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7. März 2017

ZÜRCHER FESTSPIELPREIS 2017 AN AUTOR UND KULTURVERMITTLER PETER VON MATT

Peter von Matt (Bild) erhält «für seine herausragenden Leistungen für das Zürcher Kulturleben» (Jury) den mit 50'000 Franken dotierten Zürcher Festspielpreis 2017. Die Künstlerische Kommission der Festspiele Zürich würdigt den Germanisten, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, sowohl für seine Verdienste als Kulturvermittler als auch für sein literarisches Werk. Anlässlich der öffentlichen Preisverleihung am 5. November 2017 im Schauspielhaus Zürich wird sich von Matt auch mit dem Thema der Festspiele Zürich 2018 «Schönheit / Wahnsinn» auseinandersetzen.

Foto: Gelehrter11, 2008 – CC-Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported – Zur Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_von_Matt_(2008).JPEG

Auf die letztjährige Preisträgerin, die junge Sängerin und Songwriterin Sophie Hunger, folgt 2017 der Doyen der Schweizer Germanistik. Die aus den Intendantinnen und Direktoren von Schauspielhaus, Opernhaus, Kunsthaus und Tonhalle-Orchester Zürich bestehende Künstlerische Kommission der Festspiele Zürich hat entschieden, den Zürcher Festspielpreis 2017 dem Germanisten und Schriftsteller Peter von Matt zu verleihen.

Der mit 50’000 Franken dotierte, durch den Bär-Kaelin Fonds der Zürcher Festspielstiftung ermöglichte, spartenübergreifende Preis würdigt herausragende Leistungen für das Zürcher Kulturleben. Barbara Frey, Intendantin des Schauspielhaus Zürich: «Peter von Matt hat einige der bedeutendsten und schönsten Schriften zur Literatur verfasst. Er ist ein unermüdlicher und feinsinniger Forscher, der jenseits akademischer Trampelpfade in der Literatur unablässig neue Wahrheiten entdeckt und ungeahnte Verbindungen herstellt zwischen dem geschriebenen Wort und dem öffentlichen Diskurs.»

Die Vertreterinnen des Bär-Kaelin Fonds, Monique Bär und Barbara Albers, zeigen sich über die Wahl von Peter von Matt erfreut: «25 Jahre Professor für Germanistik an der Universität Zürich hat Peter von Matt seine Studierenden vor allem Eines gelehrt: genau zu lesen. Auch dafür steht ihm nun im postfaktischen Jahr 2017 der Zürcher Festspielpreis zu.»

Er hat jedoch nicht nur Generationen von Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern nachhaltig geprägt. Indem er auch stets die Berührung zu den anderen Künsten und Künstlern suchte, hat er laut Barbara Frey die Kultur in Zürich und weit darüber hinaus befruchtet: «Als brillianter Redner und sensibler Gesprächspartner ist er ein Glücksfall für das gesamte Kulturschaffen Zürichs und ein Botschafter weit über die schweizerische Landesgrenze hinaus.»

«Die Ehrung gilt nicht nur dem herausragenden Kulturvermittler, sondern auch dem Künstler Peter von Matt. Wenn er über Literatur schreibt, schafft er selbst eindrückliche Literatur. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2002 hat er uns in regelmässigen Abständen Lesegenuss bereitet», heisst es in der Medienmitteilung der Stiftung. Seine Essaysammlung «Das Kalb vor der Gotthardpost. Zur Literatur und Politik der Schweiz» wurde 2012 als erstes nichtbelletristisches Werk mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet, und Ende Januar dieses Jahres erschien sein jüngstes Buch «Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur», das bereits in vielen Medien diskutiert wurde.

Anlässlich der öffentlichen Verleihung des Zürcher Festspielpreises am Sonntag, 5. November 2017, wird es zu einer weiteren Begegnung mit seinem Denken und Schreiben kommen. Passend zum Thema der Festspiele 2018 setzt er sich mit Schönheit und Wahnsinn auseinander – laut Barbara Frey zwei zentralen und verwandten Begriffen in seinem Schaffen: «Er bringt sie uns nahe, indem er sie in seinem Werk stets neugierig mit dem Leben selbst in Verbindung bringt.»

Die Festspiele Zürich werden alle zwei Jahre gemeinsam von Opernhaus Zürich, Schauspielhaus Zürich, Kunsthaus Zürich, Tonhalle-Orchester Zürich und weiteren Kulturinstitutionen der Stadt und des Kantons Zürich veranstaltet (Total 31 Institutionen im Jahr 2016). Angeregt von einem gemeinsamen Thema ermöglichen sie im Sommer Begegnungen der Künste, die die Vielfalt des Zürcher Kulturlebens widerspiegeln. 2018 widmen sie sich vom 1. – 24. Juni dem Thema «Schönheit / Wahnsinn».

-> www.festspiele-zuerich.ch

Zum elften Mal wird 2017 der Zürcher Festspielpreis vergeben. Dieser würdigt herausragende Leistungen für das Zürcher Kulturleben und wird durch den Bär-Kaelin Fonds der Zürcher Festspielstiftung ermöglicht. Als Jury wirkt die Künstlerische Kommission der Festspiele Zürich. Die Auszeichnung ist mit 50‘000 Franken dotiert. Wurde der Preis bisher im Rahmen der Festspiele Zürich verliehen, findet die Verleihung 2017 erstmals im Vorbereitungsjahr zwischen zwei Festspiel-Ausgaben statt.

Die bisherigen Preisträger: 2007 Heinz Holliger, 2008 Luc Bondy, 2009 Peter Stein, 2010 György Kurtág, 2011 Matti Salminen, 2012 Heinz Spoerli, 2013 Pipilotti Rist, 2014 Fritz Senn, 2015 Anna Viebrock, 2016 Sophie Hunger.Weitere Informationen unter

-> www.zuercher-festspielpreis.ch

Kurzbiografie von Peter von Matt

Peter von Matt, geboren 1937, aufgewachsen in Stans, studierte Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Er habilitierte sich mit einer Monographie über E.T.A. Hoffmann. Von 1976 bis 2002 war er als Nachfolger von Emil Staiger Ordinarius für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich. Neben die akademische Arbeit trat die literaturkritische und publizistische Tätigkeit und die Mitarbeit in Jurys, u. a. für den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Büchner-Preis und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. 1980 übernahm er eine Gastprofessur in Stanford Cal., 1992/93 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, 2001/02 Fellow der Carl Friedrich von Siemens-Stiftung in München. Er ist Mitglied des Ordens pour le mérite für Wissenschaften und Künste in Berlin.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen: «…fertig ist das Angesicht. Zur Literaturgeschichte des menschlichen Gesichts» (1983), «Liebesverrat. Die Treulosen in der Literatur» (1989), «Verkommene Söhne, missratene Töchter. Familiendesaster in der Literatur» (1995), «Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist» (2006), «Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur (2017) sowie die zwei Bücher über Literatur und Politik in der Schweiz: »Die tintenblauen Eidgenossen« (2001) und »Das Kalb vor der Gotthardpost» (2012). Peter von Matt ist mit der Publizistin Beatrice von Matt verheiratet.

cp

Kontakt:

http://lexikon.a-d-s.ch/edit/detail_a.php?id_autor=1165

http://www.zuercher-festspielpreis.ch/

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 7. März 2017
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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