Das Medienunternehmen TX Group teilt heute mit, dass es die tägliche Printausgabe von «20 Minuten» per Ende 2025 einstellt. Gleichzeitig investiere das Unternehmen in die «Weiterentwicklung von Digitalprodukt, Marke und Wertschöpfung sowie in neue kommerzielle Angebote». «Aufgrund der Neuausrichtung werden auch strukturelle Anpassungen vorgenommen, die – vorbehältlich der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens – zu einem Abbau von bis zu 80 Vollzeitstellen führen. Im Zentrum der neuen Organisation von ‹20 Minuten› steht eine nationale Redaktion für die Deutsch- und Westschweiz.», heisst es in der Medienmitteilung der TX Group. Als Gründe für den Entscheid nennt die TX Group die sich rasch wandelnde Mediennutzung und sinkende Erträge im Printgeschäft. Der Berufsverband Impressum und die Gewerkschaft Syndicom protestieren.

Bild: Logo «20 Minuten» – Foto: Mbee83 – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20_Minuten_Logo.svg
Im Zuge der Neuausrichtung wird «20 Minuten» organisatorisch neu aufgestellt: «Die aktuell separat geführten Redaktionen in der Deutsch- und Westschweiz werden zu einer nationalen Redaktion mit den Standorten Lausanne, Bern und Zürich zusammengeführt. Die Auflösung der Regionalbüros in Basel, Genf, Luzern und St.Gallen ist per Ende 2025 geplant. Regionale News bleiben weiterhin ein zentraler Bestandteil der Berichterstattung und werden durch ein agiles Korrespondentennetz abgedeckt.», schreibt die TX Group in der heutigen Medienmitteilung.
Die publizistische Gesamtleitung von «20 Minuten» und «20 minutes» übernehme per 1. September 2025 Chefredaktorin Désirée Pomper, die aktuell die Publizistik in der Deutschschweiz verantwortet. Philippe Favre, seit der Gründung 2006 Chefredaktor von «20 minutes», werde Directeur Romandie. In dieser Funktion verantworte er fortan die Leitung des Standorts Lausanne, Geschäftsaktivitäten in der Westschweiz sowie die operative Zusammenarbeit mit dem Joint Venture «L’essentiel» in Luxemburg. Zudem werde künftig die Romandie in der nationalen Chefredaktion vertreten sein.
«Die geplante Einstellung der täglichen Printausgabe und die Anpassungen der Organisation führen voraussichtlich zu einem Abbau von bis zu 80 Vollzeitstellen in Redaktion und Verlag – vorbehältlich der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens. Die betroffenen Mitarbeitenden werden durch einen Sozialplan unterstützt.», heisst es in der Mitteilung.
Auch die Tageszeitung «20 minuti» im Tessin, die vom Joint Venture 20 minuti Ticino SA herausgegeben wird, soll per Ende 2025 eingestellt werden: Die Aktivitäten im Tessin konzentrieren sich auf das Newsportal «Tio/20 minuti». Die Auslandsbeteiligung «L’essentiel» in Luxemburg führt ihr Print- und Onlineangebot unverändert weiter.
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ERSTE REAKTIONEN
80 Vollzeitstellen bedroht
Für impressum ist diese selbstzerstörerische Unternehmensstrategie inakzeptabel und muss unverzüglich beendet werden. Unser Verband steht an der Seite der Redaktionen und wird gemeinsam mit dem betroffenen Personal alles daransetzen, Entlassungen zu verhindern und das Gespräch mit der Unternehmensleitung zu suchen.
Abbau bei erfolgreichem Titel: Unverständliche Entscheidung
Die angekündigte Massenentlassung ist nicht nachvollziehbar: Gerade «20 Minuten» ist seit vielen Jahren die Cashcow im Portfolio des TX-Konzerns. Ausgerechtet hier sollen die Medienschaffenden die Kosten der Restrukturierung tragen.
https://syndicom.ch/medienmitteilung/syndicom-kritisiert-stellenabbau-bei-20-minuten/
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Kommentare von Daniel Leutenegger