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12. Februar 2026

FABRICE GYGI, HILAR STADLER UND TILLA THEUS ERHALTEN DEN SCHWEIZER GRAND PRIX KUNST / PRIX MERET OPPENHEIM 2026

Auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission zeichnet das Bundesamt für Kultur (BAK) in diesem Jahr Fabrice Gygi, Hilar Stadler und Tilla Theus mit dem Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim aus. Die Preisverleihung findet am 15. Juni 2026 in Basel in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider statt. Im Anschluss wird die Ausstellung Swiss Art Awards eröffnet.

Prix Merkt Oppenheim 2026 © BAK Yumna Al-Arashi (Bilder 1-2), Lukas Lienhard (Bild 3) Grafik: Naima Schalcher / https://www.bak.admin.ch/bak/de/home/aktuelles/aktuelles---archiv/aktuelles-2026/art-pmo-2026.html

Bild: Prix Meret Oppenheim 2026 © BAK Yumna Al-Arashi (Bilder 1-2), Lukas Lienhard (Bild 3) Grafik: Naima Schalcher / https://www.bak.admin.ch/bak/de/home/aktuelles/aktuelles—archiv/aktuelles-2026/art-pmo-2026.html

Der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim zeichnet seit 2001 Persönlichkeiten aus, die in den Bereichen Kunst, Architektur, Kritik, Verlags- oder Ausstellungswesen tätig sind. Die Auszeichnungen sind mit je 40’000 Franken dotiert.

Bild: Fabrice Gysi - Foto: © BAK, Yumna Al-Arashi, 2026

Bild: Fabrice Gygi – Foto: © BAK, Yumna Al-Arashi, 2026

Fabrice Gygi

Fabrice Gygi (*1965, Genf) hinterfragt mit seinem Schaffen die Mechanismen der Autorität: Seine Skulpturen und Performances schöpfen aus dem Vokabular von Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen: Panzersperren, Planen, Regale, Zelte, Sandsäcke. Solche Elemente werden vergrössert, abgeändert und mit verschiedenen Kontexten verknüpft. Ein Beispiel dafür ist Vigie, ein zwölf Meter hoher Wachturm, der an der 25. Biennale von São Paolo gezeigt wurde, wo Fabrice Gygi die Schweiz vertrat.

Durch Materialien, die typischerweise in Notsituationen zur Anwendung kommen, unterstreicht Fabrice Gygi die Idee von nomadischen, fragilen Individuen in ständiger Bewegung.

Bild: Fabrice Gygi - Foto: © J.P.Felley, Biennale Son, KaPa Books

Bild: Fabrice Gygi – Foto: © J. P. Felley, Biennale Son, KaPa Books

Bild: Werk von Fabrice Gygi - Foto: © de l’artiste et Galerie Chantal Crousel Paris

Bild: Guirlande von Fabrice Gygi, 2006 – Foto: © de l’artiste et Galerie Chantal Crousel Paris

Bild: Sans titre, Fabrice Gygi, 2018 - Foto: © Florien Kleineffen

Bild: Sans titre, Fabrice Gygi, 2018 – Foto: © Florien Kleineffen

An der 53. Biennale von Venedig von 2009 füllte er die Kirche San Stae mit zwei Reihen von abgeschlossenen Metallregalen auf. Die Installation hinterfragte damit die doppelte Bedeutung des Beschützens: geschütztes Denkmal und möglicher Zufluchtsort für die Zivilbevölkerung. Nachdem er Drucktechniken, Performances, Skulpturen, Installationen und das Entwerfen von Schmuckstücken erkundet hat, erforscht Gygi heute in Aquarell und Ölmalerei abstrakte Linien.

Fabrice Gygi wurde 2021 mit dem Prix de la Société des Arts de Genève ausgezeichnet und hat an der ECAL sowie an der HEAD unterrichtet. 1994 hat er den Kunstraum Forde in Genf mitgegründet. Seine Werke befinden sich unter anderem im MAMCO in Genf, im M HKA in Antwerpen (B) und im Centre Georges Pompidou in Paris (F).

Bild: Hilar Stadler - Foto: © BAK, OFC, Yumna Al-Arashi, 2026

Bild: Hilar Stadler – Foto: © BAK, Yumna Al-Arashi, 2026

Hilar Stadler

Der Kurator und Museumsleiter Hilar Stadler (*1963, Luzern) hat die Schweizer Museumspraktik nachhaltig erneuert. Seit 1996 leitet er das Museum im Bellpark in Kriens, das er zum zeitgenössischen Heimatmuseum gemacht hat, in dem lokale Geschichte, Fotografie, Architektur und aktuelle internationale Kunst auf einzigartige Weise in den Dialog treten.

Die Eidgenössische Kunstkommission würdigt Stadlers Fähigkeit, ein vielfältig interessiertes Publikum anzusprechen und zu beweisen, dass eine regionale Institution mit wenig Ressourcen exzellente Arbeit leisten kann. Nach seinem Studium in Kunst- und Filmgeschichte an der Universität Zürich hat Hilar Stadler einen einzigartigen kuratorischen Ansatz entwickelt, der sich auf den Status der kulturellen Arbeit in unserer Gesellschaft ausrichtet.

Bild: Hilar Stadler - Foto: © Patrick Blank, 2025

Bild: Hilar Stadler – Foto: © Patrick Blank, 2025

Bild: Museum Bellpark Kriens, Roman Signer - Foto: © Martin Stollenwerk

Bild: Museum im Bellpark Kriens, Roman Signer, 2021 – Foto: © Martin Stollenwerk

Bild: Museum Bellpark Kriens, Tina Braegger, 2025 - Foto: © Martin Stollenwerk

Bild: Museum im Bellpark Kriens, Tina Braegger, 2025 – Foto: © Martin Stollenwerk

Stadler zeichnet sich durch mutige Ausstellungen zu unerwarteten Themen aus: die Autobahn, Bunker, Hütten oder der Verein als Zukunftsmodell. Mit «Las Vegas Studio» – basierend auf dem Archiv von Venturi Scott Brown – leistete er einen international beachteten Beitrag zur Erforschung suburbaner Räume. Er zeigte ausserdem Figuren wie den Pionier der Luftfotografie Eduard Spelterini oder auch die Schweizer Töffli-Kultur (2005).

Zum Kunstprogramm gehören Ausstellungen von Jean-Frédéric Schnyder (2012), Lutz und Guggisberg (2014), der Fotografin Sabine Weiss (2016), von Kim Gordon (2022) sowie eine «vierhändige» Ausstellung mit Hans Ulrich Obrist (2022).

2014 wirkte er bei der Umsetzung der Ausstellung Architecture of Hedonism an der Architekturbiennale Venedig mit. Seit 2015 leitet er auch die Adolf Wölfli-Stiftung im Kunstmuseum Bern.

Bild: Tilla Theus - Foto: © Lukas Lienhard

Bild: Tilla Theus – Foto: © Lukas Lienhard

Tilla Theus

Tilla Theus (*1943, Chur) ist eine Pionierin der Schweizer Architektur und eine Schlüsselfigur der Schweizer Postmoderne. Sie hat die Architekturgeschichte des Landes mit ihrem einzigartigen Werk geprägt und ist die erste Architektin, die allein mit dem Schweizer Grand Prix Kunst ausgezeichnet wird. Die Eidgenössische Kunstkommission würdigt ihre vorbildliche Arbeit im Umgang mit historischer Bausubstanz und beim Bauen im Bestand. Im Kontext einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Architektur sind solche Ansätze heute besonders relevant.

Bild: FIFA Hauptsitz Zürich - Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Bild: FIFA Hauptsitz Zürich – Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Bild: Weissenhorngipfel Arosa - Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Bild: Weisshorn Arosa – Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Bild: Widder Bar Zürich - Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Bild: Widder Bar Zürich – Foto: © Tilla Theus und Partner AG

Unmittelbar nach ihrem Studienabschluss an der ETH Zürich 1969 eröffnete sie ihr Architekturbüro. Vor dem Hintergrund der puristischen, funktionalen Architektur ihrer Zeit entwickelte sie eine Architektursprache, die von Farben, Ornamenten und Stimmungen geprägt ist. Dieses zunächst umstrittene Konzept setzte sich nach und nach durch. Ihr erstes Projekt, eine Alterssiedlung in Mollis im Kanton Glarus (1970–1973), legte bereits die Grundlage ihrer Architekturphilosophie. Ihr berühmtestes Projekt ist das Fünfsternehotel Widder in Zürich (1985–1995), das aus dem Umbau von acht alten Häusern am Rennweg entstanden ist. Weitere bedeutende Projekte von Tilla Theus sind die Polizeiwache an der Rathausbrücke in Zürich (1985–1993), das Restaurant Weisshorn in Arosa (2006–2012) und der Hauptsitz der FIFA in Zürich (2003–2006). 2023 wurde sie mit dem Bündner Kulturpreis ausgezeichnet. Bis heute führt Tilla Theuss ihr Büro und pendelt dabei zwischen Graubünden und Zürich.

Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim

Der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2026 wird zusammen mit den Schweizer Kunstpreisen im Rahmen der Ausstellung Swiss Art Awards am 15. Juni 2026 in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in Basel vergeben.

Die Preisträgerin und die Preisträger werden in einer Publikation mit aktuellen Interviews vorgestellt. Die Ausstellung Swiss Art Awards in der Messe Basel, Halle 1.1, kann während der Art Basel vom 16. bis 21. Juni 2026 besucht werden.

bak

Mehr:

https://cms.news.admin.ch/dam/de/bak/jW4nPAKTR0s3/PMO2026_Pressedossier_DE_final.pdf

www.swissartawards.ch

www.schweizerkulturpreise.ch

http://www.bak.admin.ch/

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 12. Februar 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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