presseopposition auf dem Platze Biel verschwunden: Verleger Gassmann stand konkurrenzlos da. Während 12 Jahren gaben Gassmanns Lokalblätter den Ton an. Sie waren sich dabei ihrer Machtstellung durchaus bewusst: Sie beschäftigten extrem konservative Redaktoren, die sich nicht scheuten, andersdenkende Bürger zu verunglimpfen, Informationen zu unterdrücken und zu manipulieren. Ein Gegendarstellungsrecht gab es in den Gassmann-Blättern nicht, kritische Leserbriefe wurden keine abgedruckt.
Mit der Gründung der Zeitung «BIEL BIENNE» 1978 verfolgte das Büro Cortesi mit dem «Gründungsmanifest» ganz bestimmte Ziele.
Quelle / Mehr:
https://www.bielbienne.com/de/die-geschichte.html
Kontakt / Contact:
https://www.gassmannmedia.ch/kontakt
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
https://ch-cultura.ch/?s=gassmann
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Kommentare von Daniel Leutenegger