30. April 2026
DAMPFZENTRALE BERN: «PLAN D» DES BEREITS BISHER ZUSTÄNDIGEN VEREINS ERHÄLT DEN ZUSCHLAG
Die Stadt Bern vergibt die kulturelle Nutzung der Dampfzentrale nach einem selektiven Verfahren ab 2028 an den Verein Dampfzentrale mit seinem Konzept «Plan D». Das Angebot wurde im Rahmen einer Ausschreibung nach WTO-Übereinkommen von einem neunköpfigen Beurteilungsgremium einstimmig ausgewählt. Es dient als Grundlage für die Verhandlungen eines Leistungsvertrages für die Periode 2028 bis 2030.

Bild: Dampfzentrale Bern – Foto: © Sabine Burger, https://www.flickr.com/photos/131711151@N05/albums/72157666768232165/with/29023529217
Die kulturelle Nutzung der Dampfzentrale Bern soll ab 2028 durch den Verein Dampfzentrale mit dem Konzept «Plan D» erfolgen (siehe unten). Das Ergebnis der Ausschreibung basiert auf einem einstimmigen Entscheid der neunköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Stadtpräsidentin Marieke Kruit. «‹Plan D› zeichnet sich als überzeugende Vision mit künstlerischem Anspruch aus», sagte die Stadtpräsidentin heute an einer Medienkonferenz. «Es ist ein stimmiges, ausgewogenes Konzept, das Orientierung und Klarheit bietet und Motivation ausstrahlt.» Die Jury erkenne im Konzept die Stärkung des lokalen Tanzschaffens und die Weiterführung eines starken Musikprogramms. Weiter habe die Jury klare Strukturen, hohe Professionalität sowie das Bekenntnis zur Zusammenarbeit und Öffnung gewürdigt.
Jurierung anhand von publizierten Zuschlagskriterien
Im Juli 2025 hat die Stadt Bern die kulturelle Nutzung der Dampfzentrale ab 2028 ausgeschrieben. Dies erfolgte im Rahmen eines selektiven Verfahrens gemäss den Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungsrechts und der WTO-Übereinkommen. Bis Ende September 2025 gingen neun Bewerbungen ein, wovon sieben die generellen Teilnahmebedingungen sowie die zwingenden Eignungsanforderungen erfüllten und durch die Jury beurteilt wurden. Im November 2025 kommunizierte die Stadt Bern, dass die drei bestqualifizierten Vereine auawirleben, Dampfzentrale und Hannah Dampf die zweite Runde erreichen. Die drei Bewerbungen hatten darauf ein detailliertes Betriebskonzept auszuarbeiten und konkretisierten ihre Ideen. Die Beurteilung durch die Jury erfolgte in beiden Stufen anhand von vorab veröffentlichten Beurteilungskriterien und Leitfragen (vgl. PDF, 551.3 KB unten). Der Vergabeantrag der Jury wurde der Beschaffungskommission der Stadt Bern vorgelegt, welche darauf empfahl, den Auftrag gemäss Antrag der Jury zu erteilen.
Aushandlung des Leistungsvertrags
Nach Abschluss der Ausschreibung richtet sich das weitere Vorgehen nach der üblichen Verfahrensweise bei städtischen Leistungsverträgen im Kulturbereich. Im Herbst 2026 finden alle Vertragsverhandlungen für die Periode 2028–2031 statt. Das Angebot des Vereins Dampfzentrale dient als Grundlage für die Verhandlungen eines Leistungsvertrages ab 2028. Der städtische Beitrag beläuft sich aktuell auf jährlich rund 2,4 Millionen Franken. Davon fliessen aktuell rund 520’000 Franken für Miete, Nebenkosten und Amortisationen zurück an die Stadt Bern. Der Vertrag mit dem Verein Dampfzentrale wird voraussichtlich nur für eine dreijährige Periode bis 2030 abgeschlossen, weil das Gebäude der Dampfzentrale ab 2031 gesamtsaniert werden soll. Sollte sich die Sanierung verzögern, wird der Leistungsvertrag bis 2031 verlängert. Der Stadtrat wird voraussichtlich Anfang 2027 über die Leistungsverträge der kommenden Subventionsperiode befinden.
Das Konzept «Plan D»
Der Verein Dampfzentrale Bern hat sich mit einem neu aufgestellten Vorstand um den Leistungsvertrag 2028 bis 2030 beworben. Mit der Vision «Plan D» verspricht der Verein «eine Dampfzentrale, die offener, lebendiger, vielseitiger, bespielter und verspielter wird: ein Ort, wo sich Kunstschaffende und ein breites Publikum begegnen, wo unterschiedliche Szenen zusammenwachsen, wo unterschiedlichste Nischen und Zwischenräume genutzt werden, wo Zeitgenössisches entsteht und ein kulturelles Zuhause für viele geschaffen wird. Dieses Mehrsparten- und Kooperationshaus der neuen Generation vereint Vielfalt und gibt auch Populärem wieder vermehrt Platz», erläutert die Trägerschaft, vertreten durch Barbara Keller, Catja Loepfe und Martin Schick. Dabei soll der Hauptfokus auf Tanz/Performance («House of Dance») und Musik («House of Decibel») liegen. Hinzu kommen die Dimension Diskurs («House of Dialogue») und als Erweiterung das «House of Dezentrale».
Die Vertreter:innen des Vereins Dampfzentrale führten an der Medienkonferenz aus:
«Mit unserem Konzept möchten wir eine solide und für die Zukunft gerüstete Kulturinstitution werden für die Stadt Bern und ihre Bevölkerung. Versöhnlich mit kritischen Stimmen und mit offenen Türen und Toren für jene, die sich bisher ausgeschlossen fühlten, verfolgen wir eine Öffnung von 350 Tagen im Jahr, mit einem idealen Klipp-Klapp von Lokalem und Internationalem sowie einem neuen Kapitel in Sachen Zugänglichkeit und Willkommenskultur. Das sind unsere Hauptanliegen. Im Rahmen dieser tiefgreifenden Neuausrichtung der Dampfzentrale zollen wir dem Respekt, was schon da ist und bereits funktioniert: ein motiviertes Team, ein treues Publikum, ein bestehendes Netzwerk, eine vorhandene Infrastruktur, ein solides Vereinswesen, vielfältige Kooperationspartnerinnen und eine lebendige Community.»
Dokumente
Referat Marieke Kruit MK Dampfzentrale (PDF, 104.1 KB)
Referat Franziska Burkhardt MK Dampfzentrale (PDF, 121.7 KB)
Präsentation Verein Dampfzentrale (PDF, 889.5 KB)
Ausschreibung kulturelle Nutzung Dampfzentrale Bern (PDF, 551.3 KB)
Quelle:
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger