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15. September 2018

«DIE LEICHTIGKEIT DES ZUFALLS – Hugo Weber im Dialog mit Alberto Giacometti»

Ausstellung im Bündner Kunstmuseum Chur, bis am 6. Januar 2019

Bild: Hugo Weber, Portrait Mies van der Rohe, 1961, Kunstmuseum Basel – © Nachlass Hugo Weber, Gabriele Lutz, Zürich

Die Ausstellung «Die Leichtigkeit des Zufalls. Hugo Weber im Dialog mit Alberto Giacometti» im Bündner Kunstmuseum richtet ihren Blick aus der Perspektive von Hugo Weber auf das Schaffen von Alberto Giacometti. Anhand von Skulpturen, Bildern, Fotografien sowie Texten, Briefen und Zeichnungen der beiden Künstler wird sichtbar, wie insbesondere Hugo Weber die Begegnungen und den Dialog mit Alberto Giacometti für sich fruchtbar machen konnte.

Der Plastiker und Maler Hugo Weber (1918-1971), der 1946 in die USA emigrierte, war der einzige Schweizer, der am amerikanischen Abstrakten Expressionismus teilhatte. Sein Werk wurde in der Schweiz erst spät bekannt, durch Retrospektiven im Kunsthaus Zürich (1984) und im Aargauer Kunsthaus (1999).

Diese Ausstellung rückt einen Aspekt von Webers Schaffen in den Mittelpunkt, der bislang kaum Beachtung gefunden hat: Seine Auseinandersetzung mit Alberto Giacometti. Hugo Weber besuchte Alberto Giacometti bereits 1939 in seinem Atelier in Paris. In den folgenden 25 Jahren liess er den Kontakt nicht abbrechen. So reiste er zwischen 1942 und 1945 wiederholt nach Genf, um dort Giacometti zu treffen und wurde Zeuge von dessen Gipsskulpturen, die verschwindend klein wurden.

Nach Kriegsende, im Herbst 1945, war Weber wiederum im Pariser Atelier Giacomettis und fotografierte ihn bei der Arbeit. Diese Aufnahmen zählen zu den frühen Dokumenten aus der Zeit unmittelbar nach Giacomettis Rückkehr aus dem Schweizer Exil. Damals lebte Weber bereits in Chicago, von László Moholy-Nagy als Lehrer an das New Bauhaus, das Institute of Design, berufen. Auch wenn sich Weber ab Anfang der 1950er-Jahre im Austausch mit den Protagonisten des Abstrakten Expressionismus in New York der Malerei zuwandte und damit im amerikanischen Ausstellungsbetrieb Erfolge feierte, kehrte er später zum plastischen Schaffen und zur Figuration zurück.

Die umfassende Serie der Portraits von Ludwig Mies van der Rohe (1961) markiert diese Wende und sie ist zugleich ein Höhepunkt in Webers Werk. Die Portraits sind zum einen eine Referenz an den Architekten-Freund aber auch eine Hommage an Alberto Giacometti.

Die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum zeigt Arbeiten der beiden Künstler – Skulpturen, Bilder und Zeichnungen. Ergänzt wird die Schau durch Fotografien, Briefe und Texte, die die Beziehung der beiden Künstler dokumentieren.

Besonders eindrücklich sind auch die fotografischen Experimente, die Hugo Weber im Atelier von Alberto Giacometti gemacht hat und die seinen ganz eigenen Blick offenbaren und zeigen, wie er die Begegnung für sich fruchtbar machen konnte.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, herausgegeben von Stephan Kunz und Gabriele Lutz mit einem Vorwort von Stephan Kunz, einer Einführung von Gabriele Lutz und Texten von Hugo Weber.

bkm

Kontakt:

http://www.buendner-kunstmuseum.ch/de/ausstellungen/vorschau/Seiten/Hugo-Weber-und-Alberto-Giacometti.aspx

hugo weber giacometti

Bild: Hugo Weber, Atelier Alberto Giacometti mit Skulptur L’homme qui marche, 1949, Fotografie, 25,2 × 20,1 cm, Nachlass Willy Rotzler – © Nachlass Hugo Weber, Gabriele Lutz, Zürich


 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 15. September 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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