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6. April 2019

MURIKULTUR ERÖFFNET DAS MUSEUM CASPAR WOLF, DAS SINGISEN FORUM UND DAS SINGISEN ATELIER

Morgen Sonntag, 7. April 2019, eröffnet die Stiftung Murikultur mit einem Tag der offenen Tür im neu renovierten Singisen-Flügel des Klosters Muri (AG) gleich drei museale Höhepunkte: Das Museum Caspar Wolf, das Singisen Forum und das Singisen Atelier. Ein wahres Feuerwerk, das zu entdecken sich lohnt.

Bild oben: Caspar Wolf, Selbstbildnis mit aufgekrempten Hut,1774, Gouache auf Pergament, Benediktinerkloster Muri-Gries, Benediktinerkollegium, Sarnen, Dauerleihgabe an das Museum Caspar Wolf – Foto: Murikultur

Als er 1783 einsam in Heidelberg starb, war er noch keine 50 Jahre alt – und schnell vergessen. Trotzdem zählt er zu den wichtigsten Künstlern und Wegbereitern der Alpenmalerei: Caspar Wolf. Über 160 Jahre später erst hat der Kunsthistoriker und Galerist Willi Raeber seine Gemälde in Holland durch Zufall wiederentdeckt und in die Schweiz zurückgeführt.

Und heute? Seit über 40 Jahren tragen kulturinteressierte Kreise, unterstützt von gemeinnützigen Stiftungen, in Muri eine Sammlung zusammen. Sie zählt unterdessen zu den umfangreichsten Caspar Wolf-Kollektionen weltweit. Nach wie vor wird sie von Murikultur gepflegt und erweitert.

caspar wolf oberer staubbachfall

Bild: Caspar Wolf, Der Obere Staubbachfall im Lauterbrunnental, nicht datiert (vermutlich nach 1776), Öl auf Leinwand, Stiftung Murikultur, Schenkung Dr. sc.nat. Hans-Peter Strebel und Katrin Strebel-Bühler, Josef Müller Stiftung, Muri, und Fondation Emmy Ineichen – Foto: Ullmann Photography

Eine Wiederentdeckung

Im neu renovierten Singisenflügel des Klosters Muri findet die Sammlung nun eine würdige Ausstellungsstätte – und mit ihr Muris wohl berühmtester Sohn, Caspar Wolf. Das neue Museum vermittelt anschaulich die wechselvolle Karriere Caspar Wolfs und die Entwicklung seines künstlerischen Werkes. Herausragend dabei: Sein Beitrag zur Erforschung der Alpen. Bereits in den 1770er-Jahren besteigt er im Auftrag des Berner Verlegers Abraham Wagner als einer der ersten Künstler die Alpen. Dort malte er die Gletscher, Felsformationen und Wasserfälle so, wie sie sich ihm tatsächlich präsentierten. Seine Bilder dienten von Beginn weg für Druckvorlagen illustrierter Publikationen, die Wagner herausgab.

caspar wolf glacier

Bild: Caspar Wolf, Glacier du Breithorn, contre le Couchant, 1777, Kolorierte Umrissradierung, gestochen von Caspar Leontius Wyss, Merkwürdige Prospekte, Bern 1777, no. 7, Stiftung Murikultur, Schenkung Fondation Emmy Ineichen – Foto: Ullmann Photography 

Neues entdecken

Doch damit nicht genug: Gleichzeitig mit dem Museum Caspar Wolf eröffnen auch das Singisen Forum und das Singisen Atelier. Das Singisen Forum zeigt zeitgenössische Kunst von Künstlerinnen und Künstlern vornehmlich aus dem Freiamt. Es eröffnet am Sonntag, 7. April mit der Vernissage «Paarlauf – Freiämter Kunststafette»: Während insgesamt fünf Ausstellungsperioden wechseln sich 15 Künstlerinnen und Künstler mit Präsentationen ab. Die drei Künstler einer Ausstellungsperiode suchen sich jeweils jeder wieder eine neue Partnerin, einen neuen Partner für die nächste Periode. Die «Startläuferinnen» sind Esther Amrein, Baden – geboren in Muri, Pearlie Frisch, Fahrwangen und Christine Lifart, Mergoscia – geboren in Muri.

Die beiden neuen Museums-Teile «Caspar Wolf» und «Singisen Forum» komplettieren die aussergewöhnliche Museumslandschaft des Aargauer Kulturleuchtturms Muri. Gemeinsam mit dem Museum Kloster Muri und dem Museum für medizinhistorische Bücher Muri (Privatmuseum Dr. F. Käppeli) bieten sie ein Museumsfeuerwerk. Alle vier Museen befinden sich im selben Gebäude und lassen sich gemeinsam besuchen.

Selber erfahren

Das Singisen Atelier schliesslich bietet als Raum für Kunst- und Kulturvermittlung die Möglichkeit, Kunst selbst zu erleben und auf neue Weise zu erfahren. Individualbesucherinnen und -besucher können sich vertiefter mit Themen der Murianer Museen auseinandersetzen, und Schulklassen profitieren von spezifisch durchgeführten Angeboten. In der Lounge des Singisen Ateliers stehen eine kleine Handbibliothek sowie weitere Informationsmedien rund um die Ausstellungen im Singisen-Flügel bereit. Gleichzeitig wird im Singisen Atelier die Dokustelle Freiämter Kunstschaffen aufgebaut. Sie beinhaltet Dossiers von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region und soll die Vielfalt regionalen Kunstschaffens zeigen.

Eröffnung und Tag der offenen Tür am 7. April 2019

«Es war ein grosser Schritt in Richtung Zukunft», sagt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Murikultur, angesprochen auf die neuen Museen, «das Projekt hat uns die letzten Jahre begleitet und stark beschäftigt. Es ist schön, nun auch im musealen Bereich über eine echte Vielfalt zu verfügen, die dazu noch ideal zusammenspielt. Das alles wäre aber ohne die wirklich grosszügige Unterstützung durch verschiedenste Gönner, Donatoren und Stiftungen nicht möglich».

Am Sonntag, 7. April 2019, zwischen 11.00 und 17.00 Uhr eröffnet die Stiftung Murikultur die neuen Museen mit einem Tag der offenen Tür. 

Das Programm:

Tag der offenen Tür

Sonntag, 7. April 2019, 11.00 – 17.00 Uhr

  • 11.00 Uhr: Vernissage «Paarlauf – Freiämter Kunststafette» im Singisen Forum
  • 13.00 Uhr: Kurzeinführung ins Museum Caspar Wolf durch Kurator Peter Fischer (sowie 14.00 und 15.00 Uhr)
  • 13.30 Uhr: Die Kuratoren Peter Fischer und Karoliina Elmer im Gespräch mit den ausstellenden Künstlerinnen im Singisen Forum (sowie 14.30 und 15.30 Uhr)
  • 14.00 – 16.00 Uhr: Betreutes Atelier im Singisen Atelier

mk

Kontakt:

https://www.murikultur.ch/

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caspar wolf brücke

Bild: Caspar Wolf, Brücke über die Aare bei Guttannen, nicht datiert (ca. 1775), Öl auf Leinwand, Stiftung Murikultur – Foto: Ullmann Photography

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 6. April 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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