Ausstellung im Museum Tinguely Basel, bis am 30. Oktober 2022

Bild: Anouk Kruithof, Universal Tongue, Kunstencentrum Vooruit Ghent, Belgien, 2018 © Foto: Niccolo Quaresima
«Universal Tongue» entstand aus Anouk Kruithofs Faszination für online verbreitete Tanzvideos als Verkörperung von individuellem Ausdruck, kultureller Identität, Empowerment und Freude.
Mit einer digital-archäologischen Recherche suchte sie 8’800 Videos zusammen, aus denen eine 8-Kanal Videoinstallation und ein Kompendium mit 1’000 Tanzstilen aus der ganzen Welt entstand. Kruithofs künstlerische Arbeit ist geprägt von einer multidisziplinären, kritischen Erforschung digitaler Bildwelten.
Mit der Ausstellung «Anouk Kruithof. Universal Tongue» eröffnet das Museum Tinguely einen weiteren Dialog mit Jean Tinguelys spätem Hauptwerk «Mengele-Totentanz» von 1986. Bei Tinguely steht der letzte Tanz im Zentrum, den alle Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status als Paartanz mit dem Tod vollführen, bevor sie mit leeren Taschen abtreten müssen. Der Bilderreigen der «Danse Macabre» ist aus Bildtraditionen des katholischen Volkskatechismus entstanden, die die armen Sünder vom Feiern während der Fastenzeit abhalten sollten, um ihre Seelen vor dem Gang in die Hölle zu bewahren. Ein Ursprung der humanistischen Bildtradition des Totentanzes wird auch in den Pestepidemien des späten Mittelalters verortet. «Universal Tongue» soll dazu einladen, den Tanz nicht nur als Zelebration des Lebens zu feiern, sondern darüber hinaus das Verbindende und Solidarische zu betonen.
mtb
Kurator: Roland Wetzel
Kontakt:
https://www.tinguely.ch/de/ausstellungen/ausstellungen/2022/anouk-kruithof.html
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Kommentare von Daniel Leutenegger