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25. Juli 2026

«FARBENRAUSCH»

Ausstellung im Kirchner Museum Davos, bis am 3. Januar 2027

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Mandolinistin, 1921 Öl auf Leinwand, 90.00 x 120.00 cm Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990 Foto © Stephan Bösch

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Mandolinistin, 1921, Öl auf Leinwand, 90.00 x 120.00 cm, Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990 – Foto © Stephan Bösch

Ernst Ludwig Kirchner (1880- 1938) Tanzende Mädchen in farbigen Strahlen, 1932-37 Öl auf Leinwand, 195 x 150 cm Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990 Foto © Kirchner Museum Davos

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Tanzende Mädchen in farbigen Strahlen, 1932-37, Öl auf Leinwand, 195 x 150 cm, Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990 – Foto © Kirchner Museum Davos

Mit leuchtenden Kontrasten, vibrierenden Farbflächen und radikaler Ausdruckskraft schuf Kirchner eine Bildsprache, die bis heute begeistert –das Publikum genauso wie die Wissenschaft. Das Kirchner Museum Davos widmet dem Medium Farbe eine aussergewöhnliche Ausstellung: «Farbenrausch» folgt der Spur der Farbe von Kirchners Leinwand bis ins Labor – vom Pigment bis zur Wirkung auf der Netzhaut.

Nach dem historischen Publikumserfolg von «Kirchner. Picasso» richtet das Kirchner Museum Davos den Blick auf das, was Kirchners Werk unverwechselbar macht: die Farbe. Übrigens: Diese Farbenlehre weht ab Sommer auch als Fahnenmeer in der Davoser Luft – entlang der Promenade und der Talstrasse. Dort, wo Kirchner die Inspiration für seine Farbenwelt herholte.

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Davos mit Kirche; Davos im Sommer, 1925 Öl auf Leinwand, 121.00 x 170.50 cm Kirchner Museum Davos, Schenkung Kur- und Verkehrsverein Davos Foto © Stephan Bösch

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Davos mit Kirche; Davos im Sommer, 1925, Öl auf Leinwand, 121.00 x 170.50 cm, Kirchner Museum Davos, Schenkung Kur- und Verkehrsverein Davos – Foto © Stephan Bösch

Wenn das Atelier zum Labor wird

Farben sind bei Kirchner weit mehr als blosses Gestaltungsmittel. Farbe wird zur Energie im Bild, zum Ausdruck von Emotion, Spannung, Körperlichkeit und Wahrnehmung. Mit «Farbenrausch» beschreitet das Kirchner Museum Davos neue Wege. Kunst und Naturwissenschaft begegnen sich selten so unmittelbar und zugänglich wie in dieser Ausstellung. Gemeinsam mit dem Carl-Bosch-Museum Heidelberg entsteht ein Ausstellungserlebnis zwischen Atelier und Labor, zwischen Malerei und Experiment, zwischen Sehen und Verstehen.

Genie Kirchner – und sein Farbcode

«Farbenrausch» macht Farbe als Kraft erfahrbar: als künstlerisches Mittel, physikalisches Phänomen und sinnliche Erfahrung. «Die Ausstellung soll buchstäblich ein Augenöffner sein: nicht nur für das Farben-Genie Ernst Ludwig Kirchner, der wie kaum ein zweiter das Instrument Farbe beherrschte. Das hat auch eindrücklich die eben verklungene Ausstellung zu Kirchner und Picasso bewiesen. «Jetzt legen wir nach: Wir wollen den Farbcode von Kirchner knacken – sinnlich wie wissenschaftlich», erklärt Katharina Beisiegel den Reiz der neuen Ausstellung. In einer Zeit permanenter visueller Reize eröffne dieser Farbreigen in Davos einen neuen Zugang zu Kirchners Werk – und zeige, wie Farbe Bilder prägt, Wahrnehmung verändert und Empfindungen auslöst.

Farbe – der Schlüssel zu Kirchner

Der Gang durch das Museum wird zum Farbspektakel: Die Ausstellung versammelt Gemälde aus unterschiedlichen Schaffensphasen und zeichnet Kirchners Entwicklung von frühen expressiven Kontrasten über die leuchtende Farbigkeit seiner ersten Davoser Jahre bis hin zu beinahe abstrakten Farbkompositionen seines Spätwerks nach. Skizzenbücher, historische Farbtuben und Pigmentproben geben Einblick in sein experimentelle Arbeitsweise.

Darüber hinaus beleuchtet die Schau Kirchners intensive Auseinandersetzung mit den Farbtheorien seiner Zeit. So spannt «Farbenrausch» einen Bogen von künstlerischer Intuition über naturwissenschaftliche Erkenntnisse bis zu modernen Fragen der Farbwahrnehmung.

Für die Forschenden in uns: Farbe sehen, testen, verstehen

Ein besonderer Höhepunkt ist der interaktive Ausstellungsteil in Kooperation mit dem Carl-Bosch-Museum Heidelberg: Lichtphänomene, Experimente und mediale Installationen machen sichtbar, wie Farbe entsteht, sich verändert und unsere Wahrnehmung prägt. So öffnet «Farbenrausch» Kirchners Werk auch für ein breites Publikum – für Kunstinteressierte ebenso wie für Familien, Kinder und Schulklassen.

«Kirchner wollte mit Farbe nicht einfach abbilden, sondern Empfindung erzeugen», sagt Katharina Beisiegel, Direktorin des Kirchner Museum Davos. «Genau daran knüpft ‹Farbenrausch› an: Die Ausstellung zeigt, warum uns Farbe bei Kirchner so unmittelbar packt – und verbindet diese künstlerische Kraft mit Experimenten zur Wahrnehmung und Wissenschaft der Farbe. So entsteht ein Erlebnis, das weit über einen klassischen Museumsbesuch hinausgeht.»

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Sertigtal im Herbst, 1925/26 Öl auf Leinwand im Originalrahmen, 136.00 x 200.00 cm Kirchner Museum Davos, Schenkung Erbengemeinschaft Amstad 2000 Foto © Stephan Bösch

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Sertigtal im Herbst, 1925/26, Öl auf Leinwand im Originalrahmen, 136.00 x 200.00 cm, Kirchner Museum Davos, Schenkung Erbengemeinschaft Amstad 2000 – Foto © Stephan Bösch

«Heitere Fahne» – mit einem Hauch Kirchner

Sie ist eine Privatinitiative eines Davoser Urgesteins: Thomas Spielmann hat die Idee eines Farbenmeers geboren, das künftig entlang der Davoser Promenade und der Talstrasse wehen soll. In Form von Kandelaberfahnen wehen 100 ausgewählte Farbtöne – alle aus Kirchners Farbtüfteleien abgeleitet. Spielmann hat in Kooperation mit dem Kirchner Museum Davos, dem er als ehemaliger Stiftungsrat und Touristiker eng verbunden ist, diese Idee zum Fliegen gebracht. «Heitere Fahne» heisst sie – auch sie eine Augenweide in Davos, rund ums Jahr in Wind und Wetter.
Weitere Informationen: www.davos.ch/heiterefahne

Über das Carl-Bosch-Museum Heidelberg

Das Carl-Bosch-Museum Heidelberg widmet sich den Wechselwirkungen von Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft und vermittelt wissenschaftliche Phänomene anschaulich und experimentell. Für «Farbenrausch» bringt das Museum seine Erfahrung in der interaktiven Wissenschaftsvermittlung ein. Gemeinsam mit dem Kirchner Museum Davos entsteht so ein aussergewöhnlicher Dialog zwischen expressionistischer Kunst und naturwissenschaftlicher Farbforschung.

kmd

Kontakt:

https://kirchnermuseum.ch/programm/ausstellungen/detail/farbenrausch

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Stafelalp im Schnee, 1917 Öl auf Leinwand, 80.00 x 90.00 cm Kirchner Museum Davos, Dauerleihgabe aus Privatsammlung

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Stafelalp im Schnee, 1917, Öl auf Leinwand, 80.00 x 90.00 cm, Kirchner Museum Davos, Dauerleihgabe aus Privatsammlung – Foto: Kirchner Museum Davos

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) Mondaufgang auf der Stafelalp, 1917 Öl auf Leinwand, 80.50 x 90.40 cm Kirchner Museum Davos, Dauerleihgabe Rosemarie Ketterer Stiftung Foto © Stephan Bösch

Bild: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Mondaufgang auf der Stafelalp,1917, Öl auf Leinwand, 80.50 x 90.40 cm, Kirchner Museum Davos, Dauerleihgabe Rosemarie Ketterer Stiftung – Foto © Stephan Bösch

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 25. Juli 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie

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