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21. Mai 2024

«VON GRÖSSE UND GRAZIE – MAILLOL UND SINTENIS»

Ausstellung in der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» Winterthur, bis am 15. September 2024

Bild: Aristide Maillol, La Méditerranée, um 1905-1907, Kalkstein Pierre de Lens, 114 x 78 x 107.5 cm © Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur

Die Ausstellung «Von Grösse und Grazie – Maillol und Sintenis» der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» (SOR) stellt erstmals Plastiken, Drucke und Zeichnungen zweier prägender Kunstschaffender zu Beginn des 20. Jahrhunderts einander gegenüber: Aristide Maillol (1861–1944) und Renée Sintenis (1888–1965).

Im Zentrum der Ausstellung steht das Hauptwerk und besondere Juwel der Sammlung – Aristide Maillols La Méditerranée von 1905-07. Maillol fertigte sie in Stein im Auftrag seines Mäzens Harry Graf Kessler. 1931 kam dieses Schlüsselwerk für die Entwicklung der Skulptur des 20. Jahrhunderts in die Sammlung Oskar Reinhart.

In der Grossen Galerie der Sammlung kann sie nun erstmalig mit anderen gleichformatigen Versionen verglichen werden. Eigens für die Ausstellung sind die Marmorvariante aus dem Musée d’Orsay und die Gipsskulptur aus dem Musée Maillol aus Paris nach Winterthur gereist. Das Thema der unterschiedlichen Materialitäten wird an Hand von zahlreichen Kleinskulpturen, wie auch Reliefs und sogar einer Textilarbeit weiter ausgeführt.

Das Motiv der sitzenden Frau beschäftigte Maillol zeit seines Lebens. Allen Ausführungen auf dem Weg zur La Méditerranée gemein ist das Zusammenspiel von aufgestelltem und liegendem Bein. Die unterschiedlichen Möglichkeiten in der Sitzhaltung können in der Ausstellung anhand von gut zwanzig Figuren nachvollzogen werden und veranschaulichen Maillols beständige Suche nach der idealen Form. Diese wurde immer reduzierter aufgefasst, doch überschritt der Künstler nie die Schwelle zur reinen Abstraktion.

Maillols künstlerischer Werdegang wird dem Schaffen von Renée Sintenis gegenübergestellt. Die Berliner Bildhauerin gestaltete ihre Sujets, vorwiegend Jungtiere, kleiner und fragiler als Maillol seine meist weiblichen Aktfiguren. Renée Sintenis war ein Star im Berlin der Zwanziger Jahre. Besonders mit ihren Tierfiguren war die Künstlerin ungemein erfolgreich. Noch heute ist ihr Berlinale-Bär allgemein bekannt und ein Sinnbild der Stadt.

Trotz ihrer Unterschiedlichkeit haben sich Maillol und Sintenis sehr geschätzt und wurden auch von dem gleichen Mäzen gefördert – Harry Graf Kessler. Diesem wird in der Ausstellung ein eigenes Kapitel gewidmet, was ihn sowohl als Förderer, wie auch direkten Auftraggeber für aufwändige Bucheditionen und Skulpturen zeigt.

Noch nie wurden die beiden Kunstschaffenden in einer Museumsausstellung einander gegenübergestellt. Dies, obwohl sich ihre Objekte erstaunlich oft gemeinsam in einer Sammlung befinden – wie der Sammlung «Am Römerholz» – und auch beide in Deutschland vom selben Galeristen vertreten wurden.

Diese Verbindungspunkte und Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede im Schaffen Maillols und Sintenis gilt es in der Ausstellung zu entdecken. Basierend auf einer Kooperation der Sammlung Oskar Reinhart mit dem Musée d’Orsay Paris, wird die Ausstellung durch hochkarätige internationale Leihgaben führender Museen und Sammlungen Europas wie dem Städel Museum Frankfurt, dem Petit Palais Paris oder dem Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam ergänzt. Zudem werden Werke aus Winterthurer Privatbesitz erstmalig in der Öffentlichkeit gezeigt; eine weitere kleine Sensation ist die Leihgabe der Courtauld Gallery London – ein Gemälde Renoirs, das den berühmten Kunsthändler Ambroise Vollard mit einer fragilen Terrakottafigur Maillols zeigt. Dieses Bild verlässt nun zum ersten Mal die Londoner Sammlung und trifft in der Ausstellung auf ebendiese dargestellte Skulptur.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Kerstin Richter und Katja Baumhoff.

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog auf Deutsch und Französisch: Von Grösse und Grazie – Maillol und Sintenis lädt dazu ein, sich vertieft mit den Verbindungen zwischen Maillol und Sintenis zu beschäftigen.

bak

Kontakt:

https://www.roemerholz.ch/sor/de/home.html

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 21. Mai 2024
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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