Neue Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, bis im Herbst 2027

Bild: Die Nennung des unabhängigen Staates Simbabwe als Ausdruck eigenständiger nationaler Identität. Hergestellt in einer Werkstätte der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB); Name von Hersteller:in nicht bekannt. Anschliessend im Besitz der SMB; 2018 Schenkung ans Völkerkundemuseum UZH; Inv.-Nr. 36209 – Foto: Kathrin Leuenberger, 2026.
Warum ändern Menschen ihre Namen? Weshalb werden Orte und Dinge umbenannt? Und was bewirken solche Umbenennungen? Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich ist auf der Suche nach einem neuen Namen. Mit der Ausstellung «Neubenennen – Menschen, Dinge, Orte» macht es diesen Prozess zum Ausgangspunkt für einen ethnologischen Blick auf Praktiken des Benennens und Neubenennens weltweit.

Bild: Verschiedene Schuhe aus der Sammlung des Völkerkundemuseums UZH führen als roter Faden durch die Ausstellung. Im Bild: Pumps, Modell «Michelle D», vom Karume-Markt für Secondhand-Kleidung in Daressalam (Tansania). Namen wie «Grossmutterschuh» oder «schicke Schwester» sind Teil der Verkaufsstrategie der Schuhhändler. Inv.-Nr. 33894a/b – Foto: Kathrin Leuenberger, 2026.
Ausgehend von den Objekten aus der Museumssammlung werden persönlich motivierte, politisch geprägte, kolonial beeinflusste oder selbstermächtigende Umbenennungen beleuchtet. Im Zuge ihrer Unabhängigkeit wählten zahlreiche afrikanische Staaten neue Namen. Ein Korb aus Simbabwe veranschaulicht, wie die Umbenennung im Zuge der Dekolonisierung zum Ausdruck von Identität und Selbstbestimmung werden kann (vgl. Bild).
Auch unsere unmittelbare Umgebung ist reich an Geschichten über Namenswechsel: man findet sie in Migrationskontexten, in Gehörlosengemeinschaften und trans* Communities, bei der «Pfadi», im
Zusammenhang mit Zivilstandsänderungen oder im Zürcher Stadtraum.

Bild: Kenojuak Ashevak (Inuit-Künstlerin 1927—2013): «Arrival of the Sun», Steinschnitt 1962. Inv.-Nr. VMZ 12743g – Foto: Kathrin Leuenberger, 2026.
Die Ausstellung führt diese unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven zusammen und macht sichtbar, wie eng Namen mit Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Macht verbunden sind. Fragen in den Saaltexten und interaktive Stationen laden die Besucher:innen ein, über Beweggründe für und Folgen von Namensänderungen nachzudenken – und darüber, wie das Völkerkundemuseum künftig heissen könnte.
mez
Kontakt:
https://www.musethno.uzh.ch/de/ausstellungen/neubennen.html

Bild: Blick in die Ausstellung – Foto: Marc Latzel, 2026
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Kommentare von Daniel Leutenegger