ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

26. Januar 2018

«KLODIN ERB – DIE WOLFSLATERNE»

Ausstellung im Kunsthaus Pasquart Biel-Bienne, vom 28. Januar bis am 1. April 2018

Bild:

Klodin Erb, Alphabet der Heiligen, 2017
Collage, Mischtechnik auf Zeitungspapier / Collage, média mixte sur papier journal
62.5 x 47 cm, je / chacun (26)
Courtesy the artist and Lullin + Ferrari, Zurich
Foto: Stefan Altenburger

Bekannt für ihre expressiven, fantastischen Bildwelten, lotet Klodin Erb (*1963, CH) die Grenzen der Malerei aus und befragt gleichzeitig Definitionen von Gender und Identität. Verfremdungen und spielerische Interpretationen klassischer Bildgattungen, Stile und Motive kennzeichnen ihre gestisch-figurativen Arbeiten. Diese entstehen meist serienmässig und formieren sich zu Werkgruppen.

Im Bestreben, Aktualität und Zeitlosigkeit in ihren Gemälden zu verbinden, sampelt Erb unter Anwendung verschiedener Techniken Anleihen aus der Kunstgeschichte mit Motiven der gegenwärtigen Welt. Dabei geht es ihr weniger um die Darstellung als vielmehr um den Prozess des Malens, der sich verselbstständigen und den Bildgegenstand als Materialisierung durch Pinselgestik und Farbe hervorbringen soll.

In der Ausstellung folgen die Räume einem dramaturgischen Ablauf. So werden unter dem Aspekt der Bewegung neuste Werke mit Arbeiten aus den letzten fünf Jahren zueinander in Beziehung gesetzt, bis sie sich schliesslich von der Leinwand lösen und immateriell in einem bewegten Schatten- und Filmspiel kulminieren.

Klodin Erb bewegt sich im spannungsvollen Feld zwischen Figuration und Abstraktion. Sie erforscht, wie weit sie Motive aus der klassischen Kunstgeschichte verfremden kann, dass ein Sujet noch erkenn- oder erahnbar ist und gleichzeitig eine neue zeitgenössische Interpretation erhält.

Ihre Arbeiten hinterfragen und beleuchten dabei auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen. Jedoch bleibt stets der Prozess des Malens – das Ausloten und die Hinterfragung des Bildes, seiner Gegenständlichkeit und Materialisierung – zentral.

Erbs Umgang mit der Farbe ist immer auch ein physischer und zeitlicher, und damit letztlich auch ein performativer. Seit langem vom bewegten Bild fasziniert, hat Klodin Erb 2016 einen ersten Film gemacht, in welchem sich die reale Malerei und ihr gefilmtes Gegenüber gegenseitig befruchten. Inspiriert von dieser neuen Auseinandersetzung mit dem Medium Film, untersucht und analysiert die Einzelausstellung im Kunsthaus Pasquart die Malerei von Klodin Erb unter dem Aspekt der Bewegung und der Verwandlung. Dabei werden eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeiten mit Werken aus den letzten fünf Jahren untereinander verbunden und miteinander in Beziehung gesetzt.

Für die zwanzig Meter lange Vitrine im Korridor des Parkett 2 hat Erb ein ausfüllendes Landschaftsgemälde geschaffen, das sich sowohl über die unterschiedlichen Niveaus in der Vitrine selbst als auch in Form von Glasmalerei direkt auf der Vitrine entwickelt. Verschiedene Ebenen überlagern sich, das Gemälde erhält Tiefe und Struktur, liegt sozusagen als schwer erfassbares Panorama dem Betrachter vor Augen. Diese sowohl körperliche wie auch mentale Bildwanderung führt über in die fünf aneinandergereihten Räume im Parkett 2.

Hier werden u.a. Bilder aus der Werkserie Am Anfang war die Farbe (2015) präsentiert. Die als «shaped canvas» konzipierten Gemälde zeigen, wie Bilder durch ein Fenster beziehungsweise einen Rahmen, also Bilder eines Ausblicks, aussehen könnten. Während sich im Korridor die Landschaft entfaltet und öffnet, wird sie hier ausschnittartig begrenzt. Auf unterschiedlichste Weise fordert Erb in beiden Arbeiten ein bewegliches Sehen ein, dessen Entsprechung sich immer auch im Malprozess findet: In der Gegenständlichkeit der Farbe, in ihrer Objekthaftigkeit auf dem Träger und in der Eigendynamik, die Erb der Farbe oft überlässt.

Für die eigens für die Ausstellung hergestellte Serie Alphabet der Heiligen (2017) hat Klodin Erb die Bausteine unserer Schrift zum malerischen Element erhoben. Den Buchstaben werden in unserer Kultur seit jeher jeweils mehrere Heilige mit ihren Attributen zugeordnet. Anhand eines Fundus von Bildern aus Magazinen, Büchern und Zeitungen, welche die Künstlerin seit einem Jahrzehnt sammelt, interpretiert sie dieses Alphabet neu, in dem sie die alten Attribute mit zeitgenössischen Analogien versetzt. Es ist eine Arbeit mit spirituellen Ansätzen, die Fragen nach Identität und Gender aufnimmt und den fliessenden Grenzen zwischen den Geschlechtern nachgeht.

Eine Verwandlungsgeschichte anderer Art präsentiert die Arbeit Boring Childhood (2017). Zehn identisch grosse Hinterglasmalereien zeigen einen verloren auf einer Brücke sitzenden Jungen. Man sieht zehnmal denselben Schauplatz, atmosphärisch immer wieder anders in Szene gesetzt, akzentuiert und umrandet mit Balken, die an Filmframes erinnern. Es ist keine Geschichte, die hier erzählt wird, sondern die Formulierung eines Zustandes mit all seinen Facetten und sich wandelnden Befindlichkeiten. 

Die gross-formatigen, mit Tusche in einem komplexen Entstehungsprozess erschaffenen Transformations (2016/17) sind überlagerte Schattenbilder. Abstrakt und auf blaue Töne reduziert, zeigt diese Serie einen neuen Umgang Erbs mit der Malerei. Im Vergleich zu ihren dynamischen, gestischen Bildern ist Farbe hier nur noch ein Hauch, der jederzeit entschweben kann und die Leinwand wie einen zarten Schleier umhüllt.

Mit Eintritt in den Salle Poma taucht man vollends ein in die Welt der Schatten. Im Zentrum hängt die eigens für den monumentalen Raum konstruierte Laterne, das titelgebende Werk der Ausstellung Wolfslaterne (2017/18). Langsam um die eigene Achse drehend, wirft sie riesige Schatten an die Wände. In einem abgründig faszinierenden Lichtspiel entfliehen die Schatten der Farbe und ihrem Träger, verselbständigen sich und sind doch für immer gebunden und abhängig von der Materie.

Kuratorin der Ausstellung:

Felicity Lunn, Direktorin Kunsthaus Pasquart

Publikation zur Ausstellung:

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch mit einem Text von Cathérine Hug im Verlag für moderne Kunst (DT / FR / ENG).

khp

Kontakt:

https://www.pasquart.ch/event/klodin-erb/

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 26. Januar 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

Vorheriger Beitrag

«KEMANG WA LEHULERE»

Nächster Beitrag

«ADRIAN SAUER»

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • Max Matter (*1941), Hungerberg, 1968 Spray auf Kelco, 100 x 120 cm Aargauer Kunsthaus / Ankauf 1968 © Max Matter Foto: Jörg Müller
    «MITEINANDER NEBENEINANDER. DIE 1970er UND AARAU»

    13. Juni 2026

  • David Hockney, 2017 - Foto: Connaissance des Arts, https://www.youtube.com/watch?v=2W1jk4zZkCk
    ZUM TOD DES BRITISCHEN KUNSTMALERS, GRAFIKERS UND FOTOGRAFEN DAVID HOCKNEY

    12. Juni 2026

  • (von links) 1. Mariuccia Secol, Puppenhaus (Nr. 1) (Casa di bambola [No. 1]), 1970, Patchwork aus Kleidungsstücken, Cordura, Jersey, Strumpfhosen, 170 x 77 cm © Mariuccia Secol. Foto: Magdalena Typiak 2. Mariuccia Secol, Frauenmord (Femminicidio), 1988, Patchwork aus Kleidung, Cordura, Jersey, Strumpfhosen, 210 x 90 cm © Mariuccia Secol. Mit freundlicher Genehmigung der Familie der Künstlerin. Foto: Magdalena Typiak 3. Mariuccia Secol, Puppenhaus (Nr. 5) (Casa di bambola [No. 5]), 1970, Patchwork aus Kleidungsstücken, Leinwand, Fell, Blumen, 137 x 57 cm © Mariuccia Secol. Foto: Magdalena Typiak
    «MARIUCCIA SECOL: UNRAVELING»

    12. Juni 2026

  • © Brigitte Lustenberger, Between Mists of Memory, https://lufo.ch/news/
    «BRIGITTE LUSTENBERGER. A GAZE OF ONE’S OWN»

    12. Juni 2026

  • Der Münzschatz von Ueberstorf im Kanton Freiburg besteht aus französischen Goldmünzen und Schweizer Silbermünzen. Münzhort von Ueberstorf FR (Auswahl), nach 1555, Gold und Silber © Schweizerisches Nationalmuseum
    «BANKENLAND SCHWEIZ»

    12. Juni 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>