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28. Januar 2026

«QUI VIT ENCORE» VON NICOLAS WADIMOFF GEWINNT DEN PRIX DE SOLEURE DER 61. SOLOTHURNER FILMTAGE

Der Prix de Soleure der 61. Solothurner Filmtage geht an den Dokumentarfilm «Qui vit encore» von Nicolas Wadimoff. «Becaària» von Erik Bernasconi gewinnt den Prix du Public. Als besten Kurzfilm wählte das Publikum «Versuch, einen Baum in Zürich zu fällen» von Lara Alina Hofer, als besten Animationsfilm «Ich bin nicht sicher» von Luisa Zürcher. Die 61. Ausgabe der Solothurner Filmtage ging am Mittwochabend mit der feierlichen «Soirée de clôture» zu Ende. Die Co-Leitung zieht eine erfreuliche Bilanz: Mit erneut rund 65’000 Eintritten liegen die Besucher:innenzahlen auf dem Niveau des Vorjahres.

GewinnerInnen Solothurner Filmtage 2026 Lara Anina Hofer, Luisa Zürcher, Erik Bernasconi, Nicolas Wadimoff

Bild: Die Gewinner:innen der Solothurner Filmtage 2026 – (v.l.n.r.) Lara Anina Hofer, Luisa Zürcher, Erik Bernasconi, Nicolas Wadimoff – Foto: © https://www.solothurnerfilmtage.ch/de/

Jurypreis Prix de Soleure für «Qui vit encore»

«Qui vit encore» von Nicolas Wadimoff gewinnt den Prix de Soleure, den höchstdotierten Filmpreis der Schweiz. Der zutiefst humanistische Film, der seine internationale Premiere an den Filmfestspielen von Venedig feierte, hat ein starkes emotionales Echo ausgelöst. Auf einer symbolischen Karte Gazas erzählen neun Geflüchtete von ihrem früheren Leben, dem Verlust ihrer Lieben und dem Versuch, wieder zurück ins Leben zu finden. Indem sie ihre Geschichten teilen, versuchen die Protagonist:innen, sich wieder mit sich selbst zu verbinden, keine Geister mehr zu sein.

Der Film habe durch seine Form und seinen Inhalt eine äusserst schwierige Aufgabe gemeistert: Er schaffe einen Kontext fernab vom Kriegsschauplatz, um ein besseres Verständnis für die physische Zerstörung und die menschlichen Opfer zu vermitteln, so die Jury in ihrer Laudatio.

QUI VIT ENCORE | Nicolas Wadimoff | 2026 | Trailer

Der Jurypreis ist mit CHF 60’000 dotiert und wird getragen vom Fonds Prix de Soleure sowie dem Kanton und der Stadt Solothurn. In dieser Ausgabe besteht die Jury des Prix de Soleure aus dem Ökonomen und Diplomaten Jean-Jacques de Dardel, Danae Elon (Filmemacherin und Produzentin) und der Schauspielerin Sarah Spale.

Für die 61. Ausgabe hat die Auswahlkommission drei Spielfilme und fünf Dokumentarfilme nominiert.

Prix du Pulic geht an «Becaària»

Der Prix du Public geht in diesem Jahr an «Becaària» von Erik Bernasconi. Der Film begleitet den 16-jährigen Mario, der in einem kleinen Dorf im Tessin lebt. Während sich die Gesellschaft um ihn herum in vielerlei Hinsicht verändert, unternimmt er seine ersten unbeholfenen Annäherungsversuche, hat Schwierigkeiten in der Schule und gerät immer wieder mit seinem Vater aneinander, der ihn nicht zu verstehen scheint. Als Mario für den Sommer in die Berge geschickt wird, um dort als Bauer zu arbeiten, lernt er durch einige unerwartete Begegnungen viel über das Leben, die Liebe und vor allem über sich selbst. Der Film ist die Verfilmung des Buches «Il becaària» des Tessiner Schriftstellers Giorgio Genetelli, das 2011 erschienen ist.

Der mit CHF 20’000 dotierte Prix du Public wird von den Solothurner Filmtagen gemeinsam mit der Hauptsponsorin Swiss Life verliehen. Die Abstimmung des Publikums erfolgte online.

Ausgezeichneter Kurz- und Animationsfilm

Der Preis für den besten Kurzfilm ging an «Versuch, einen Baum in Zürich zu fällen» von Lara Alina Hofer. In der Doku-Fiction versucht die Protagonistin auf kafkaeske Art und Weise, den Baum vor ihrem Fenster loszuwerden, der sie an ihren toxischen Ex-Freund erinnert. Doch die Stadt Zürich lehnt ihr Gesuch ab, im Internet wird über sie gespottet, und die Boulevardmedien berichten reisserisch. Ein finaler Plot-Twist lässt über Heilung, Liebe und die Fetischisierung von Objekten aufgrund persönlicher Empfindungen nachdenken.

Der Publikumspreis für den besten Kurzfilm im Wert von CHF 10’000 wird von Suissimage und SSA gestiftet.

Luisa Zürcher gewinnt mit ihrem Film «Ich bin nicht sicher» den Preis für den besten Animationsfilm. Der Film gibt Einblick in einen Spitalaufenthalt der Filmemacherin, während dem sie zwischen Schmerzen, Heimweh und Ekel immer wieder absurde, witzige Momente erlebt. Zugleich versucht sie, sich in den spitaleigenen Abläufen und Hierarchien zurechtzufinden. Ein emotionaler Trip durch die langen unterirdischen Gänge des Krankenhauses mit viel Smalltalk und vielen Schläuchen.

Der Animationsfilmwettbewerb wird von der Schweizer Animationsgruppe (GSFA) kuratiert. Der Publikumspreis für den besten Animationsfilm im Wert von CHF 10’000 wird von Suissimage und SSA gestiftet und an der «Soirée de clôture» verliehen.

«Erfreuliche Bilanz»

«Neben der Präsenz zahlreicher Filmschaffenden prägte auch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Generationen das Festival. Internationale und nationale Gäste schätzten den persönlichen Austausch in Solothurn ebenso wie die konzentrierte Aufmerksamkeit des Publikums. Es wurden rund 65’000 Eintritte verzeichnet, ein Wert auf dem Niveau des Vorjahres.», schreiben die Solothurner Filmtage.

«Die hohe Auslastung vieler Vorstellungen spiegelt die Relevanz des Schweizer Films wider. Schweizer Filme vertiefen Geschichten, die sowohl unser Verständnis des Landes von innen heraus sichtbar machen wie auch einen externen Blick auf die Schweiz werfen. Die Solothurner Filmtage haben sich als lebendigen Treffpunkt etabliert. Gerade in der aktuellen Zeit sehen wir, wie wichtig es für das Publikum ist, Filme zu kontextualisieren und inhaltlich einzuordnen.», hält Niccolò Castelli, Künstlerischer Leiter der Solothurner Filmtage, fest.

sft

Kontakt:

https://www.solothurnerfilmtage.ch/de/

#SolothurnerFilmtage2026 #PrixdeSoleure2026 #NicolasWadimoff #QuiVitEncore #PrixduPublic2026 #ErikBernasconi #Becaària #LaraAlinaHofer #LuisaZürcher #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 28. Januar 2026
  • Feste / Festivals / Messen / Börsen, Film, Video, Audiovisuelles, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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