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16. Juli 2017

«DIE ANTWORT IST … (DAS UNGLÜCK DER FRAGE)»

Kunstmuseum Appenzell & Kunsthalle Ziegelhütte, bis am 12. November 2017

Foto: Heinrich Gebert (1917-2007), hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2003 – Foto: http://www.h-gebertka.ch/haeuser/stiftung/heinrich-gebert/

Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen des 100jährigen Geburtstages des Mäzens und Industriellen Heinrich Gebert (1917-2007), der bereits in den 1960er-Jahren mit dem Projekt «Kunst in der Fabrik» Sammelfreude mit Anschauungslehre verband. Dieses innovative Engagement, diesen Enthusiasmus übersetzte Heinrich Gebert dann als treibende Kraft in die Zielsetzungen der Heinrich Gebert Kulturstiftung, die – wie jedes Museum – sammelt, bewahrt, erforscht, ausstellt und vermittelt.

Die Heinrich Gebert gewidmete Doppelausstellung «Die Antwort ist das Unglück der Frage» bezieht sich auf philosophische Fragmente von Novalis, einem der Begründer der romantischen Kunsttheorie. Im 20. Jahrhundert entwickelte der Kulturphilosoph Maurice Blanchot das Paradoxon der Fragen, die keine Antworten fordern, weiter.

Nun als Hinweis auf eine Kunst, die keine Antworten liefert kann/will und soll, sondern die den künstlerischen Prozess als die eigentliche, die notwendige Fragestellung erkennt. In den 1960er-Jahren spielte John Cage mit der Interviewsituation: «Das ist eine sehr interessante Frage. Ich möchte sie nicht durch eine Antwort verderben.» Der Künstler Ottmar Hörl wiederum formulierte 2010: «Das ist, was mich als Künstler interessiert, dass meine Formulierungen für mich selbst die nächste Frage aufwerfen. Diese Frage wird möglich, da ich keine endgültigen Lösungen anbiete, weil es die nicht gibt.»

In der Kunsthalle Ziegelhütte, einem Zeugnis der Frühindustrie, verweist die Ausstellung auf die Fragen nach dem Ursprung und dem Zweck der Ausstellungshäuser. Im EG werden die Arbeiten von Carl Walter Liner und von Erwin Rehmann, die in der «Kunst in der Fabrik» zu sehen waren, vorgestellt. Im 1. OG werden die programmatischen Möglichkeiten und Entwicklungen der Stiftung, ihre Zukunft, anhand von Schenkungen und Ankäufen angedeutet – im Zentrum steht dabei eine 2016 erfolgte Schenkung des Bildhauers Selim Abdullah. Das 2. OG stellt die Institution als Teil des kulturellen «Glasperlenspiels» (Hermann Hesse) vor: als Archiv, als Wissens- und Vermittlungsort

Mehr:

http://www.h-gebertka.ch/kunst/aktuelle-ausstellungen/detail/calendar/2017/03/30/event/tx_cal_phpicalendar/die_sammlung_der_heinrich_gebert_kulturstiftung_im_dialog_mit_zeitgenoessischen_kuenstlerinnen_i/

Der zweite Teil der Ausstellung «… das Unglück der Frage», ist im Kunstmuseum Appenzell zu sehen. In den zehn Kabinetten wird anhand einer Auswahl aus der mehr als 1’000 Werke umfassenden Sammlung die Kunstgeschichte der Moderne seit 1890 reflektiert. Wunderbare Einzelbeispiele – von Hans Arp bis Beat Zoderer – lassen Stilbegriffe wie Spätimpressionismus, Symbolismus, Konkrete Kunst, Expressionismus, Neoavantgarde oder Postmoderner Individualismus lebendig werden.

Die Präsentation selbst fokussiert auf den musealen Umgang mit Kunst und Geschichte: Verschiedene Formen des Sammelns, Bewahrens, Erforschens, Ausstellens und Vermittelns werden transparent.

Das Kunstmuseum, bereits architektonisch eine Metapher für Wissensindustrie, zeigt sich als Produktionsstätte von Erinnerung und Zukunft. Institutionelle und künstlerische Interventionen werden im Verlauf immer wieder die Ausstellung verändern und  Fragen aufwerfen – ganz im Sinne eines Perpetuum mobile, das Sehen, Denken, Fühlen in Bewegung hält.

cp

Mehr:

http://www.h-gebertka.ch/kunst/aktuelle-ausstellungen/detail/calendar/2017/05/28/event/tx_cal_phpicalendar/die_sammlung_der_heinrich_gebert_kulturstiftung_im_dialog_mit_zeitgenoessischen_kuenstlerinnen_ii/

—

Kontakt:

http://www.h-gebertka.ch/haeuser/kunsthalle-ziegelhuette/architektur/

http://www.h-gebertka.ch/home/

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 16. Juli 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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