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12. April 2012

Für ein bedingungsloses Grundeinkommen: «Freiheit ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit»

Einen Grundlohn von 2'500 Franken ohne Arbeit: Das verlangt die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen», die heute in Bern vorgestellt wurde. Hinter der Idee stehen nicht nur linke Idealisten, sondern auch liberale Ökonomen. Kritiker sprechen dagegen von «bedingungslosem Unsinn». Geplanter Start der Unterschriftensammlung ist am 21. April 2012; an diesem Tag findet im Schiffbau Zürich ein Lancierungsfest statt.

Bilder: http://www.facebook.com/bedingungsloses.grundeinkommen

BedlGrundeinkommen

Darum Grundeinkommen

Die InitiantInnen schreiben: «Es ist eine einfache Idee: Jeder Mensch, der fest in dieser Gesellschaft lebt, erhält jeden Monat bedingungslos 2’500 Franken. Egal ob jemand reich oder arm, gesund oder krank, erwerbstätig oder arbeitslos ist. Das Grundeinkommen wird individuell an jede und jeden ausbezahlt.

Die Schweizer Wirtschaft ist eine Erfolgsgeschichte, die den Menschen in diesem Land Wohlstand gebracht hat. Dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Immer mehr Menschen stehen am Arbeitsplatz unter Druck, Entlassungen führen zu Existenzängsten. Die Menschen, welche länger ohne Stelle sind, werden ausgegrenzt. Es ist Zeit, unsere Gesellschaft klüger zu organisieren: Es geht darum, die enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Schweiz in Lebensqualität für die Menschen zu verwandeln.»

Warum arbeiten wir?

Beim Wort «Arbeit» denken viele nur an Erwerbsarbeit. Für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist aber auch viel andere Arbeit erforderlich, wie zum Beispiel die unbezahlte Haus- und Familienarbeit, welche häufig von Frauen gemacht wird. Viele Menschen sind heute ohne Entlöhnung freiwillig tätig. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre dies vermehrt möglich. «Das Grundeinkommen schafft Freiräume für Menschen: für mehr Bildung, für mehr Zeit bei der Familienarbeit, für sinnvollere Arbeit. Zudem bleibt der finanzielle Anreiz zu Erwerbsarbeit bestehen».

Wie wird das finanziert?

«Das bedingungslose Grundeinkommen ist nicht als zusätzliches Geld gedacht. Es ist ein Teil der heute bestehenden Einkommen. Heute hat bereits jede und jeder irgendeine Form von Einkommen, sonst kann man nicht leben. Das Grundeinkommen ist ein Mechanismus, der die Einkommen in der Höhe von 2’500 Franken bedingungslos macht. Um diesen untersten Sockel der Einkommen bedingungslos zu machen, braucht es einen Finanzmechanismus. Das wäre zum Beispiel über eine Konsumsteuer denkbar», erklären die InitiantInnen.

Freiheit und Verantwortung

Die Schweiz habe gute Erfahrungen mit der AHV gemacht. Daran knüpfe das bedingungslose Grundeinkommen an. Jeder Mensch solle in Würde leben können. Jeder Mensch solle die Möglichkeiten haben, über sein Leben zu bestimmen. Das entspreche dem Urdrang der Eidgenossen nach Unabhängigkeit: «Die Menschen gewähren sich gegenseitig das Grundeinkommen und übergeben sich damit Freiheit und Verantwortung. Denn Freiheit ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit.»

omnes2

Bild: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Unus_pro_omnibus,_omnes_pro_uno.jpg

Die Menschen hinter der Initiative 

Die Volksinitiative wird getragen von Bürgerinnen und Bürgern. Eine freie Gruppe von Menschen, die in der Schweiz das bedingungslose Grundeinkommen breit diskutieren und einführen möchten. Das Initiativprojekt ist sowohl parteipolitisch wie auch konfessionell neutral und gehört keiner übergeordneten Institution an.

Mitglieder des Initiativkomitees:

Gabriel Barta, Genf

Daniel Häni, Basel

Christian Müller, Schaffhausen

Ursula Piffaretti, Zug

Ina Praetorius, St.Gallen

Franziska Schläpfer, Zürich

Oswald Sigg, Bern

Daniel Straub, Zürich

Fachrat Volksinitiative:

Enno Schmidt, Basel

Benjamin Hohlmann, Basel

Koordiniert wird die Volksinitiative von der Agentur[zum]Grundeinkommen, das sind Daniel Straub und Christian Müller.

Regionalgruppen

In verschiedenen Städten treffen sich regelmässig Menschen, um die Unterschriftensammlung zu planen und über die mögliche Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in der Schweiz zu diskutieren. Diese Treffpunkte sind offen für alle Interessierten.

Informationen 

Auf der Website bedingungslos.ch gibt es die Unterschriftenbogen zum Download oder zum Bestellen.

Wer sich intensinver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Website grundeinkommen.ch empfohlen

und wer etwas Zeit hat, schaut sich das Video mit dem Vortrag von Götz Werner an der re:publica 2010 an.

div / avg 

Mehr:

http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/333652.es-wuerde-die-schweiz-zum-bluehen-bringen.html

BedglGrundeinkommen

Auf dieser Webseite bereits erschienen:

· RUND UMS «BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN»

…senschaft entwickeln, wenn es ein bedingungsloses grundeinkommen gäbe? Wie würde sich das Verhältnis von Künstler/innen und Wissenschaftler/innen zu Ausbildungs- und Förderins…

· «Die neue Schweiz – ein Kulturimpuls» – Kongress zum bedingungslosen Grundeinkommen – oder: was Menschen tun, wenn sie nicht müssen

…der nicht. In den letzten Jahren ist das Thema grundeinkommen immer wieder an Veranstaltungen und in Medienberichten aufgetaucht. Ob das bedingungslose grundeinkommen in die richtige Richtung zi…

· Liveblogging vom Kongress zum Grundeinkommen in Zürich

…eit. Ab ca. 09:45 Uhr werde ich vom Kongress zum grundeinkommen, der im Zürcher Kongresshaus stattfindet, hier etwas livebloggen. Der Event wird übrigens von den Veranstaltern auf der Websi…

· Bedingungsloses Grundeinkommen für alle: Utopie oder Chance?

…es, wenn alle Schweizer Bürger monatlich ein grundeinkommen vom Staat bekämen, ohne Gegenleistung? Würden sich alle auf die faule Haut legen oder dennoch weiter arbeiten gehen? Diese Fr…

· Ideale Projektionsfläche für Visionen und Utopien

…012 -> www.elisarion.ch Bedingungsloses grundeinkommen – Ein alternatives Wirtschaftsmodell soll die Schweiz «befreien» Ein Einkommen ohne Arbeit, für jede und jeden. Eg…

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 12. April 2012
  • Politik und Gesellschaft

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