14. April 2012
Die Aufbewahrung des Alltags
Jean-Luc Cramatte ist ein in der Deutschschweiz wenig bekannter Exzentriker der Fotografie. Eine Ausstellung der Fotostiftung Schweiz in Winterthur zeigt bis am 28. Mai 2012 Teile seines Werks.

Bild oben: Ohne Titel, aus der Serie ‚Paysage de ferme‘, 2011 © Jean-Luc Cramatte (zur Vergrösserung anklickbar)
Bild unten: Ohne Titel, aus der Serie ‚Paysages de fermes‘, 2011 © Jean-Luc Cramatte

Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich Jean-Luc Cramatte mit der Idee des fotografischen Inventars.
Cramatte, 1959 in Porrentruy geboren, ist ein obsessiver Bildersammler – eigene Fotografien interessieren ihn ebenso wie gefundene Bilder.
Seine Untersuchungen der sichtbaren Welt beruhen immer auf eigenwilligen Konzepten und lenken den Blick auf Unscheinbares und Übersehenes. Dabei denkt und arbeitet Cramatte gerne in Serien.
In Form von fotografischen Bestandesaufnahmen durchleuchtet er humorvoll und kritisch die «Normalität» unserer Gegenwart und liefert damit eine aufschlussreiche Ethnographie des Alltags.
Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz stellt einige von Cramattes fotografischen Inventaren vor und präsentiert einen Rückblick auf die 1996 gegründete «Enquête fribourgeoise», ein von Cramatte mitinitiiertes Projekt, bei dem jüngere Fotografen mit der visuellen Erfassung des Kantons Fribourg beauftragt werden.
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Mehr:
Daniel Di Falco in «Der Bund»
-> http://www.derbund.ch/kultur/kunst/Die-Aufbewahrung-des-Alltags/story/12807427
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Veranstaltungshinweis:
Morgen Sonntag, 15. April
2012, 11.30 Uhr (auf Französisch)
«Zwischen Kunst und Auftrag. Über den Wert fotografischer Inventare.»
Gespräch
mit Jean-Luc Cramatte und Gérald Berger, Kulturbeauftragter des Kantons
Freiburg und Mitbegründer der «Enquête photographique fribourgeoise».
Eintritt CHF 15.- / 10.- (Fotostiftung Schweiz)
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Kontakt:
http://www.fotostiftung.ch/de/ausstellungen/jean-luc-cramatte/

Bild oben: Ohne Titel, aus der Serie ‚Poste mon amour‘, 2001-2008 © Jean-Luc Cramatte
Bild unten: Ohne Titel, aus der Serie ‚Inventaires suisses, Yodleurs‘, 2002 © Jean-Luc Cramatte

Kommentare von Daniel Leutenegger