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17. November 2019

«MAX SULZBACHNER – MONDNÄCHTE UND BASLER TAMTAM»

Ausstellung im Kunstmuseum Basel | Hauptbau, Kupferstichkabinett, bis am 9. Februar 2020

Bild: Max Sulzbachner, Raskolnikoff: «Ich habe getötet», 1925, Öl auf Leinwand, 119.5×95 cm, Kunstmuseum Basel

Das Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel würdigt das vielseitige Schaffen des Basler Künstlers Max Sulzbachner (1904-1985) mit einer retrospektiv angelegten Ausstellung im Zwischengeschoss des Hauptbaus sowie einer Publikation.

Sulzbachner ist hierzulande ein namhafter und sehr beliebter Kunstschaffender; dennoch fehlt bisher eine umfassende Studie seines Œuvres. Durch die Ausstellung und den Katalog wird diese Lücke in der Basler Kunstgeschichtsschreibung geschlossen.

Seit 2014 hat das Kunstmuseum Basel im Rahmen einer grosszügigen Schenkung von Betty und Hartmut Raguse-Stauffer 4 Zeichnungen, 30 Holzschnitte und 4 Radierungen des Künstlers entgegennehmen können. Dank diesem Zuwachs ist das expressionistische Frühwerk als Sulzbachners wohl wichtigste Werkphase im Kupferstichkabinett umfassend vertreten. Die schon vorhandenen bedeutenden Bestände des Basler und Schweizer Expressionismus wurden auf diese Weise sinnvoll ergänzt.

Die «Mondnächte» im Ausstellungstitel beziehen sich auf den gleichlautenden Titel einer Holzschnittfolge Max Sulzbachners aus dem Jahr 1925. Die eindrucksvollen Blätter sind charakteristisch für das Frühwerk des Künstlers, das durch die Nähe zur Basler Künstlergruppe Rot-Blau geprägt ist. Sulzbachner begeisterte sich damals insbesondere für den Expressionismus Ernst Ludwig Kirchners. Bald danach gehörte der Basler zu den ersten Deutschschweizer Künstlern, die sich mit der französischen Moderne beschäftigten.

Schon früh zeichnete sich sein Interesse an lokalem Geschehen und lokalen Traditionen ab. Zugleich war er stetig bestrebt, neuen künstlerischen Tendenzen nachzueifern. Vor allem die Ausstellungen in der Kunsthalle Basel boten ihm hierfür wichtige Anregungen. Sulzbachners Offenheit gegenüber künstlerischer Erneuerung schlägt sich später in mehrfachem Stilwandel nieder.

Der «Sulzbi»

Sulzbachner betätigte sich im Laufe seines Lebens in den unterschiedlichsten Schaffenszusammenhängen: Er brachte es auch als Grafiker, Bühnenbildner, Karikaturist, Lehrer und Buchillustrator zu grossem Erfolg. Auch als Schriftsteller hat er sich nebenbei betätigt. Er hat Gemälde, Holzschnitte, Radierungen, Wandgemälde, Glasfenster, Keramikteller, Fasnachtslaternen und Volksfigurinen geschaffen.

Sulzbachner war – und ist – vielerorts bekannt als der «Sulzbi» und als der «Laternenkönig». Als ein Basler Original war er immer und überall mit dabei und engagierte sich, wenn es in der Stadt und anderswo «Tamtam» gab. So blieb Sulzbachner der Basler Populärkultur und der Schweizer Volkskunst verbunden. Der Bezug zu Lokalgeschehen und politischen Verhältnissen sowie die stilistischen Übersteigerungen bis hin zur Karikatur sind bezeichnend für sein gesamtes Schaffen.

Für Sulzbachner war die Möglichkeit, in seinem Œuvre eine Brücke zwischen kulturellen Sphären zu schlagen, besonders erstrebenswert. In Betrachtung seines Lebenswerks erfährt man deshalb nicht nur viel über diesen Basler Künstler, sondern auch insgesamt über die Basler Kunst- und Kulturszene von der Moderne bis in die 1960er-Jahre hinein.

Kuratorin: Géraldine Meyer

kmb

Kontakt:

https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/aktuell

#KunstmuseumBasel #MaxSulzbachner #BettyundHartmutRaguseStauffer #GéraldineMeyer #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 17. November 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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