12. Dezember 2025
ZUM TOD DES SCHWEIZER FILMPRODUZENTEN ARTHUR COHN
Der am 4. Februar 1927 in Basel geborene Schweizer Filmproduzent Arthur Cohn ist am 12. Dezember 2025 in Jerusalem gestorben. Arthur Cohn verbrachte seine Jugend- und Studienjahre in Basel, danach folgten die Arbeit als Journalist (u. a. beim «Echo der Zeit») und die Beschäftigung mit der Konzeption von Drehbüchern, die ihn zum Film brachte. Seine bekanntesten Produktionen sind «Der Garten der Finzi Contini» (1970), koproduziert mit Artur Brauner, Gianni Hecht Lucari und Fausto Saraceni, sowie «Die Kinder des Monsieur Mathieu» (2004) von Christophe Barratier, der besonders in Frankreich erfolgreich war. Mehrere Filme des brasilianischen Regisseurs Walter Salles wurden von Cohen mitproduziert. Die Dokumentarfilme «Nur Himmel und Dreck» (1960, gemeinsam mit René Lafuite), «American Dream» (1990, gemeinsam mit Barbara Kopple) und «Ein Tag im September» (1999, gemeinsam mit Kevin Macdonald) wurden mit einem Oscar ausgezeichnet, den Cohn jeweils als einer der Produzenten und Preisträger entgegennahm. Arthur Cohn erhielt für sein Schaffen mehrere Ehrungen: Die Boston University, die Yeshiva University, die Universität Basel (2006) und die Bar-Ilan-Universität (2021) verliehen ihm Ehrendoktorate. 1995 ehrte ihn das französische Kulturministerium mit dem Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres, dem höchsten Orden, den ein nichtfranzösischer Bürger erhalten kann. Am 11. Februar 2019 wurde Arthur Cohn von der Cinema-for-Peace-Foundation in Berlin für sein Lebenswerk ausgezeichnet. (*)

Bild: Arthur Cohn 2009 beim Hong Kong International Film Festival – Foto: alanine from Hong Kong, https://www.flickr.com/people/59326800@N00 – https://www.flickr.com/photos/alanine/3381187510/ – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%E5%B9%B8%E7%A6%8F%E9%BB%83%E6%89%8B%E7%B5%B9_(3381187510).jpg?uselang=de
Die Filmwelt und die jüdische Gemeinschaft verlieren eine ihrer prägendsten Figuren
Arthur Cohn gehörte zu jener seltenen Generation von Produzenten, die den Begriff des unabhängigen Produzierens inhaltlich ernst nahmen. Er verstand sich nicht als Financier, sondern als intellektueller Partner der Regisseure – als jemand, der Stoffe entwickelte, Risiken einging und Projekte über Jahre hinweg gegen Widerstände verteidigte. Seine Filme waren oft unbequem, politisch, moralisch herausfordernd – und gerade deshalb von bleibender Wirkung. Cohn glaubte an das Kino als Ort der Erkenntnis: als Medium, das Geschichte nicht illustriert, sondern befragt, und dem Publikum Zumutungen ebenso zutraut wie Verantwortung.
Yves Kugelmann
https://www.tachles.ch/artikel/news/filmproduzent-arthur-cohn-verstorben
«Ein Herz auf zwei Beinen»
So nannte Jane Fonda einmal Arthur Cohn. Nun ist der grosse Basler Filmproduzent und mehrfache Oscargewinner 98-jährig in Jerusalem gestorben.
-minu
https://www.bazonline.ch/nachruf-auf-arthur-cohn-ein-herz-auf-zwei-beinen-746349190115
Der Basler Filmproduzent Arthur Cohn hat in seinem Leben zahlreiche Ehrungen erhalten und wurde als bedeutendster Filmproduzent ausserhalb der USA gefeiert
Der Basler hat sechs Oscars bei sich zu Hause, auf denen sein Name eingraviert ist; auf der Webseite der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind drei Ehrungen für ihn verzeichnet. Die Differenz ist jedoch formeller Art, am Ansehen des Produzenten in der Filmbranche ändert sie wenig.
(sda/daf)
https://www.baseljetzt.ch/bedeutendster-filmproduzent-ausserhalb-der-usa/496396
Basler Filmproduzent Arthur Cohn ist gestorben
Der mehrfache Oscargewinner arbeitete noch im vergangenen Jahr an einem neuen Filmprojekt.
sda/dpa/gert
Mit ihm ist eine Legende Hollywoods gestorben
Arthur Cohn begann seine Karriere als Reporter in seiner Geburtsstadt Basel und stieg zu einem der wichtigsten Filmproduzenten ausserhalb der USA auf.
Arthur Cohn lebte für den Film. Er war vom Skript bis zum Schnitt an der Entstehung jeder Produktion beteiligt. Bis zuletzt hatte er das nächste Drehbuch, das nächste Projekt im Kopf und liess sich auch von dem schweren Einbruch, den die Filmindustrie unter den Lockdowns der Corona-Pandemie erlebte, nicht beirren. Er glaubte an das klassische Kinoerlebnis: «Es wird zurückkommen.»
Marion Löhndorf
Unser Mann bei den Oscars
Wo Arthur Cohn auftrat, hielt er Hof. Zu seinem regelmässig vor der Oscar-Gala stattfindendem Diner im Saal des «Beverly Hills Hotel» in Los Angeles lud er jeweils genau 25 Gäste und stellte sie alle persönlich vor. Er erzählte Anekdoten über die Studiochefs und Schauspielstars, die neben ihm am Tisch sassen, er verteilte Komplimente an deren Frauen. Zu Cohns Freunden gehörten Kirk und Michael Douglas, Liv Ullman und Al Pacino, Steven Spielberg und Gregory Peck.
Pascal Blum
https://www.tagesanzeiger.ch/oscar-produzent-arthur-cohn-vom-basler-zum-hollywood-star-209006626329
Poesie statt Action – Arthur Cohn war immer auf der Suche nach künstlerischer Perfektion
«Ich habe stets versucht, menschliches Kino zu kreieren und mich von der Emotionalität der Geschichte leiten zu lassen», sagte Cohn nach der Auszeichnung in Berlin 2019 der Schweizer Zeitung «Blick». «Ich wünsche dem heutigen Kino weniger Spezialeffekte, Sex und Gewalt, dafür mehr humanistische Werte.»
Nadja Zeindler
https://www.aargauerzeitung.ch/kultur/oscar-preistraeger-arthur-cohn-ist-gestorben-ld.4092300
Basler, Weltbürger, Hollywood-Gigant
Um sein aktuelles Alter machte er stets ein kleines Geheimnis: «Ich bin so alt wie meine Filme», pflegte er zu scherzen. Zeitlebens war Cohn aufs Innigste mit seiner Heimatstadt Basel verbunden und hier und in den USA wohnhaft, bevor er spät noch nach Israel dislozierte, wo seine drei Kinder und seine Enkelkinder leben. Er selber bezeichnete sich stolz als «Weltbürger».
Jean-Claude Galli und Laszlo Schneider
https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/arthur-cohn-basler-filmproduzent-ist-tot-id21182725.html
Schauspielerinnen bewunderten seinen Charme
Er legte grossen Wert auf die Qualität eines jeden Films. Obwohl er mit Hollywood-Grössen wie Al Pacino, Michael Douglas und Jodie Foster befreundet war, gab er stets unbekannten Schauspielern und Regisseuren den Vorrang. Grosse Schauspielerinnen wie Faye Dunaway oder Liv Ullmann bewunderten öffentlich seinen Charme.
Jonah Weibel
Zwischen Rhein und Hollywood
Im sozialen Umgang kam ihm vermutlich auch seine äussere Erscheinung zugute: Mit seiner hohen Stirn, dem «hundstraurigen» (Ernst Beyeler), aber stets warmen Blick und den breiten, in gewagten Farben gehaltenen Krawatten hätte er auch eine jener windigen Gestalten spielen können, die in den frühen Filmen von Woody Allen die Bürgersteige des Broadways bevölkerten. Dieses öffentliche Bild wird allerdings wiederum der Zielsicherheit kaum gerecht, mit der er seine Themen aussuchte: dass er etwa dem Schweizer Film ostentativ fernblieb, lag an seiner Einschätzung, dass das hiesige Filmschaffen nie genügend «grosse» Geschichten erzähle, um sowohl «eine Familie in Arizona als auch das städtische Publikum von Miami» interessieren zu können.
Patrick Straumann
https://www.journal21.ch/artikel/filmproduzent-arthur-cohn-gestorben
„Weg von den Computern und Tablets!“
Cohn freute sich über die Renaissance des Dokumentarfilms. „Man will weg von diesem ‚fake‘ und zurück zur realen Welt, zu echten menschlichen Geschichten“, sagte er dem Schweizer „Tages-Anzeiger“ 2018. „Deshalb ist mein Rat an junge Menschen, insbesondere Dokumentarfilmer: Weg von den Computern und Tablets! Augen öffnen, Menschen zuhören, Geschichten aufnehmen!“
dpa
Arthur? Hier spricht Hollywood!
Er wirkte immer wie 69plus. Er wirkte ewig zeitlos: „Das Herz kennt kein Alter!“ Er rauchte nicht. Er trank nicht. Er joggte nicht. Er hatte kein Smartphone, nur ein altes Klapphandy ohne Screen. Er aß leicht. Er lachte viel.
Norbert Körzdörfer
Arthur Cohn, Three-Time Oscar-Winning Producer, Dies at 98
He worked with Vittorio De Sica, Barbara Kopple and Walter Salles and on films including ‚The Garden of the Finzi-Continis,‘ ‚One Day in September‘ and ‚Central Station.‘
Arthur Cohn, the stubborn independent producer who won three feature documentary Oscars and saw three other films that he guided collect Academy Awards for best foreign-language film, died Friday in Jerusalem, his family announced. He was 98.
A native of Switzerland, Cohn received Oscars for his work on 1961’s Le ciel et la boue (shared with René Lafuite), a documentary about a perilous expedition in what was then known as Dutch New Guinea; 1990’s American Dream (shared with director Barbara Kopple), about a workers’ strike at a Hormel meat-packing plant in Minnesota; and 1999’s One Day in September (shared with director Kevin Macdonald), about the murder of 11 Israeli athletes by Palestinian terrorists during the 1972 Munich Olympics.
Mike Barnes
Addio ad Arthur Cohn, il produttore svizzero da sei Oscar
ll basilese, leggenda del cinema e vincitore di sei statuette, è morto a 98 anni – Ha contribuito a realizzare capolavori come “Il giardino dei Finzi-Contini” e “One Day in September”
ATS / Spi
Le producteur de cinéma bâlois multi-oscarisé Arthur Cohn est décédé
Arthur Cohn s’est fait un grand nom en tant que producteur de films, aussi bien à Hollywood que dans d’autres pays comme l’Italie, l’Allemagne et la Suisse.
ats/miro
Videos:
teleBasel, «punkt6» vom 12.12.2025
https://telebasel.ch/sendungen/punkt6/232730
Fernsehen SRF 1, «Glanz & Gloria», Interview mit Arthur Cohn
27.02.2011, 2 Min
New York Film Academy Presents: A Q&A with Arthur Cohn (Producer) (Part 1 of 6)
ARTHUR COHN on PRODUCING – cine-fils.com, 2012
DAS ETRUSKISCHE LÄCHELN Trailer
Mehr:
https://www.imdb.com/de/name/nm0004453
https://awardsdatabase.oscars.org/search/results
https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/046832/2003-12-18
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=120769670
https://web.archive.org/web/20070926232523/http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=070328044
https://www.bazonline.ch/das-leben-schuldet-mir-nichts-214235793289
(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Cohn
#ArthurCohn #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger