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9. November 2010

«Patrimonium» – ein halbes Jahrhundert Denkmalpflege in der Schweiz

Mit «Patrimonium» veröffentlicht das Bundesamt für Kultur (BAK) ein umfassendes Buch über die Schweizer Denkmalpflege von 1950 bis 2000. Das Werk dient als wertvolle Informationsquelle für Fachleute und ist darüber hinaus ein anschaulich illustriertes Zeitdokument einer Ära, die von wichtigen kulturpolitischen Entscheiden geprägt wurde.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die Denkmalpflege einen rasanten Aufschwung. Der Denkmalbegriff erweiterte und veränderte sich qualitativ: Er wurde zu einem «historischen und ästhetischem Umweltschutz» und zu einem unverzichtbaren Teil der Kulturpolitik.

Wertvolle Informationen und anschauliches Zeitdokument

Die Anthologie «Patrimonium» würdigt und reflektiert bilderreich dieses weichenstellende Kapitel der Schweizer Denkmalpflege. Bei der Lektüre erwachen die Denkmäler zu lebendigen Orten, an welchen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannungsvoll aufeinandertreffen. So ist das über achthundertseitige Werk neben einer wertvollen Informationsquelle für Fachleute auch ein anschauliches Zeitdokument für alle, die sich für das kulturelle Erbe und dessen Bewahrung, Sicherung und Schutz interessieren.

Von der Basler Barfüsserkirche bis hin zur Kapellbrücke von Luzern

Das Buch thematisiert die teilweise verheerenden Auswirkungen der städtebaulichen Eingriffe der 1960er und 1970er Jahre ebenso wie auch die Umnutzung der Basler Barfüsserkirche in ein Museum (1975-1981), die Umgestaltung des Castel Grande in Bellinzona durch Aurelio Galfetti (1982-1994), die Rekonstruktion der Abteikirche Fille-Dieu in Romont (1989-1996), die Wiederherstellung der Kapellbrücke in Luzern nach dem Brand von 1993 oder den Abbau und die Einlagerung des Hauses Niederöst von 2001 in Schwyz, dem ältesten Holzbau Europas.

Vertieft werden diese Beispiele durch die Fokussierung auf Spezialgebiete wie die Arbeitsweisen der Konservierung und Restaurierung. Weitere Themenkreise sind zudem der ländliche Baubestand, Industriedenkmäler, historische Gartenanlagen, Glasmalerei sowie die Orgel- und die Glockendenkmalpflege. Daneben werden auch die Inventarisierung und die Öffentlichkeitsarbeit für die jeweiligen Objekte beleuchtet.

Informationen zum Buch

«Patrimonium – Denkmalpflege und archäologische Bauforschung in der Schweiz 1950-2000», Bundesamt für Kultur (Hg.)

Mit Beiträgen von Hans-Peter Bärtschi, Charles Bonnet, Rossana Cardani Vergani, Hans Jürg Gnehm, Friedrich Jakob, Dave Lüthi, André Meyer, Johann Mürner, Werner Oechslin, Patrizio Pedrioli, Christian Renfer, Judith Rohrer-Amberg, Hermann Schöpfer, Hans Rudolf Sennhauser, Stefan Trümpler, Alfred Wyss, Ivo Zemp

Texte in Deutsch, Französisch und/oder Italienisch
2010. 19 x 26 cm, Leinen, 803 Seiten, ca. 700 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-179-0
90 CHF / 62 Euro

Kontakt:

Dr. Ivo Zemp, Leiter Dienst Gutachten und Beratung, Bundesamt für Kultur
Tel.: 031 322 80 67, E-Mail: Ivo.Zemp@bak.admin.ch

Bundesamt für Kultur

Internet: http://www.bak.admin.ch

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 9. November 2010
  • Druck, Verlag, Printprodukte, Medienhäuser

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